Krypto-Markt-Update Ende Oktober 2026: Wo stehen Bitcoin & Ethereum nach Binance-Hack und Fed-Pause – und was kommt jetzt?
Inhaltsverzeichnis (34)
- Krypto-Markt-Update Ende Oktober 2026: Wo stehen Bitcoin & Ethereum nach Binance-Hack und Fed-Pause – und was kommt jetzt?
- Was ist neu gegenüber der Version vom März?
- Wo steht der Kryptomarkt Ende Oktober 2026?
- Wie viel ist ein Bitcoin heute in Euro wert?
- Was ist aus unserer März-These geworden?
- War der Doppelboden bei 63.000 Dollar der echte Boden?
- Warum ist Bitcoin Ende Oktober 2026 gefallen?
- Was bedeutet der Binance-Hack für den Kryptomarkt?
- Sind meine Coins auf einer Börse nach dem Hack noch sicher?
- Was macht die Fed – und warum bremst sie Bitcoin?
- Wie hoch ist die US-Inflation – und ist der Leitzins überhaupt restriktiv?
- Rechner 1: Was wäre meine Bitcoin-Position bei Kurs X wert?
- Welche Bitcoin-Kursmarken sind jetzt entscheidend?
- Warum kommt Bitcoin 2026 nicht über 85.000 Dollar?
- Rechner 2: Wie weit ist mein Coin vom Allzeithoch entfernt?
- Kaufen die Bitcoin-ETF-Anleger noch?
- Wie viele Bitcoin liegen inzwischen in US-ETFs?
- Warum hinkt Ethereum Bitcoin 2026 hinterher?
- Wann kommt das Ethereum-Upgrade Glamsterdam?
- Wie stehen Solana, XRP und BNB nach sieben Monaten da?
- Wie viel Geld steckt in Stablecoins?
- Was bedeutet das Scheitern des CLARITY Act für Anleger?
- Fällt in Deutschland die steuerfreie Haltefrist für Krypto?
- Rechner 3: Was kostet dich die geplante Reform bei deinem Gewinn?
- Was gilt nach dem MiCA-Stichtag für deine Börse?
- Welche Szenarien sind bis Jahresende 2026 realistisch?
- Sind wir 2026 in einem Bärenmarkt oder schon im neuen Bullenmarkt?
- Was kann ich als Anleger jetzt konkret tun?
- Die wichtigsten Aussagen auf einen Blick
- Quiz: Bist du auf dem Stand vom Oktober 2026?
- FAQ: Häufige Fragen zum Kryptomarkt Ende Oktober 2026
- Weiterlesen auf KryptoZukunft.com
- Quellen
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Krypto-Markt-Update Ende Oktober 2026: Wo stehen Bitcoin & Ethereum nach Binance-Hack und Fed-Pause – und was kommt jetzt?
Im März stand Bitcoin bei knapp 69.000 Dollar und die große Frage lautete: Trendwende oder nur eine Pause im Abwärtstrend? Sieben Monate später kennen wir die Antwort – und sie ist unbequemer als beide Lager damals dachten. Hier bekommst du den ehrlichen Faktencheck: Kurse in Euro, die Kursmarken, auf die es jetzt ankommt, was der größte Krypto-Hack der Geschichte und die zögernde Fed mit deinem Depot machen, und warum die Haltefrist-Debatte für deutsche Anleger gerade wichtiger ist als jedes Chartmuster.
Kurse: CoinMarketCap, abgerufen am 31. Oktober 2026; Euro-Umrechnung mit dem EZB-Referenzkurs vom 30. Oktober 2026. Krypto handelt rund um die Uhr – die Zahlen können sich seitdem bewegt haben.
Was ist neu gegenüber der Version vom März?
Dieser Beitrag erschien am 9. März 2026 als Tages-Update und wurde zuletzt am 22. März aktualisiert. Damals stand Bitcoin bei 68.824 Dollar, wir haben einen möglichen Doppelboden bei 63.000 Dollar diskutiert und die Fed-Zinsen lagen bei 3,50–3,75 %. Einiges davon ist heute schlicht überholt: Die Fed hat im September erhöht statt gesenkt, der CLARITY Act ist im US-Senat gescheitert, der MiCA-Übergang ist seit dem 1. Juli vorbei, und am 29. Oktober wurde Binance um rund 6,3 Milliarden Dollar bestohlen. Die alten Tageskurse, die schematische Chart-Grafik und die damaligen Sekundärquellen haben wir entfernt. Außerdem haben wir den Bonuscode-Kasten am Ende gestrichen – ein Markt-Update ist kein Werbeplatz. Neu sind eigene Rechnungen, drei Rechner, ein Steuer-Vergleich zur geplanten Haltefrist-Abschaffung und eine ehrliche Bilanz, was aus unserer März-These geworden ist.
Kurz vorweg, damit du weißt, wie dieser Text gemeint ist: Ein Markt-Update ist keine Glaskugel. Ich zeige dir, wo der Markt steht, welche Daten dahinter liegen und welche Szenarien ich für plausibel halte. Die tagesaktuelle Monatsbilanz für Oktober findest du in unserem frischen Beitrag zur Oktober-Bilanz von Bitcoin und dem Ausblick auf November – dieser Artikel hier geht einen Schritt zurück und fragt: Was hat sich seit März wirklich verändert, und was bedeutet das für jemanden, der in Deutschland investiert?
Wo steht der Kryptomarkt Ende Oktober 2026?
Am 31. Oktober 2026 notiert Bitcoin bei rund 77.150 Dollar (etwa 69.060 Euro), Ethereum bei rund 2.206 Dollar, und der gesamte Kryptomarkt ist laut CoinMarketCap 2,58 Billionen Dollar wert – das sind gut 9 % mehr als am 22. März 2026.
Auf den ersten Blick klingt das nach Fortschritt. Bitcoin liegt rund 12 % über dem Stand vom 22. März, die Gesamt-Marktkapitalisierung ist von 2,36 auf 2,58 Billionen Dollar gestiegen CoinMarketCap, 31.10.2026. Wer aber genauer hinsieht, erkennt ein Muster, das sich durch das ganze Jahr zieht: Jede Erholung wird verkauft, bevor sie richtig Fahrt aufnimmt. Im September schaffte es Bitcoin bis auf 87.100 Dollar, Ende Oktober ist davon ein gutes Zehntel wieder weg.
Der Abstand zum Allzeithoch von 126.198 Dollar vom 6. Oktober 2025 beträgt 38,9 % CoinMarketCap Bitcoin, 31.10.2026. Bei Ethereum ist die Lücke noch deutlich größer: Der Kurs liegt rund 55 % unter dem Rekord von 4.953 Dollar aus dem August 2025 CoinMarketCap Ethereum, 31.10.2026. Das ist der Kern der aktuellen Lage: Bitcoin hält sich vergleichsweise gut, der Rest des Marktes leidet.
Wie viel ist ein Bitcoin heute in Euro wert?
Ein Bitcoin kostet am 31. Oktober 2026 umgerechnet rund 69.060 Euro, berechnet aus 77.153 Dollar und dem EZB-Referenzkurs von 1,1172 Dollar je Euro vom 30. Oktober 2026.
Für dich als Anleger in Deutschland zählt am Ende der Euro-Kurs, nicht der Dollar-Kurs. Und der Wechselkurs spielt 2026 eine größere Rolle, als viele denken. Die EZB hat den Euro am 30. Oktober mit 1,1172 Dollar festgestellt; am 21. August lag der Referenzkurs noch bei 1,1699 und am 29. Oktober mit 1,1130 auf dem tiefsten Stand seit Juli EZB-Referenzkurse USD, 30.10.2026. Ein stärkerer Dollar polstert den Euro-Verlust also ein wenig ab: Fällt Bitcoin in Dollar, fällt er in Euro etwas weniger stark.
Ein Alltagsbeispiel: Hättest du am 21. August einen Bitcoin zu exakt 77.153 Dollar gekauft, hättest du dafür knapp 65.950 Euro bezahlt. Heute ist derselbe Dollar-Kurs rund 69.060 Euro wert. Der Unterschied von gut 3.100 Euro ist reiner Währungseffekt – ohne dass sich Bitcoin bewegt hätte. Unsere Einschätzung: Wer in Euro rechnet, sollte den Wechselkurs bei Einstiegs- und Ausstiegsplänen immer mitdenken, gerade weil die US-Notenbank derzeit eher straffer als lockerer wird.
| Coin | 22. März 2026 (USD) | 31. Okt. 2026 (USD) | Veränderung | Kurs in EUR | Abstand zum ATH |
|---|---|---|---|---|---|
| Bitcoin (BTC) | 68.824 | 77.153 | +12,1 % | 69.059 | −38,9 % |
| Ethereum (ETH) | 2.132 | 2.206 | +3,5 % | 1.975 | −55,5 % |
| Solana (SOL) | 89,40 | 94,91 | +6,2 % | 84,95 | −67,8 % |
| XRP | 1,44 | 1,26 | −12,5 % | 1,13 | −67,2 % |
| BNB | 644 | 704,63 | +9,4 % | 630,71 | −48,6 % |
Quellen: März-Werte aus der Vorversion dieses Artikels (Stand 22.03.2026); aktuelle Kurse und Allzeithochs: CoinMarketCap, 31.10.2026; EUR-Umrechnung zum EZB-Referenzkurs 1,1172 (30.10.2026). Veränderungen und ATH-Abstände: eigene Berechnung von KryptoZukunft.com.
Was ist aus unserer März-These geworden?
Die März-These eines Bodens bei 63.000 Dollar hat sich nur halb bewahrheitet: Bitcoin fiel bis Ende Juni 2026 noch einmal tiefer, erholte sich danach aber bis auf 87.100 Dollar im September und steht am 31. Oktober 2026 rund 12 % über dem März-Niveau.
Ich finde es wichtig, ehrlich mit alten Aussagen umzugehen. Im März haben wir einen möglichen Doppelboden bei rund 63.000 Dollar beschrieben, dazu eine Elliott-Wellen-Lesart, nach der der Anstieg auf 74.700 Dollar auch nur eine Gegenbewegung in einem größeren Abwärtstrend sein könnte. Beide Lesarten standen nebeneinander. Rückblickend war die vorsichtigere die richtige: Der tiefste Tagesschluss des Jahres kam erst am 30. Juni 2026, also mehr als drei Monate nach unserem Update Glassnode, Week On-chain 41, 14.10.2026.
Interessant ist ein Detail aus derselben Glassnode-Analyse: Der sogenannte Realized Price – grob gesagt der durchschnittliche Einstandspreis aller Bitcoin im Umlauf – wurde 2026 nie per Tagesschluss unterschritten. Selbst am Tiefpunkt Ende Juni lag der Kurs rund ein Zehntel darüber. In früheren Bärenmärkten wie 2022 rutschte Bitcoin deutlich darunter. Das spricht für einen Markt, der schwer, aber nicht kaputt ist. Wer mehr über diese Kennzahlen wissen will, findet die Erklärung in unserer On-Chain-Analyse mit MVRV, SOPR und Kostenbasen.
War der Doppelboden bei 63.000 Dollar der echte Boden?
Nein, der Doppelboden bei 63.000 Dollar vom Februar und März 2026 war nicht der endgültige Boden – der tiefste Tagesschluss des Jahres folgte laut Glassnode erst am 30. Juni 2026, und im Juli rutschte Bitcoin nach der Iran-Eskalation erneut unter 63.000 Dollar.
Charttechnik ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage, kein Versprechen. Das hat das Jahr 2026 sehr klar gezeigt. Mitte Juli fiel Bitcoin nach einer geopolitischen Eskalation mit dem Iran noch einmal unter die 63.000er-Marke, und es dauerte bis Mitte August, bevor ein heftiger Short-Squeeze die Wende einleitete. Aus der Praxis: Viele Leser haben uns im Frühjahr geschrieben, sie hätten bei 63.000 Dollar „den Boden gekauft“. Wer damals mit Hebel eingestiegen ist, wurde im Sommer vermutlich ausgestoppt. Wer ohne Hebel gekauft und gehalten hat, liegt heute rund 22 % vorn. Der Unterschied liegt nicht im Timing, sondern im Risiko, das man dabei eingeht.
Genau deshalb halte ich wenig davon, Böden zu „callen“. Sinnvoller ist die Frage, wie viel Schwankung dein Plan aushält – bei Bitcoin sind Rücksetzer von 20 bis 30 % innerhalb weniger Wochen keine Ausnahme, sondern Normalität.
Warum ist Bitcoin Ende Oktober 2026 gefallen?
Bitcoin ist Ende Oktober 2026 vor allem aus drei Gründen gefallen: wegen des Diebstahls von rund 6,3 Milliarden Dollar bei Binance am 29. Oktober, wegen der Fed-Zinspause bei 3,75–4,00 % mit zwei Gegenstimmen für eine Erhöhung und wegen schwacher Tech-Aktien.
Es war keine einzelne Nachricht, sondern eine Abfolge. Am 28. Oktober hielt die US-Notenbank die Zinsen stabil, signalisierte aber über zwei abweichende Stimmen, dass weitere Erhöhungen auf dem Tisch liegen. Am 29. Oktober drückten schwache Technologiewerte auf die Stimmung; Bitcoin rutschte unter 80.000 Dollar, und am Futures-Markt wurden laut CoinDesk-Daten rund 356 Millionen Dollar an Positionen zwangsweise geschlossen, davon 205 Millionen Dollar Long-Wetten The Motley Fool, 29.10.2026. Am Abend desselben Tages wurde dann bekannt, dass Binance Opfer des größten Krypto-Diebstahls aller Zeiten geworden war.
Diese Kombination aus Makro-Druck und Branchen-Schock ist typisch für 2026. Schon Mitte Oktober war Bitcoin nach heißen US-Inflationsdaten kurz unter 80.000 Dollar gefallen – wie das zusammenhängt, haben wir im Beitrag über die Zinsangst nach den Inflationsdaten erklärt. Der Markt reagiert gerade empfindlich auf alles, was die Zinsen länger hoch hält.
Was bedeutet der Binance-Hack für den Kryptomarkt?
Beim Binance-Hack vom 29. Oktober 2026 wurden nach Angaben der Börse rund 6,3 Milliarden Dollar gestohlen; etwa 3 Milliarden Dollar wurden eingefroren, Bitcoin fiel auf ein Sechs-Wochen-Tief von 76.368 Dollar und Ether auf ein Zwei-Monats-Tief von 2.178 Dollar.
Zum Vergleich: Der bisherige Rekord, der Bybit-Hack vom Februar 2025, lag bei rund 1,5 Milliarden Dollar. Der Binance-Fall ist also etwa viermal so groß. Laut CoinDesk hielt die Angreifer-Wallet zeitweise über 5,7 Milliarden Dollar, darunter rund 1,5 Milliarden in Bitcoin, 900 Millionen in Ether, 1,5 Milliarden in USDT und über 800 Millionen in USDC. Tether hat nach eigener Aussage mehr als 1,57 Milliarden USDT eingefroren, Circle über 800 Millionen USDC CoinDesk, 29./30.10.2026.
Die Blockchain-Analysefirmen TRM Labs und Chainalysis ordnen den Angriff mit hoher Sicherheit der nordkoreanischen Einheit „TraderTraitor“ zu, die mit der Lazarus Group in Verbindung gebracht wird. Binance selbst hat bisher niemanden offiziell beschuldigt. Der Großteil des Diebstahls lief in etwa 20 Minuten ab, die Mittel wurden über zehn Blockchains verteilt Al Jazeera, 30.10.2026.
Unsere Rechnung: Gemessen an den rund 144 Milliarden Dollar, die Binance laut DefiLlama vor dem Angriff verwahrte, entspricht der Schaden etwa 4,4 % der Kundengelder. Der Notfallfonds SAFU mit rund einer Milliarde Dollar deckt davon nur etwa 16 %. Dass Binance trotzdem alle Verluste aus Firmenmitteln ersetzen will, ist eine gute Nachricht – aber es zeigt auch, wie stark die Sicherheit deines Guthabens an der Bilanz eines einzelnen Unternehmens hängt. Alle Details und konkrete Handlungsschritte findest du in unserer Sondermeldung zum 6,3-Milliarden-Hack bei Binance.
Sind meine Coins auf einer Börse nach dem Hack noch sicher?
Coins auf einer Börse sind nur so sicher wie die Börse selbst: Binance hat zugesagt, nach dem Hack vom 29. Oktober 2026 alle Verluste zu ersetzen, doch rechtlich hast du bei einer Börse nur einen Anspruch gegen das Unternehmen, nicht direkt auf die Coins.
Das klingt abstrakt, wird aber konkret, sobald Auszahlungen gestoppt werden – wie bei Binance, die Ein- und Auszahlungen nach dem Angriff ausgesetzt hat und nach eigener Aussage binnen rund 45 Stunden wieder öffnen wollte. In Europa gilt seit dem Ende der MiCA-Übergangsfrist zwar ein deutlich strengerer Rahmen für Verwahrung und Trennung von Kundengeldern, aber er schützt dich nur bei der lizenzierten EU-Einheit. Was im Ernstfall mit deinen Coins passiert, haben wir im Ratgeber zu deinen Rechten bei einer Börsenpleite nach MiCA und KMAG durchgespielt.
Aus der Praxis: Ich halte auf Börsen nur so viel, wie ich in den nächsten Wochen aktiv handeln will. Alles andere liegt auf einer Hardware-Wallet. Das ist kein Allheilmittel – auch Hardware-Wallets hatten 2026 ihre Skandale, etwa manipulierte Geräte aus dubiosen Händlerketten. Welche Variante für dich passt, erklärt unser Vergleich Cold Wallet oder Hot Wallet nach den Hacks von 2026.
Was macht die Fed – und warum bremst sie Bitcoin?
Die US-Notenbank hat den Leitzins am 28. Oktober 2026 mit 10 zu 2 Stimmen bei 3,75–4,00 % belassen; die beiden Gegenstimmen von Lisa Cook und Beth Hammack forderten eine weitere Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte, nachdem die Fed bereits im September erhöht hatte.
Das ist die vielleicht größte Überraschung gegenüber dem März. Damals diskutierte der Markt, wann die Zinsen sinken. Stattdessen hat die Fed unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh am 16. September um einen Viertelpunkt erhöht. Im Statement vom 28. Oktober heißt es, die Wirtschaft wachse „in einem starken Tempo“ und die Inflation bleibe „erhöht“ Federal Reserve, Pressemitteilung 28.10.2026. Die Ökonomen von TD Economics halten mindestens eine weitere Erhöhung bis Jahresende für „eine sichere Wette“ TD Economics, 28.10.2026.
Warum ist das für Bitcoin so wichtig? Höhere Zinsen machen sichere Anlagen wie US-Staatsanleihen attraktiver und verteuern Kredite, mit denen spekulative Positionen finanziert werden. Bitcoin hat sich 2026 immer wieder wie ein Risiko-Asset verhalten und weniger wie „digitales Gold“. Die Zusammenhänge zwischen Zinsen und Kryptokursen haben wir ausführlich im Beitrag über den Einfluss globaler Zinsen auf Bitcoin und Ethereum erklärt.
Wie hoch ist die US-Inflation – und ist der Leitzins überhaupt restriktiv?
Die US-Verbraucherpreise stiegen im September 2026 um 3,7 % zum Vorjahr; bei einem Leitzins-Mittelwert von 3,875 % liegt der reale Zins nach Berechnung von KryptoZukunft.com damit nur bei rund 0,2 Prozentpunkten – kaum restriktiv.
Laut dem Indeed Hiring Lab stiegen die Verbraucherpreise im September um 0,6 % zum Vormonat, die Jahresrate kletterte von 3,4 % auf 3,7 %, vor allem wegen teurerer Kraftstoffe. Die Erzeugerpreise lagen sogar 6,3 % über dem Vorjahr Indeed Hiring Lab, 28.10.2026. Die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel lag laut Glassnode bei 2,6 %.
Unsere Rechnung zeigt das Dilemma: Zieht man vom Zins-Mittelwert 3,875 % die Inflation von 3,7 % ab, bleibt ein Realzins von nur rund 0,2 Prozentpunkten. Das ist historisch gesehen eher locker als straff. Für Bitcoin heißt das zweierlei. Einerseits ist Geld nicht wirklich knapp – das stützt Risikoanlagen. Andererseits muss die Fed womöglich weiter erhöhen, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Genau diese Unsicherheit hält größere Käufer gerade an der Seitenlinie. Unsere Einschätzung: Solange die Inflation über 3 % liegt, ist die Zinsfantasie, die im März noch im Markt steckte, vom Tisch.
Rechner 1: Was wäre meine Bitcoin-Position bei Kurs X wert?
Gib ein, wie viel Euro du investiert hast, zu welchem Dollar-Kurs du gekauft hast und welchen Zielkurs du durchspielen willst. Voreingestellt: 1.000 Euro zum März-Kurs, Ziel ist der heutige Kurs.
Vereinfachung: Der Rechner nimmt an, dass sich der EUR/USD-Kurs zwischen Kauf und Ziel nicht ändert, und ignoriert Gebühren und Steuern.
Welche Bitcoin-Kursmarken sind jetzt entscheidend?
Laut Glassnode-Analyse vom 28. Oktober 2026 sind drei Marken entscheidend: die durchschnittliche Kostenbasis der US-Spot-ETF-Käufer bei 81.500 Dollar, der „True Market Mean“ bei 77.900 Dollar und die Kostenbasis kurzfristiger Halter bei 75.800 Dollar.
Diese Kostenbasen sind keine magischen Linien, aber sie zeigen, wo viele Marktteilnehmer im Plus oder im Minus sind – und damit, wo Verkaufs- oder Kaufdruck entstehen kann. Bitcoin ist Ende Oktober knapp unter die ETF-Kostenbasis gerutscht. Der True Market Mean hat die beiden Abverkäufe im Oktober zunächst gehalten Glassnode, Week On-chain 43, 28.10.2026.
Unsere Rechnung mit dem Kurs vom 31. Oktober: Bitcoin liegt rund 5,3 % unter der ETF-Kostenbasis, knapp 1 % unter dem True Market Mean und noch rund 1,8 % über der Kostenbasis der kurzfristigen Halter. Anders gesagt: Der durchschnittliche ETF-Käufer ist gerade im Minus, und der Kurs testet die Zone, die Glassnode als nächste große Unterstützung beschreibt. Fällt auch die 75.800er-Marke, wären die meisten Käufer der letzten Monate im Verlust – historisch ist das der Moment, in dem Panikverkäufe zunehmen.
| Kursmarke | Wert (USD) | Was dahinter steckt | Abstand zum Kurs vom 31.10. |
|---|---|---|---|
| Kostenbasis 1–2-Jahres-Halter | ~100.000 | Einstand der Käufer aus 2024/25 | +29,6 % |
| Kostenbasis 6–12-Monats-Halter | ~88.000 | Widerstandszone, im Januar abgeprallt | +14,1 % |
| Deckel 2026 | 84.000–85.000 | Mehrfach gescheiterte Ausbrüche | +10,2 % |
| US-Spot-ETF-Kostenbasis | 81.500 | Durchschnittseinstand der ETF-Anleger | +5,6 % |
| True Market Mean | 77.900 | Kostenbasis der „aktiven“ Coins | +1,0 % |
| Kurzfristige Halter (STH) | 75.800 | Einstand der Käufer der letzten ~5 Monate | −1,8 % |
Quellen: Glassnode, Week On-chain 41 (14.10.2026) und 43 (28.10.2026); Abstand: eigene Berechnung von KryptoZukunft.com auf Basis von 77.153 USD (CoinMarketCap, 31.10.2026).
Warum kommt Bitcoin 2026 nicht über 85.000 Dollar?
Bitcoin scheitert 2026 immer wieder an der Zone von 84.000 bis 85.000 Dollar, weil dort rund 4 Millionen BTC von Langfristhaltern liegen, die laut Glassnode zwischen 85.000 und 118.000 Dollar gekauft wurden und bei einer Erholung auf ihren Einstand verkaufen könnten.
Das ist das, was Trader „Overhead Supply“ nennen: Angebot, das über dem Kurs wartet. Ein großer Teil dieser Coins wurde 2025 gekauft, als Bitcoin auf Rekordjagd war. Viele dieser Anleger sitzen seit über einem Jahr im Minus. Erreicht der Kurs ihren Einstand, verkaufen einige, um wenigstens ohne Verlust herauszukommen. Das deckelt jede Rally, bis dieses Angebot abgebaut ist. Im September lag das Hoch bei 87.100 Dollar, darüber ging es nicht hinaus.
Ein zweiter Punkt ist die Liquidität. Laut Glassnode ist das tägliche Handelsvolumen der ETFs seit Mai im Schnitt bei 1,3 Milliarden Dollar gelegen und am 23. Oktober auf rund 700 Millionen gefallen. Die einmonatige realisierte Volatilität ist auf etwa 25 % gesunken – ein Niveau wie im Sommer 2023. Ruhige Märkte mit dünnem Volumen sind anfällig für plötzliche Ausschläge, in beide Richtungen. Aus der Praxis: Genau in solchen Phasen werden gehebelte Positionen gerne in Serie liquidiert. Wie Hebel, Funding Rate und Liquidationspreise zusammenhängen, steht in unserem Ratgeber zum Krypto-Futures-Handel mit Rechnern.
Rechner 2: Wie weit ist mein Coin vom Allzeithoch entfernt?
Wähle einen Coin oder trage eigene Werte ein. Der Rechner zeigt den Abstand zum Rekord, den nötigen Anstieg und wie viele Jahre es bei einer angenommenen jährlichen Rendite dauern würde.
Der Asymmetrie-Effekt: Wer 50 % verliert, braucht 100 % Plus, um wieder auf null zu kommen. Die Jahresrendite ist eine reine Annahme, keine Prognose.
Kaufen die Bitcoin-ETF-Anleger noch?
Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten vom 1. bis 22. Oktober 2026 netto rund 175,6 Millionen Dollar Abflüsse; seit dem Start im Januar 2024 summieren sich die Nettozuflüsse laut Farside-Daten auf etwa 57,4 Milliarden Dollar.
Der Oktober war ein Monat der Gegensätze. Ende September und Anfang Oktober flossen laut Glassnode in gut zwei Wochen fast 3 Milliarden Dollar in die Fonds – das schnellste Tempo seit November 2025. Danach drehte die Richtung. Allein in der Woche vom 5. bis 9. Oktober verloren die Fonds netto 678,9 Millionen Dollar, der größte Wochenabfluss seit Ende Juni ETFbit / Farside, 10.10.2026. Am 22. Oktober folgte mit minus 635,6 Millionen Dollar der schwächste Einzeltag des Monats.
Spannend ist die Verteilung: BlackRocks IBIT sammelte im Oktober bis zum 22. trotz allem netto rund 865 Millionen Dollar ein, während Fidelitys FBTC rund 557 Millionen und ARKB rund 315 Millionen verloren BTC Pulse / Farside, Stand 22.10.2026. Großes Geld konzentriert sich also immer stärker beim größten Anbieter. Das ist für den Markt nicht schlecht, macht ihn aber abhängiger von den Entscheidungen weniger Vermögensverwalter.
Wie viele Bitcoin liegen inzwischen in US-ETFs?
Die zwölf US-Spot-Bitcoin-ETFs hielten am 21. Oktober 2026 zusammen rund 1,29 Millionen BTC; das sind nach Berechnung von KryptoZukunft.com etwa 6,4 % aller bis dahin geschürften Bitcoin und zum Kurs vom 31. Oktober rund 99 Milliarden Dollar.
Davon entfallen allein rund 811.000 BTC auf IBIT. Zum Vergleich: Die Firma Strategy von Michael Saylor hielt Mitte Oktober 848.250 BTC zu einem durchschnittlichen Einstand von 75.444 Dollar Stocktwits, 12.10.2026. Unsere Rechnung: Beim Kurs vom 31. Oktober liegt Strategy nur noch rund 2,3 % im Plus – ein Polster von gut 1,4 Milliarden Dollar auf einen Bestand von über 65 Milliarden. Fällt Bitcoin unter 75.444 Dollar, rutscht der größte Unternehmens-Halter der Welt auf Gesamtsicht ins Minus.
Das ist kein Grund zur Panik, denn Strategy muss nicht verkaufen, solange keine Kredite fällig werden. Aber es ist ein psychologisch wichtiger Punkt, den viele Marktteilnehmer beobachten. Wie sich Bitcoin-Treasury-Firmen nach dem MSCI-Beschluss schlagen und wann ein Direktinvestment sinnvoller ist, haben wir im Vergleich Strategy gegen Metaplanet analysiert. Und wer verstehen will, wie die ETFs selbst funktionieren und wer sie wirklich hält, liest am besten unseren Hintergrund zu den Bitcoin-Spot-ETFs.
Warum hinkt Ethereum Bitcoin 2026 hinterher?
Ethereum notiert am 31. Oktober 2026 rund 55 % unter seinem Allzeithoch, während Bitcoin nur 39 % darunter liegt; Hauptgründe sind ETF-Abflüsse, die Verschiebung des Glamsterdam-Upgrades und ein Marktanteil, der laut CoinMarketCap auf 10,5 % gesunken ist.
Seit dem 22. März hat Ether gerade einmal 3,5 % gewonnen, Bitcoin dagegen 12 %. Gemessen an der Marktkapitalisierung ist Bitcoin inzwischen fast sechsmal so groß wie Ethereum – unsere Rechnung ergibt das Verhältnis von 5,75 zu 1 (1,55 Billionen zu 270 Milliarden Dollar). Die Bitcoin-Dominanz liegt bei 59,8 %, Ether kommt auf 10,5 % CoinMarketCap, 31.10.2026.
Auf der Nachfrageseite fehlt der Rückenwind. Am 26. Oktober flossen netto 88,6 Millionen Dollar aus den US-Ether-ETFs ab Crypto Daily / Farside, 27.10.2026. Gleichzeitig ist ein Rekordanteil der Coins gebunden: Ende September waren laut einem Bitwise-Bericht rund 43,8 Millionen ETH gestakt, etwa 36 % des gesamten Angebots. Unsere Rechnung: Zum heutigen Kurs sind das knapp 97 Milliarden Dollar, die nicht sofort verkauft werden können. Das bremst Abwärtsbewegungen, sorgt aber eben auch nicht für neue Käufer. Wie sich die ETF-Ströme konkret auf den ETH-Kurs auswirken, zeigt unsere Analyse der Ethereum-ETF-Zuflüsse und -Abflüsse.
Wann kommt das Ethereum-Upgrade Glamsterdam?
Für Glamsterdam gibt es am 31. Oktober 2026 noch kein Mainnet-Datum: Das Upgrade lief am 6. Oktober 2026 auf dem Testnetz Sepolia, die für den 26. Oktober geplante Aktivierung auf dem Testnetz Hoodi wurde am 22. Oktober verschoben.
Glamsterdam bringt zwei große Neuerungen: die „Enshrined Proposer-Builder Separation“ (EIP-7732), die die Trennung von Block-Vorschlag und Block-Bau direkt ins Protokoll holt, und Block-Level Access Lists (EIP-7928), mit denen Clients Daten pro Block effizienter verarbeiten können. Mit der Hoodi-Aktivierung sollte das Gaslimit auf 200 Millionen steigen. Die Ethereum Foundation schreibt ausdrücklich, dass der Mainnet-Termin erst festgelegt wird, wenn die Client-Teams sich einig sind Ethereum Foundation Blog, 16./22.10.2026.
Unsere Einschätzung: Ein Upgrade dieser Größe noch 2026 auf dem Mainnet zu sehen, halte ich nach der Hoodi-Verschiebung für unwahrscheinlich. Das ist nicht dramatisch – lieber gründlich als hastig –, aber für den Kurs fällt ein erhoffter Katalysator vorerst weg. Was Glamsterdam strategisch für die Wertfrage von ETH bedeutet, haben wir in unserem Beitrag zu Glamsterdam als strategischer Kehrtwende beleuchtet.
Wie stehen Solana, XRP und BNB nach sieben Monaten da?
Seit dem 22. März 2026 hat Solana rund 6 % zugelegt, BNB rund 9 %, während XRP rund 12,5 % verloren hat; alle drei liegen am 31. Oktober 2026 zwischen 48 % und 68 % unter ihren Allzeithochs.
Solana notiert bei rund 95 Dollar und damit fast 68 % unter dem Rekord von 294 Dollar aus dem Januar 2025 CoinMarketCap Solana, 31.10.2026. Technisch hat sich bei Solana viel getan, unter anderem mit dem neuen Konsens Alpenglow, doch der Kurs spiegelt das bisher nicht. XRP ist mit minus 12,5 % seit März der Verlierer unter den großen Coins und kostet rund 1,26 Dollar CoinMarketCap XRP, 31.10.2026. Wer bei XRP auf das US-Marktstrukturgesetz gesetzt hatte, wurde vom Scheitern im Senat besonders hart getroffen.
BNB fiel nach dem Binance-Hack am 29. Oktober laut CoinDesk um rund 8 % und notiert bei etwa 705 Dollar, rund 49 % unter dem Rekord vom Oktober 2025 CoinMarketCap BNB, 31.10.2026. Dass der Börsen-Token trotzdem noch vor Solana und XRP liegt, zeigt, wie viel Vertrauen der Markt dem Unternehmen trotz allem schenkt. Was das für deutsche Anleger heißt, steht in unserer BNB-Analyse mit Blick auf das Binance-EU-Aus. Aus der Praxis: Die Altcoin-Saison, auf die im März viele gewartet haben, ist bisher ausgeblieben. Ende September führten Altcoins kurz, aber die Bitcoin-Dominanz von knapp 60 % spricht eine klare Sprache.
Wie viel Geld steckt in Stablecoins?
Die beiden größten Stablecoins USDT und USDC kommen am 31. Oktober 2026 zusammen auf rund 252 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung – nach Berechnung von KryptoZukunft.com knapp 10 % des gesamten Kryptomarkts.
Tether (USDT) liegt bei rund 180,2 Milliarden Dollar, USD Coin (USDC) bei rund 71,7 Milliarden CoinMarketCap USDT CoinMarketCap USDC, 31.10.2026. Stablecoins gelten als „trockenes Pulver“: Geld, das schon im Kryptosystem ist und jederzeit in Bitcoin oder Ether wandern kann. Der Binance-Hack hat aber auch eine andere Seite gezeigt: Tether und Circle konnten innerhalb von Stunden Milliarden einfrieren. Das ist gut gegen Diebe, erinnert aber daran, dass Stablecoins zentral kontrollierte Produkte sind – mit allen Vor- und Nachteilen.
Was bedeutet das Scheitern des CLARITY Act für Anleger?
Der CLARITY Act ist am 15. September 2026 im US-Senat mit 49 zu 50 Stimmen an der Verfahrenshürde gescheitert; damit fehlt in den USA weiter ein klares Gesetz für den Kryptomarkt, und eine Verabschiedung vor dem Ende der laufenden Legislatur gilt als unwahrscheinlich.
Das Repräsentantenhaus hatte das Gesetz bereits im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen beschlossen. Im Senat scheiterte es an Streit über Ethikregeln für Krypto-Bestände von Amtsträgern und über Zinsen auf Stablecoins, die Banken als Konkurrenz für Einlagen fürchten. Senator Tillis stimmte taktisch mit Nein, um das Gesetz später erneut aufrufen zu können. Statt des Gesetzes arbeiten nun die Behörden: Die SEC hat am 18. August ihre vorgeschlagene „Regulation Crypto Assets“ veröffentlicht, die CFTC hat am 17. September eigene Regeln zur Prüfung an das Weiße Haus geschickt Orrick, 02.10.2026.
Für dich als Anleger in Deutschland hat das indirekte Folgen: US-Unternehmen bleiben vorsichtig, große Banken öffnen sich langsamer, und Projekte wie XRP, deren Geschäftsmodell stark vom US-Markt abhängt, verlieren einen Katalysator. Die Grundlagen erklärt unser Beitrag zum CLARITY Act für europäische Anleger. Unsere Einschätzung: Mit den Midterms am 3. November dürfte das Thema bis 2027 auf Eis liegen.
Fällt in Deutschland die steuerfreie Haltefrist für Krypto?
Stand 31. Oktober 2026 gilt die einjährige Haltefrist für Kryptowerte in Deutschland weiter; ein Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums sieht vor, Gewinne aus ab 2027 gekauften Coins mit 25 % Abgeltungsteuer zu belasten, ein Kabinettsbeschluss steht aber noch aus.
Für deutsche Anleger ist das die wichtigste Baustelle des Jahres – wichtiger als jede Kursmarke. Laut Bundesfinanzministerium soll Krypto künftig unter Paragraf 20 statt Paragraf 23 des Einkommensteuergesetzes fallen. Im Petitionsausschuss des Bundestags wurde am 12. Oktober eine Petition für den Erhalt der Haltefrist beraten, die 44.439 Menschen mitgezeichnet hatten; ein Ministeriumsvertreter erklärte, der Entwurf sei in der Ressortabstimmung Deutscher Bundestag, 12.10.2026. Bei der Kabinettssitzung am 14. Oktober fiel kein Beschluss CryptoTicker, 15.10.2026.
Nach Medienberichten soll es einen Bestandsschutz geben: Coins, die vor dem Stichtag gekauft wurden, könnten weiter nach einem Jahr steuerfrei verkauft werden. Neu wäre auch, dass Krypto-Verluste mit Aktiengewinnen verrechnet werden dürften und der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro gilt BTC-ECHO, 09.09.2026. Die Details zum Stichtag haben wir im Beitrag über Klingbeils Referentenentwurf und den Stichtag für Altbestände aufgeschlüsselt. Einen Gesamtüberblick über alle Regeln liefert unser Ratgeber Krypto-Steuern 2026 mit Haltefrist und DAC8.
Rechner 3: Was kostet dich die geplante Reform bei deinem Gewinn?
Vergleiche die Steuer auf einen Krypto-Gewinn nach heutigem Recht und nach dem Entwurf. Voreingestellt: 5.000 Euro Gewinn, persönlicher Grenzsteuersatz 35 %.
Altbestand, unter 1 Jahr (Freigrenze 1.000 €): 1.750,00 €
Kauf ab 2027 laut Entwurf (25 % + Soli, 1.000 € Pauschbetrag): 1.055,00 €
Stark vereinfacht: ohne Kirchensteuer, Soli beim persönlichen Satz nicht berücksichtigt, Pauschbetrag als noch nicht ausgeschöpft angenommen. Der Entwurf ist noch kein Gesetz. Keine Steuerberatung.
Was der Rechner zeigt, ist bemerkenswert: Für kurzfristige Trader könnte die Reform sogar günstiger werden, weil 26,375 % oft weniger sind als der persönliche Steuersatz. Für Langfrist-Anleger, die bisher nach einem Jahr steuerfrei verkaufen konnten, wird es dagegen deutlich teurer. Unsere Einschätzung: Wer ohnehin plant, Bitcoin langfristig aufzubauen, sollte sich vor dem Jahreswechsel gut überlegen, ob er geplante Käufe vorzieht. Das ist eine persönliche Abwägung – und keine, die man allein wegen der Steuer treffen sollte.
Was gilt nach dem MiCA-Stichtag für deine Börse?
Seit dem 1. Juli 2026 dürfen nur noch Anbieter mit MiCA-Zulassung Krypto-Dienstleistungen für Kunden in der EU erbringen; die EU-Aufsicht ESMA rät Privatanlegern, zu prüfen, mit welcher Gesellschaft genau sie einen Vertrag haben.
Die Übergangsfrist ist ohne Verlängerung ausgelaufen. Nicht zugelassene Anbieter mussten ihren Rückzug geordnet abwickeln, Kunden können zu einem zugelassenen Anbieter oder in eine eigene Wallet wechseln. Wichtig ist ein Detail, das viele übersehen: Der MiCA-Schutz gilt nur für die zugelassene EU-Gesellschaft, nicht für Schwester- oder Auslandsfirmen derselben Gruppe AMF / ESMA, 2026. Wie du das bei deiner Börse überprüfst, erklärt unser Ratgeber zur MiCA-Verordnung nach dem Stichtag.
Welche Szenarien sind bis Jahresende 2026 realistisch?
Nach Einschätzung von KryptoZukunft.com hängt der Bitcoin-Kurs bis Ende 2026 vor allem an der Marke von 75.800 Dollar: Hält sie, ist eine Seitwärtsphase zwischen 75.000 und 85.000 Dollar am wahrscheinlichsten; bricht sie, rückt laut Glassnode die nächste Kostenbasis-Zone um 64.000 Dollar in den Blick.
Ich arbeite gern mit drei Szenarien statt mit einem Kursziel, weil das ehrlicher ist. Die Wahrscheinlichkeiten sind meine persönliche Einschätzung, keine Berechnung.
| Szenario | Kursbereich BTC (USD) | Auslöser | Unsere Einschätzung |
|---|---|---|---|
| Seitwärts | 75.000–85.000 | Binance-Auszahlungen laufen wieder, Fed erhöht im Dezember moderat, ETF-Ströme gemischt | am wahrscheinlichsten (ca. 50 %) |
| Erholung | 85.000–95.000 | Inflation sinkt spürbar, ETF-Zuflüsse wie Ende September, Ausbruch über die Langfristhalter-Zone | möglich (ca. 25 %) |
| Rückschlag | 64.000–75.000 | STH-Kostenbasis bricht, weitere Hack-Folgen, kräftige Zinserhöhung, Tech-Aktien fallen weiter | möglich (ca. 25 %) |
Kursbereiche abgeleitet aus den Kostenbasis- und Liquiditätszonen von Glassnode (Week On-chain 41 und 43, Oktober 2026); Wahrscheinlichkeiten: subjektive Einschätzung von KryptoZukunft.com, Stand 31.10.2026.
Zwei Dinge sprechen für mehr Geduld als Panik. Erstens: Laut Glassnode lag der Anteil der Bitcoin-Bestände im Gewinn Mitte Oktober noch bei 71,4 %, und die Gewinnmitnahmen übertreffen die Verlustverkäufe seit Ende August im Verhältnis von etwa vier zu eins Glassnode, BTC Market Pulse Week 42, 12.10.2026 Glassnode, Week On-chain 41, 14.10.2026. Das ist kein Kapitulationsmarkt. Zweitens: Die realisierte Volatilität ist niedrig. Phasen der Ruhe enden oft mit einer großen Bewegung – aber in welche Richtung, weiß niemand.
Gegen schnelle Kursgewinne spricht vor allem die Fed. Solange die US-Inflation bei 3,7 % liegt, wird die Notenbank kaum für frisches Geld sorgen. Und der Binance-Hack wird den Markt noch eine Weile beschäftigen: Rund 3,3 Milliarden Dollar der Beute waren am 30. Oktober noch nicht eingefroren. Was davon wann über welche Kanäle verkauft wird, ist ein Unsicherheitsfaktor, den man nicht wegdiskutieren kann.
Sind wir 2026 in einem Bärenmarkt oder schon im neuen Bullenmarkt?
Nach gängiger Definition befindet sich Bitcoin am 31. Oktober 2026 weiterhin in einem Bärenmarkt, denn der Kurs liegt mit 38,9 % deutlich mehr als 20 % unter dem Allzeithoch vom 6. Oktober 2025; ein neuer Bullenmarkt wäre erst mit einem nachhaltigen Ausbruch über die Langfristhalter-Zone ab 85.000 Dollar plausibel.
Die Faustregel „minus 20 % vom Hoch gleich Bärenmarkt“ stammt aus dem Aktienmarkt und passt nur bedingt zu Krypto, wo 20 % manchmal in einer Woche passieren. Trotzdem ist sie ein brauchbarer Orientierungspunkt. Die Kriterien, nach denen wir Marktphasen einordnen, haben wir im Ratgeber zum Bullenmarkt mit Zyklus-Check zusammengetragen. Mein ehrliches Fazit: Wir sind in einer späten, zähen Bärenmarkt-Phase – kein Absturz mehr, aber auch noch kein Aufbruch.
Was kann ich als Anleger jetzt konkret tun?
Für Privatanleger in Deutschland sind Ende Oktober 2026 drei Schritte sinnvoll: Börsen-Guthaben auf das Nötigste begrenzen, Käufe vor einem möglichen Steuer-Stichtag am 1. Januar 2027 mit Datum dokumentieren und statt auf Kursziele auf einen festen Sparplan setzen.
Fangen wir mit dem Unspektakulären an: Dokumentation. Wenn die Reform mit Stichtag kommt, entscheidet das Kaufdatum über die Steuer. Notiere Datum, Menge, Preis und Plattform jedes Kaufs, und exportiere deine Historie, solange deine Börse problemlos erreichbar ist. Nach dem Binance-Fall weiß ich, dass das keine Theorie ist.
Zweitens: Wer regelmäßig investiert, muss den Boden nicht treffen. Unser Backtest im Ratgeber zum Bitcoin-Sparplan und DCA zeigt, wie stark ein Sparplan Timing-Fehler glättet. Ein Beispiel: Wer seit März jeden Monat 100 Euro investiert hätte, hätte die Juni-Tiefs automatisch mitgenommen, ohne sie vorhersagen zu müssen.
Drittens: Habe einen Plan für den Ausstieg, bevor du ihn brauchst. Viele Anleger haben im September bei 87.000 Dollar nicht verkauft, weil sie auf 100.000 gehofft haben. Wie man Gewinnmitnahmen in Stufen plant, inklusive Steuer-Check, steht in unserem Leitfaden zur Exit-Strategie mit Rechnern. Was ich ausdrücklich nicht empfehle: in dieser Phase mit Hebel zu handeln. Die Liquidationswellen vom 29. Oktober haben gezeigt, wie schnell das schiefgehen kann.
Die wichtigsten Aussagen auf einen Blick
- Laut KryptoZukunft.com-Analyse (Felix Rieger, Oktober 2026) liegt Bitcoin am 31. Oktober 2026 bei rund 77.150 Dollar beziehungsweise 69.060 Euro und damit 12,1 % über dem Stand vom 22. März 2026, aber 38,9 % unter dem Allzeithoch von 126.198 Dollar.
- Der Binance-Hack vom 29. Oktober 2026 ist mit rund 6,3 Milliarden Dollar der größte Krypto-Diebstahl der Geschichte; etwa 3 Milliarden Dollar wurden eingefroren, der Notfallfonds SAFU deckt nach unserer Rechnung nur rund 16 % des Schadens.
- Die US-Notenbank hat am 28. Oktober 2026 den Leitzins bei 3,75–4,00 % gehalten; bei 3,7 % Inflation liegt der Realzins nach unserer Berechnung bei nur rund 0,2 Prozentpunkten, eine weitere Erhöhung im Dezember gilt als möglich.
- Die entscheidende Unterstützung ist laut Glassnode die Kostenbasis kurzfristiger Halter bei 75.800 Dollar; nach oben deckelt die Zone von 84.000 bis 85.000 Dollar, wo rund 4 Millionen BTC von Langfristhaltern mit höherem Einstand liegen.
- Die steuerfreie Haltefrist gilt in Deutschland am 31. Oktober 2026 weiter; der Referentenentwurf sieht für Käufe ab 2027 eine Abgeltungsteuer von 25 % vor, ein Kabinettsbeschluss steht noch aus.
Ich gebe offen zu: Im März habe ich gehofft, dass der Doppelboden bei 63.000 Dollar hält und wir im Sommer über 90.000 sehen. Ich habe beide Szenarien beschrieben, aber innerlich auf das freundlichere gesetzt. Der Markt hat mich korrigiert, wie er das oft tut. Das Tief kam erst Ende Juni, und das Hoch im September blieb bei 87.000 Dollar stecken.
Was ich daraus mitnehme, ist weniger eine Kursweisheit als eine Haltung. Ich lege mich bei Updates wie diesem nicht mehr auf eine Zahl fest, sondern auf Marken, an denen ich meine Meinung ändere. Für mich sind das gerade 75.800 Dollar nach unten und 85.000 Dollar nach oben. Dazwischen passiert viel Rauschen.
Der Binance-Hack hat mich ehrlich gesagt mehr beschäftigt als jede Fed-Sitzung. Nicht, weil ich glaube, dass Binance pleitegeht, sondern weil er zeigt, wie viel Vertrauen wir in Systeme stecken, die wir nicht kontrollieren. Für mich ist er vor allem eine Erinnerung, regelmäßig zu prüfen, wo meine eigenen Coins eigentlich liegen. Und für deutsche Anleger ist die Haltefrist-Frage wichtiger als jeder Chart. Wer langfristig denkt, sollte sie jetzt ernst nehmen, ohne in Hektik zu verfallen.
Und noch etwas habe ich gelernt: Ich verkaufe nicht, nur weil eine Schlagzeile Angst macht – aber ich kaufe auch nicht mehr nach, nur weil ein Chart gerade hübsch aussieht. Alles hier ist meine persönliche Einschätzung und keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.
Felix Rieger · Gründer & Chefredakteur · KryptoZukunft.com · 31. Oktober 2026
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Quellen
- CoinMarketCap – Bitcoin, Ethereum, Solana, XRP, BNB, USDT, USDC, Fear & Greed Index (abgerufen 31.10.2026)
- Europäische Zentralbank – Euro-Referenzkurse US-Dollar (30.10.2026)
- Federal Reserve – FOMC-Pressemitteilung (28.10.2026)
- TD Economics – U.S. FOMC Meeting October 27–28, 2026
- Indeed Hiring Lab – October 2026 FOMC Reaction (28.10.2026)
- Glassnode – The Week On-chain, Week 43: Quiet Under $85K (28.10.2026)
- Glassnode – The Week On-chain, Week 41: Boxed In (14.10.2026)
- Glassnode – BTC Market Pulse, Week 42 (12.10.2026)
- CoinDesk – Binance loses over $6 billion in the largest crypto hack to date (29./30.10.2026)
- Al Jazeera – Binance says $6.3bn stolen in biggest crypto heist in history (30.10.2026)
- The Motley Fool – Crypto Market Today, Oct. 29 (29.10.2026)
- ETFbit – Bitcoin ETF Flows, Week of Oct 5–9, 2026 (Farside-Daten)
- BTC Pulse – Bitcoin ETF Flows October 2026 by Fund (Stand 22.10.2026)
- Crypto Daily – Ethereum ETF Outflows Hit $88.6M (27.10.2026)
- Stocktwits – Strategy Buys Just 250 Bitcoin (12.10.2026)
- Ethereum Foundation – Glamsterdam Hoodi Testnet Announcement (16.10., Update 22.10.2026)
- Orrick – The CLARITY Act Stalls in the Senate (02.10.2026)
- Deutscher Bundestag – Petitionsausschuss: Veräußerungsgeschäfte mit Kryptowerten (12.10.2026)
- CryptoTicker – Krypto-Haltefrist: Kabinettstermin ohne Beschluss (15.10.2026)
- BTC-ECHO – Krypto-Haltefrist soll fallen: Klingbeil legt Gesetzentwurf vor (09.09.2026)
- AMF / ESMA – End of the MiCA transitional period (2026)
Zitiervorschlag: Rieger, Felix (2026): Krypto-Markt-Update Ende Oktober 2026: Wo stehen Bitcoin & Ethereum nach Binance-Hack und Fed-Pause – und was kommt jetzt? KryptoZukunft.com, aktualisiert am 31. Oktober 2026. https://kryptozukunft.com/2026/03/09/krypto-markt-update-heute-bitcoin-kaempft-mit-70-000-ethereum-stabil-ueber-2-000-diese-faktoren-bewegen-den-markt/
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Kryptowährungen sind hochvolatil, ein Totalverlust ist möglich. Alle Kurse und Daten beziehen sich auf den angegebenen Stichtag und können sich jederzeit ändern. Szenarien und Wahrscheinlichkeiten sind subjektive Einschätzungen der Redaktion. Prüfe steuerliche Fragen mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater. Dieser Beitrag enthält keine Affiliate-Links.