Bitcoin in der Altersvorsorge 2026: Darf Krypto in den 401(k) – und warum bleibt es beim deutschen Altersvorsorgedepot draußen?
Inhaltsverzeichnis (28)
- Bitcoin in der Altersvorsorge 2026: Was Trumps 401(k)-Öffnung wirklich bringt – und warum Krypto beim deutschen Altersvorsorgedepot draußen bleibt
- Was hat Trump für den 401(k)-Markt tatsächlich beschlossen?
- Was ist ein 401(k)-Plan überhaupt – und wie groß ist der Markt?
- Darf man heute schon Bitcoin im 401(k) halten?
- Was steht in der Regel-Vorlage des US-Arbeitsministeriums vom März 2026?
- Was bedeuten die sechs Faktoren konkret für einen Bitcoin-Fonds?
- Ist die neue 401(k)-Regel schon in Kraft?
- Was ist aus dem CLARITY Act geworden – und spielt er für die Rente überhaupt eine Rolle?
- Wie viel Geld könnte realistisch aus US-Rentenkonten in Bitcoin fließen?
- Warum ist die Billionen-Erzählung trotzdem übertrieben?
- Was bedeutet der aktuelle Bitcoin-Kurs für Rentensparer?
- Welche Risiken sehen Kritiker – und welche davon sind berechtigt?
- Wie stark trifft ein Krypto-Crash ein Rentendepot?
- Was ändert sich durch die US-Pläne für Anleger in Deutschland?
- Darf Bitcoin ins neue Altersvorsorgedepot ab 2027?
- Wie hoch ist die staatliche Förderung im Altersvorsorgedepot?
- Lohnt sich ein Bitcoin-Sparplan neben dem geförderten Depot?
- Welche Rolle spielen Bitcoin-ETFs und ETPs für deutsche Sparer?
- Wie werden Krypto-Gewinne in der Altersvorsorge in Deutschland besteuert?
- Kann ich für meine Kinder Bitcoin als Altersvorsorge anlegen?
- Wie viel Krypto gehört in eine Altersvorsorge?
- Könnte der US-Staat selbst den Bitcoin-Markt stärker bewegen als die Rentenkonten?
- Was solltest du als deutscher Anleger jetzt konkret tun?
- Quiz: Hast du den 401(k)-Krypto-Stand verstanden?
- Häufige Fragen zu Bitcoin im 401(k) und in der Altersvorsorge
- Weiterlesen auf KryptoZukunft.com
- Quellen
- Ähnliche Beiträge
Bitcoin in der Altersvorsorge 2026: Was Trumps 401(k)-Öffnung wirklich bringt – und warum Krypto beim deutschen Altersvorsorgedepot draußen bleibt
Im Juli 2025 klang es nach einer Revolution: Billionen aus amerikanischen Rentenkonten sollten in Bitcoin fließen. Fünfzehn Monate später liegt ein Präsidentenerlass vor, eine Regel-Vorlage des US-Arbeitsministeriums wartet auf ihre Endfassung, der CLARITY Act ist im Senat gescheitert – und Bitcoin notiert rund 35 % unter seinem Rekord. Wir rechnen nach, wie viel Geld realistisch kommen kann, und erklären, was das alles für deine eigene Altersvorsorge in Deutschland bedeutet.
Die ursprüngliche Fassung dieses Artikels ist vor dem eigentlichen Erlass entstanden und enthielt mehrere Fehler, die wir hier offen benennen. Erstens haben wir die EU-Verordnung MiCA so dargestellt, als hätte der US-Kongress sie in der „Crypto Week“ verabschiedet – MiCA ist europäisches Recht und hat mit US-Rentenkonten nichts zu tun. Zweitens hieß das US-Gesetz nicht „Digital Markets Clarity Act“, sondern Digital Asset Market Clarity Act (CLARITY Act), und es ist im September 2026 im Senat gescheitert. Drittens war die Behauptung, Bitcoin habe über fünf Jahre im Schnitt mehr als 100 % pro Jahr gebracht, irreführend, und für angebliche Aussagen von Christine Lagarde sowie einen verlinkten Bloomberg-Bericht über Pensionsfonds-Wallets konnten wir keinen Beleg finden. Beides ist gestrichen.
Neu sind: der tatsächliche Erlass vom 7. August 2025, die Regel-Vorlage des US-Arbeitsministeriums vom 30. März 2026 mit ihrem Sechs-Faktoren-Test, der aktuelle Stand (noch keine Endfassung, Stand Oktober 2026), eigene Zufluss-Szenarien, der Vergleich mit dem deutschen Altersvorsorgedepot ab 2027 sowie drei Rechner.
Was hat Trump für den 401(k)-Markt tatsächlich beschlossen?
Am 7. August 2025 unterzeichnete Donald Trump die Executive Order 14330 „Democratizing Access to Alternative Assets for 401(k) Investors“, die das US-Arbeitsministerium beauftragt, innerhalb von 180 Tagen Regeln für alternative Anlagen – ausdrücklich auch aktiv gemanagte Vehikel mit digitalen Assets – in betrieblichen Rentenplänen zu klären.
Wichtig ist, was der Erlass nicht tut: Er verpflichtet keinen Arbeitgeber, Bitcoin anzubieten, und er schreibt keine Quote vor. Er ist eine Arbeitsanweisung an Behörden. In Abschnitt 3(a) definiert er „alternative Anlagen“ in sechs Gruppen: private Beteiligungen und Kredite, Immobilien, Rohstoffe, Infrastrukturprojekte, lebenslange Rentenstrategien – und „holdings in actively managed investment vehicles that are investing in digital assets“ Weißes Haus, EO 14330, 7.8.2025. Direkt gehaltene Bitcoin stehen dort nicht. Gemeint sind Fonds, in denen ein Verwalter Krypto beimischt.
Das klingt nach Haarspalterei, ist aber für die Praxis entscheidend. Ein Personalchef in Ohio wird seinen Mitarbeitern nicht plötzlich eine Wallet anbieten. Wenn überhaupt, landet Bitcoin über einen Mischfonds, einen Zielrentenfonds mit kleiner Krypto-Beimischung oder einen ETF im Fondsmenü. Genau deshalb sind die Fantasiezahlen vom Sommer 2025 – „Billionen fließen in Bitcoin“ – so schief. Der Erlass öffnet eine Tür. Durchgehen müssen die Treuhänder der Pläne, und die haben in den USA vor allem eines: Angst vor Sammelklagen.
Einordnen lässt sich der Erlass nur im größeren Bild von Trumps Krypto-Politik nach dem CLARITY-Aus: viel Symbolik, mehrere echte Verwaltungsschritte, aber wenig verabschiedete Gesetze. Der 401(k)-Erlass gehört zu den Verwaltungsschritten, und die sind in den USA leichter wieder zu ändern als ein Gesetz.
Was ist ein 401(k)-Plan überhaupt – und wie groß ist der Markt?
Ein 401(k)-Plan ist ein steuerbegünstigtes betriebliches Rentenkonto in den USA, in das Beschäftigte einen Teil ihres Gehalts einzahlen; laut Investment Company Institute lagen darin am 30. Juni 2026 rund 10,8 Billionen US-Dollar.
Der Name stammt aus Paragraf 401(k) des US-Steuergesetzes. Das Prinzip kennst du aus der deutschen Entgeltumwandlung: Ein Teil des Bruttolohns wandert in einen Sparplan, oft legt der Arbeitgeber etwas drauf („Match“). Anders als bei vielen deutschen Direktversicherungen entscheidet der Beschäftigte selbst, in welche Fonds aus einer vorgegebenen Liste sein Geld fließt. Diese Liste – im Fachjargon die „designated investment alternatives“ – stellt der Plan-Treuhänder zusammen, meist der Arbeitgeber mit einem Berater.
Die Dimension ist gewaltig. Die gesamten US-Altersvorsorgevermögen erreichten im zweiten Quartal 2026 nach ICI-Daten 51,2 Billionen Dollar, davon 19,9 Billionen in IRAs (private Rentenkonten) und 15 Billionen in beitragsorientierten Betriebsplänen; auf 401(k)-Pläne allein entfielen 10,8 Billionen PlanAdviser/ICI, 18.9.2026. Zum Vergleich: Die gesamte Marktkapitalisierung von Bitcoin lag am 23. Oktober 2026 bei etwa 1,63 Billionen Dollar CoinGecko, 23.10.2026. Der 401(k)-Topf ist also gut sechseinhalbmal so groß wie alle existierenden Bitcoin zusammen.
Unsere alte Version sprach noch von „9 Billionen“. Das war im Sommer 2025 ungefähr richtig – der Topf ist seitdem durch Kursgewinne an den Aktienmärkten und laufende Einzahlungen weiter gewachsen. Für deine Einordnung heißt das: Schon kleine Prozentsätze dieses Vermögens wären für den Bitcoin-Markt spürbar. Ob diese Prozentsätze aber jemals erreicht werden, ist eine ganz andere Frage.
Darf man heute schon Bitcoin im 401(k) halten?
Ja, Bitcoin war im 401(k) nie verboten: Fidelity bietet seit 2022 eine Bitcoin-Option an, bei der Beschäftigte bis zu 20 % ihres Guthabens anlegen dürfen – der Arbeitgeber muss sie aber freischalten, und genau daran scheiterte die Verbreitung bisher.
Im April 2022 kündigte Fidelity als erster großer Anbieter an, Bitcoin direkt im Fondsmenü verfügbar zu machen, ohne Umweg über ein Brokerage-Fenster. Arbeitnehmer sollten bis zu 20 % ihres Guthabens und ihrer laufenden Beiträge in Bitcoin stecken dürfen NPR, 26.4.2022. Die Kosten lagen laut Berichten bei 0,75 bis 0,9 % pro Jahr, Arbeitgeber durften niedrigere Obergrenzen festlegen, und als erster Kunde wurde ausgerechnet MicroStrategy genannt Money, 5.5.2022.
Die Reaktion aus Washington war damals frostig. Das Arbeitsministerium hatte kurz zuvor in einer Compliance-Mitteilung zu „extremer Vorsicht“ gemahnt, ein Beamter sprach von „grave concerns“. Für Treuhänder war das ein klares Signal: Wer Krypto anbietet, muss im Ernstfall vor Gericht erklären, warum. Genau diese Abschreckung hat die Regierung am 28. Mai 2025 zurückgenommen. Die damalige Warnung weiche vom neutralen, prinzipienbasierten Ansatz des Arbeitnehmer-Rentengesetzes ERISA ab, so das Ministerium; Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer formulierte es zugespitzt: Anlageentscheidungen sollten Treuhänder treffen, „not D.C. bureaucrats“ US-Arbeitsministerium, 28.5.2025.
Aus der Praxis: Neutral heißt nicht empfehlend. Die Rücknahme hat das Damoklesschwert entfernt, aber kein Sicherheitsnetz gespannt. Erst die Regel-Vorlage von 2026 versucht, Treuhändern so etwas wie Rechtssicherheit zu geben.
Was steht in der Regel-Vorlage des US-Arbeitsministeriums vom März 2026?
Die am 31. März 2026 im Federal Register veröffentlichte Regel-Vorlage „Fiduciary Duties in Selecting Designated Investment Alternatives“ (RIN 1210-AC38) schafft einen „Safe Harbor“: Wer bei der Fondsauswahl sechs Faktoren – Rendite, Gebühren, Liquidität, Bewertung, Benchmark und Komplexität – objektiv, gründlich und analytisch prüft, dessen Entscheidung gilt als vernünftig.
Das ist der eigentliche Kern der ganzen Geschichte, und er ist unspektakulärer, als die Schlagzeilen vermuten ließen. Die Vorlage nennt Bitcoin nicht als empfohlene Anlage. Sie beschreibt einen Prozess. Hält sich ein Treuhänder an diesen Prozess, soll ein Gericht seiner Entscheidung „erhebliche Zurückhaltung“ entgegenbringen Federal Register 91 FR 16088, 31.3.2026. In der Begründung wird klargestellt, dass digitale Assets im Sinne des Erlasses auch Kryptowährungen wie Bitcoin umfassen.
Vorgestellt wurde die Vorlage am 30. März 2026. Die Kommentarfrist lief bis zum 1. Juni 2026. SEC-Chef Paul Atkins nannte sie eine „long-overdue improvement“, Kritiker wie das Private Equity Stakeholder Project warnten, der Safe Harbor mache es Beschäftigten schwerer, gegen teure oder riskante Produkte zu klagen HR Dive, 31.3.2026.
Was bedeuten die sechs Faktoren konkret für einen Bitcoin-Fonds?
Nach Analyse von KryptoZukunft.com (Oktober 2026) schneidet ein börsengehandelter Bitcoin-Fonds bei Liquidität, Bewertung und Gebühren gut ab, bei Rendite-Stabilität und Benchmark aber schwach – der Safe Harbor macht Bitcoin also prüfbar, nicht automatisch geeignet.
| Faktor (DOL-Vorlage) | Was der Treuhänder prüfen muss | Bitcoin-ETF – unsere Einschätzung |
|---|---|---|
| Performance | Rendite über sinnvolle Zeiträume, risikobereinigt | Langfristig stark, aber extreme Schwankungen; Drawdowns von über einem Drittel binnen zwölf Monaten (aktuell −35 % zum Hoch) |
| Gebühren | Kosten im Vergleich zu Alternativen | Spot-ETFs sind günstig; Spezial-Lösungen wie Fidelitys Konto von 2022 lagen bei 0,75–0,9 % p. a. |
| Liquidität | Können Teilnehmer jederzeit raus? | Sehr gut – börsentäglich handelbar |
| Bewertung | Gibt es einen verlässlichen Marktpreis? | Ja, laufender Marktpreis; anders als bei Private Equity kein Bewertungsproblem |
| Benchmark | Womit vergleicht man? | Schwierig: Es gibt keinen akzeptierten „Krypto-Mischindex“ für Altersvorsorge |
| Komplexität | Verstehen Teilnehmer das Produkt? | Mittel; Verwahrung, Volatilität und Narrative sind erklärungsbedürftig |
Spannend ist, wer was kommentiert hat. Das CFA Institute konzentrierte sich in seiner Stellungnahme vom 29. Mai 2026 fast ausschließlich auf private Märkte: Bewertungskontrollen, Gebührentransparenz und die Sorge, 401(k)-Sparer könnten zum „off-ramp“ für unverkäufliche Private-Equity-Bestände werden CFA Institute, 29.5.2026. Die Krypto-Lobby des Crypto Council for Innovation wiederum forderte, dass „no innovative investment asset—including digital assets—can be singled out for discriminatory treatment“ CCI, 1.6.2026. Unsere Einschätzung: Das zeigt, wo das große Geld wirklich hinwill. Für die Fondsindustrie geht es vor allem um Private Equity und Private Credit. Krypto fährt in diesem Zug mit, ist aber nicht die Lokomotive.
Ist die neue 401(k)-Regel schon in Kraft?
Nein – Stand 23. Oktober 2026 ist die Regel des US-Arbeitsministeriums weiterhin nur ein Vorschlag; eine Endfassung war bis mindestens 10. Oktober 2026 nicht veröffentlicht, obwohl das Verfahren 47.104 Kommentare erhalten hat.
Die Zahl der Stellungnahmen ist bemerkenswert. Schon im Mai 2026 lagen knapp 37.000 Kommentare vor, deutlich mehr als bei der 2024 gekippten Treuhänder-Regel mit rund 20.000 401(k) Specialist, 21.5.2026. Das Federal-Register-Dossier weist für das Verfahren EBSA-2026-0166 inzwischen 47.104 Kommentare aus. Wer so viel Gegenwind und Zuspruch auswerten muss, braucht Zeit – und muss die Endfassung so begründen, dass sie spätere Klagen übersteht. Ein Überblick vom 10. Oktober 2026 hält fest, dass bis dahin keine finale Regel erschienen war CrowdfundedWealth, 10.10.2026.
Für dich als Beobachter heißt das: Jede Schlagzeile der Sorte „Ab sofort Bitcoin in US-Renten“ ist zum jetzigen Zeitpunkt falsch. Möglich war es vorher schon, erleichtert wird es erst mit der Endfassung, und spürbar wird es erst, wenn große Verwalter wie Fidelity, Vanguard oder Empower ihre Standardmenüs ändern. Zwischen diesen drei Schritten liegen in der Regel Jahre, nicht Wochen.
Was ist aus dem CLARITY Act geworden – und spielt er für die Rente überhaupt eine Rolle?
Der CLARITY Act (Digital Asset Market Clarity Act) wurde am 17. Juli 2025 vom Repräsentantenhaus mit 294 zu 134 Stimmen verabschiedet, scheiterte aber am 15. September 2026 im Senat an einer Verfahrensabstimmung mit 49 zu 50 Stimmen – für 401(k)-Pläne ist er nur indirekt relevant.
In unserer ersten Version hatten wir das Gesetz als „regulatorisches Fundament“ für den Rentenerlass bezeichnet. Das war zu stark. Der CLARITY Act sollte klären, wann ein Token als Wertpapier (SEC) und wann als Rohstoff (CFTC) gilt – wichtig für Börsen und Token-Emittenten, für einen Bitcoin-ETF im Fondsmenü aber zweitrangig. Bitcoin-ETFs gibt es in den USA seit dem 10. Januar 2024, als die SEC elf Spot-Produkte mit 3:2 Stimmen zuließ Simpson Thacher, 8.4.2024.
Gescheitert ist das Gesetz an zwei Streitpunkten: Ethikregeln für Krypto-Bestände von Bundesbeamten und Zinsen auf Stablecoins, die Banken Einlagen abziehen könnten. Senator Tillis stimmte taktisch mit Nein, um das Verfahren wieder aufrufen zu können, doch angesichts der Midterm-Wahlen im November gilt eine Verabschiedung in dieser Legislatur als unwahrscheinlich Orrick, 2.10.2026. Senatorin Lummis erklärte das Gesetz danach für tot FinTech Weekly, akt. 26.9.2026. Wie der Markt das verdaut hat, haben wir in unserer Analyse zum CLARITY-Scheitern beschrieben, die Folgen für Börsen und Emittenten im Überblick wer in den USA nach dem CLARITY-Aus was regelt.
Indirekt spielt das Scheitern trotzdem eine Rolle. Treuhänder lieben Rechtssicherheit. Solange die SEC per Verwaltungsvorschlag (Regulation Crypto Assets, Kommentarfrist bis 20. Oktober 2026) und die CFTC per Regelentwurf arbeiten, kann eine künftige Regierung vieles wieder ändern. Für einen Pensionsplan, der in Jahrzehnten denkt, ist das ein echtes Argument, lieber abzuwarten. Anders sieht es bei den Stablecoins aus, wo der GENIUS Act bereits geltendes Recht ist.
Wie viel Geld könnte realistisch aus US-Rentenkonten in Bitcoin fließen?
Nach Berechnung von KryptoZukunft.com (Oktober 2026) entspräche schon 1 % des 401(k)-Vermögens rund 108 Milliarden US-Dollar oder 6,6 % der Bitcoin-Marktkapitalisierung – realistischer ist kurzfristig aber ein einstelliger Milliardenbetrag, weil nur ein Teil der Pläne Krypto anbietet und nur ein Teil der Sparer es wählt.
Die Schlagzeilen rechnen fast immer so: 10,8 Billionen mal x Prozent. Das ergibt schnell dreistellige Milliardenbeträge. Diese Rechnung unterstellt aber, dass jedes Rentenkonto Bitcoin bekommt. Tatsächlich müssen drei Hürden hintereinander fallen: Der Plan muss eine Krypto-Option aufnehmen, der einzelne Sparer muss sie aktiv wählen, und er muss einen bestimmten Anteil hineinlegen. Multipliziert man diese drei Wahrscheinlichkeiten, schrumpft die Zahl dramatisch.
| Szenario | Pläne mit Krypto-Option | Sparer, die sie nutzen | Anteil im Depot | Zufluss (Mrd. $) | in % der BTC-Marktkap. |
|---|---|---|---|---|---|
| Vorsichtig | 5 % | 10 % | 2 % | 1,1 | 0,07 % |
| Mittel | 10 % | 20 % | 3 % | 6,5 | 0,40 % |
| Optimistisch | 25 % | 30 % | 5 % | 40,5 | 2,49 % |
| Schlagzeilen-Rechnung | 100 % | 100 % | 1 % | 108 | 6,64 % |
Die rund 79.000 Bitcoin im mittleren Szenario klingen nach viel. Zur Einordnung: An einem einzigen Tag im Oktober 2026 zogen Anleger 635 Millionen Dollar aus den US-Spot-ETFs ab, nachdem in den drei Tagen davor mehr als eine Milliarde hineingeflossen war CoinDesk, 23.10.2026. Die Details zu diesem Tag findest du in unserem Bericht über die ETF-Abflüsse von 635 Millionen Dollar. Ein Zufluss von 6,5 Milliarden über mehrere Jahre verteilt wäre also eine stetige Nachfragequelle, aber kein Kursmotor, der alles andere überstrahlt.
Ein zweiter Punkt wird oft übersehen: 401(k)-Gelder sind „klebrig“. Wer monatlich per Gehaltsabzug einzahlt, kauft auch im Crash weiter, und er verkauft selten panisch, weil das Geld bis zur Rente gebunden ist. Für den Markt ist ein solcher Käufer wertvoller als ein Hedgefonds, der bei der ersten Zinsangst rausgeht. Unsere Einschätzung: Die Qualität dieses Geldes ist wichtiger als die Menge.
Warum ist die Billionen-Erzählung trotzdem übertrieben?
Die Billionen-Erzählung ist übertrieben, weil 401(k)-Treuhänder in den USA persönlich für Fehlentscheidungen haften und Sammelklagen fürchten – selbst mit Safe Harbor werden die meisten Pläne Krypto frühestens als kleine Beimischung in Mischfonds aufnehmen.
Seit Jahren rollt eine Klagewelle über amerikanische Arbeitgeber, meist wegen zu hoher Fondsgebühren. Ein Plan-Sponsor, der Bitcoin aufnimmt und dann einen Kursrückgang wie den aktuellen von über einem Drittel erlebt, steht schnell im Fokus von Kanzleien. Schon 2022 sagte ein Pensionsexperte über Fidelitys Bitcoin-Angebot: „This is just an ERISA lawsuit waiting to happen“ Money, 5.5.2022. Daran ändert der Safe Harbor zwar etwas, aber nicht alles: Er schützt einen sauberen Prozess, keine schlechte Rendite. Und der Safe Harbor existiert noch nicht einmal in seiner endgültigen Form.
Hinzu kommt die Trägheit des Systems. Die meisten 401(k)-Sparer landen über Voreinstellungen in Zielrentenfonds (Target-Date-Fonds) und ändern daran nie wieder etwas. Erst wenn große Anbieter Krypto in diese Standardprodukte einbauen, geht es um nennenswerte Summen. Das CFA Institute hat in seiner Stellungnahme ausdrücklich empfohlen, alternative Anlagen zunächst nicht in die Standard-Voreinstellungen aufzunehmen. Setzt sich diese Linie durch, bleibt Krypto auf Jahre eine Option für die aktiven fünf bis zehn Prozent der Sparer.
Was bedeutet der aktuelle Bitcoin-Kurs für Rentensparer?
Bitcoin notierte am 23. Oktober 2026 bei rund 81.700 US-Dollar und damit nach eigener Rechnung etwa 35 % unter dem Allzeithoch von 126.080 US-Dollar vom Oktober 2025; um das Hoch wieder zu erreichen, wären rund 54 % Kursplus nötig.
Ein Jahr nach dem Rekord – Bitcoin hatte Anfang Oktober 2025 erstmals die Marke von 125.000 Dollar übersprungen ForkLog, 5.10.2025, CoinGecko führt 126.080 Dollar als Allzeithoch – ist die Stimmung gedämpft. Ein Rentensparer, der im Herbst 2025 auf dem Hoch eingestiegen wäre, säße heute auf einem Buchverlust von gut einem Drittel. Wer dagegen seit Jahren monatlich kauft, hat einen Durchschnittspreis, der deutlich darunter liegen dürfte. Genau dieses Prinzip haben wir in unserem Bitcoin-Sparplan-Backtest (DCA vs. Einmalanlage) durchgerechnet.
Für die Altersvorsorge ist das die entscheidende Lehre: Der Einstiegszeitpunkt ist bei Bitcoin viel wichtiger als bei einem breiten Aktienfonds, weil die Schwankungen viel größer sind. Ein Sparplan glättet das. Eine Einmalanlage auf dem Hoch kann dich dagegen Jahre kosten. Wie groß diese Schwankungen in Zahlen sind, zeigt unser Ratgeber wie volatil Bitcoin wirklich ist. Aktuell drücken zudem Makro-Themen auf den Kurs: Ölpreis über 110 Dollar, eine heiße US-Inflation und die Fed-Sitzung Ende Oktober. Wie Bitcoin auf die Inflationsdaten reagierte, liest du in unserem Bericht zum Rutsch unter 80.000 Dollar.
Welche Risiken sehen Kritiker – und welche davon sind berechtigt?
Die vier wichtigsten Risiken von Krypto in Rentenkonten sind nach Einschätzung von KryptoZukunft.com (Oktober 2026) Kursschwankungen von über 30 % binnen eines Jahres, Verwahr- und Hackrisiken, versteckte Kosten in Mischprodukten und die fehlende gesetzliche Grundlage in den USA nach dem Scheitern des CLARITY Act.
Fangen wir mit der Volatilität an, weil sie am meisten unterschätzt wird. Ein Rentensparer ist nicht irgendein Anleger. Er hat einen festen Zeitpunkt, an dem er Geld braucht. Wer fünf Jahre vor dem Ruhestand 20 % in Bitcoin hält und dann einen Absturz um zwei Drittel erlebt, kann den Verlust nicht mehr aussitzen. Genau deshalb arbeiten Zielrentenfonds mit „Gleitpfaden“, die das Risiko mit dem Alter senken. Bitcoin passt in dieses Modell, wenn überhaupt, nur in den frühen Jahren und in kleiner Dosis.
Das Verwahrrisiko ist bei einem regulierten ETF deutlich kleiner als bei einer Börse, aber es verschwindet nicht. Die Coins liegen bei wenigen großen Verwahrern. Wie schnell auf Plattformen Geld verschwinden kann, zeigen Fälle wie der BigONE-Hack und seine Lehren für die Haftung. Und was rechtlich mit deinen Coins passiert, wenn ein Anbieter insolvent wird, haben wir in unserem Ratgeber zur Börsenpleite nach MiCA und KMAG aufgeschrieben.
Das dritte Risiko ist subtiler: Kosten. Wenn Krypto über „aktiv gemanagte Vehikel“ in den 401(k) kommt – so steht es im Erlass –, zahlt der Sparer womöglich eine Managementgebühr auf eine Anlage, die er über einen Spot-ETF für einen Bruchteil bekommen hätte. Unsere Rechnung: 10.000 Dollar, 30 Jahre, 7 % Rendite ergeben 76.123 Dollar. Ziehen jährlich 0,8 Prozentpunkte Gebühren ab, bleiben 60.776 Dollar. Ein Fünftel des Endvermögens geht an den Anbieter – nur wegen der Kosten.
Ein viertes Risiko sind Umwege, die nach Bitcoin aussehen, aber keine Bitcoin sind. Viele US-Sparer halten über Aktienfonds schon heute indirekt Krypto, zum Beispiel über Bitcoin-Treasury-Firmen. Wie wackelig diese Konstruktion ist, zeigt der Beschluss von MSCI gegen solche Firmen, über den wir in MSCI-Regeln gegen Bitcoin-Treasury-Firmen berichtet haben. Ob eine solche Aktie oder Bitcoin direkt die bessere Wahl ist, vergleichen wir in Strategy vs. Metaplanet 2026.
Ehrlich gesagt halten wir nicht jede Kritik für berechtigt. Das Argument „Bitcoin hat keinen inneren Wert, also gehört er nicht in Renten“ ist eine Meinung, kein Prüfkriterium. Gold hat auch keinen Cashflow und steht in vielen Pensionsportfolios. Berechtigt ist dagegen der Einwand, dass Laien die Schwankungen kaum einschätzen können – und dass ein Rentenprodukt für Laien gebaut sein muss.
Wie stark trifft ein Krypto-Crash ein Rentendepot?
Bei einem Krypto-Anteil von 20 % – der Obergrenze, die Fidelity 2022 für sein 401(k)-Angebot setzte – würde ein Bitcoin-Rückgang um 70 % das Gesamtdepot rechnerisch um 14 % schmälern, bei 50.000 Euro Depotwert also um 7.000 Euro.
Diese Rechnung ist simpel, aber sie hilft enorm, das eigene Risiko greifbar zu machen. Der Rest des Depots ist dabei vereinfacht als unverändert angenommen. In echten Krisen fallen Aktien oft gleichzeitig, wie Bitcoin im Herbst 2026 eindrucksvoll gezeigt hat, als er sich bei Tech-Abverkäufen wie ein Risikowert verhielt. Probier mit dem Rechner aus, welcher Anteil sich für dich noch erträglich anfühlt.
Aus der Praxis: Viele Leserinnen und Leser schreiben uns, dass sie Verluste im Kopf „nur in Prozent“ durchspielen. Wer stattdessen einen Euro-Betrag sieht – 7.000 Euro, das ist vielleicht ein Kleinwagen-Anteil oder ein Jahresurlaub für die Familie –, entscheidet meist vorsichtiger. Genau das ist der Sinn dieses Rechners.
Was ändert sich durch die US-Pläne für Anleger in Deutschland?
Für deutsche Sparer ändert die US-Regel rechtlich nichts, weil 401(k)-Pläne nur für US-Beschäftigte gelten; indirekt kann sie aber über stetige Nachfrage nach Bitcoin-ETFs den Kurs stützen und europäische Anbieter unter Zugzwang setzen.
Deine deutsche Rente, deine Betriebsrente und dein Riester-Vertrag sind von Washington unberührt. Was bei uns gilt, regelt die EU mit der MiCA-Verordnung für Krypto-Dienstleister und der deutsche Gesetzgeber für die geförderte Vorsorge. Trotzdem lohnt sich der Blick nach Amerika, aus zwei Gründen.
Erstens bewegen US-Flüsse den Weltmarktpreis. Wenn amerikanische Rentensparer über Jahre monatlich kleine Beträge in Bitcoin-ETFs schieben, ist das eine Nachfrage, die bei uns jeder Anleger im Kurs spürt – nach oben wie nach unten, falls Pläne die Option wieder streichen. Zweitens zieht Europa bei Produkten traditionell nach. Seit Oktober 2026 bieten etwa die Sparkassen Kryptohandel direkt in ihrer App an; die Details stehen in unserem Bericht zum Start des Sparkassen-Kryptohandels. Dass Krypto bei Hausbanken ankommt, ist ein ähnliches Signal wie die 401(k)-Öffnung: Die Anlageklasse wird normaler, aber nicht risikoärmer.
Darf Bitcoin ins neue Altersvorsorgedepot ab 2027?
Nein: Das am 26. Mai 2026 verkündete Altersvorsorgereformgesetz erlaubt im geförderten Altersvorsorgedepot ab 1. Januar 2027 nur Fonds mit Risikoklasse 5 oder niedriger sowie bestimmte Anleihen – Krypto-Assets und gehebelte Produkte sind ausdrücklich ausgeschlossen.
Hier liegt der eigentliche Unterschied zwischen den USA und Deutschland, und für dich ist er wichtiger als jede US-Schlagzeile. Während Washington Krypto in Rentenkonten erleichtern will, hat Berlin sie aus dem neuen geförderten Depot herausgehalten. Erlaubt sind laut Gesetz Investmentfonds, die in Deutschland an Privatanleger vertrieben werden und im Basisinformationsblatt höchstens Risikoklasse 5 haben, also etwa breite Welt-ETFs. Eine Aktienquote von 100 % ist zulässig, Krypto nicht finanzen.net, 20.10.2026.
Warum? Ein Teil der Antwort ist technisch. Nach der europäischen OGAW-Richtlinie darf ein ETF nicht nur aus einem einzigen Vermögenswert bestehen. Bitcoin-Produkte sind in der EU deshalb als ETN oder ETC verbrieft – rechtlich Schuldverschreibungen, keine Fonds. Aktien-ETFs mit Krypto-Firmen fallen meist in eine zu hohe Risikoklasse, Einzelaktien wie Bitcoin-Treasury-Firmen sind generell nicht vorgesehen. Bemerkenswert: Auch Gold-ETCs sind ausgeschlossen. Es handelt sich also eher um die allgemein strenge deutsche Linie als um eine gezielte Krypto-Diskriminierung Blocktrainer, 19.12.2025.
Wie hoch ist die staatliche Förderung im Altersvorsorgedepot?
Die Grundzulage im Altersvorsorgedepot beträgt 50 Cent je Euro auf die ersten 360 Euro und 25 Cent je Euro auf weitere 1.440 Euro Eigenbeitrag – maximal 540 Euro pro Jahr bei 1.800 Euro Einzahlung, plus bis zu 300 Euro Kinderzulage je Kind.
Die Förderung ist im Vergleich zu früheren Entwürfen großzügiger geworden. Der Kabinettsentwurf vom Dezember 2025 sah noch 30 % auf die ersten 1.200 Euro vor; im verkündeten Gesetz steht nun die Staffel 50/25 Cent. Eingezahlt werden dürfen bis zu 6.840 Euro pro Jahr, gefördert werden aber nur 1.800 Euro. Mindestbeitrag sind 120 Euro jährlich. Wer vor dem 25. Geburtstag abschließt, erhält einmalig 200 Euro Bonus. Innerhalb des Depots fällt keine Abgeltungsteuer an, die Auszahlungen im Alter werden mit dem persönlichen Steuersatz besteuert finanzen.net, 20.10.2026. Unsere Rechnung: Wer genau 1.800 Euro einzahlt, bekommt 540 Euro Zulage, also eine Förderquote von 30 % – das ist ein Vorsprung, den eine Anlage außerhalb des Depots erst einmal aufholen muss.
Lohnt sich ein Bitcoin-Sparplan neben dem geförderten Depot?
Nach Berechnung von KryptoZukunft.com (Oktober 2026) muss ein ungeförderter Sparplan mit 150 Euro im Monat über 30 Jahre rund 7,4 % Jahresrendite erzielen, um mit einem geförderten ETF-Depot gleichzuziehen, das 6 % bringt und 45 Euro Zulage im Monat erhält; über 20 Jahre sind es 8,3 %.
Das ist die Frage, die uns in Mails am häufigsten erreicht. Die ehrliche Antwort: Es ist kein Entweder-oder. Wer 150 Euro im Monat (1.800 Euro im Jahr) übrig hat, holt mit dem geförderten Depot die volle Grundzulage. Wer darüber hinaus spart, kann einen kleinen Teil in Bitcoin stecken – außerhalb der Förderung. Die Förderung wirkt dabei wie ein Renditebonus von gut 1,4 Prozentpunkten pro Jahr über 30 Jahre. Bitcoin kann das locker übertreffen, muss es aber nicht.
Vereinfachte Rechnung vor Steuern und Kosten; Zulage nach Staffel 50/25 Cent bis max. 540 €/Jahr. Steuerliche Unterschiede in der Auszahlungsphase sind nicht berücksichtigt.
Wichtig sind zwei Grenzen dieser Rechnung. Erstens ist sie vor Steuern: Das geförderte Depot wird im Alter mit deinem persönlichen Steuersatz besteuert, Bitcoin ist nach heutigem Recht nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei – aber genau das soll sich ändern. Zweitens unterstellt der Rechner eine gleichmäßige Rendite. Bitcoin liefert nie gleichmäßige Renditen. Ein Crash kurz vor dem Ruhestand kann das Ergebnis halbieren. Unsere Einschätzung: Für die Basis der Altersvorsorge spricht vieles für das geförderte Depot. Bitcoin kann ein Satellit sein, nicht das Fundament.
Welche Rolle spielen Bitcoin-ETFs und ETPs für deutsche Sparer?
In Deutschland gibt es keine Bitcoin-ETFs im Sinne der EU-Fondsrichtlinie, sondern börsengehandelte ETPs bzw. ETNs, die rechtlich Schuldverschreibungen sind – sie sind im freien Depot kaufbar, aber nicht im geförderten Altersvorsorgedepot zulässig.
Das US-Vorbild sind die Spot-ETFs, die seit Januar 2024 gehandelt werden und über die heute ein großer Teil der institutionellen Nachfrage läuft. Wer sie hält und warum zuletzt Geld abfloss, analysieren wir in Bitcoin-Spot-ETFs 2026. Für dich in Deutschland sind die europäischen Pendants relevant: physisch besicherte ETPs, die du in jedem normalen Depot kaufen kannst. Welche Varianten es gibt, was sie kosten und wie sie besteuert werden, steht in unserem Ratgeber Krypto-ETFs: ETF, ETP oder ETN.
Aus der Praxis: ETPs sind für viele Sparer der bequemste Weg zu Bitcoin, weil sie keine Wallet und keine Börse brauchen. Sie haben aber ein Emittentenrisiko und laufende Kosten. Wer Bitcoin selbst verwahrt, spart diese Kosten, trägt dafür das Risiko eines Bedienfehlers. Für sehr lange Zeiträume lohnt sich ein Blick auf die Frage, ob eine Cold Wallet oder eine Hot Wallet sicherer ist.
Wie werden Krypto-Gewinne in der Altersvorsorge in Deutschland besteuert?
Direkt gehaltene Kryptowährungen sind in Deutschland Stand Oktober 2026 nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei, doch ein Referentenentwurf des Finanzministeriums sieht eine Krypto-Abgeltungsteuer vor; ETPs und ETNs unterliegen dagegen schon heute der Abgeltungsteuer.
Für Bitcoin-Sparer ist die Haltefrist bisher das stärkste Argument gegen ETPs und für den Direktkauf. Ob es dabei bleibt, ist offen. Was im Entwurf steht und warum der Stichtag für Altbestände eine Entwarnung ist, haben wir in Klingbeils Krypto-Steuer und der Stichtag für Altbestände erklärt. Den Gesamtüberblick, welche Krypto-Transaktion heute steuerpflichtig ist, liefert unser Ratgeber Kryptowährungen versteuern 2026.
Ein Detail, das viele übersehen: Wer freiwillig gesetzlich krankenversichert ist, zahlt auf manche Kapitalerträge Beiträge. Ob das auch für Krypto-Gewinne gilt, haben wir in Krypto-Gewinne und Krankenkassenbeiträge aufgeschlüsselt. Für die Planung deiner Altersvorsorge ist das relevant, weil sich die Rechnung im Ruhestand ändern kann.
Kann ich für meine Kinder Bitcoin als Altersvorsorge anlegen?
Bitcoin kannst du für Kinder nur außerhalb staatlicher Programme anlegen: Die geplante Frühstart-Rente zahlt laut Kabinettsentwurf vom 12. August 2026 zehn Euro monatlich von 6 bis 18 Jahren ausschließlich in ein Standarddepot mit 1 % Kostendeckel, in dem Krypto nicht vorgesehen ist.
Über zwölf Jahre summiert sich die Frühstart-Rente auf 1.440 Euro staatliches Geld je Kind. Elternbeiträge sind nicht nötig, und das Geld ist bis 65 gebunden finanzen.net, 20.10.2026. Bundestag und Bundesrat hatten Stand Oktober 2026 noch nicht entschieden. Wer zusätzlich Bitcoin für ein Kind ansparen will, tut das im eigenen Depot oder überträgt Coins per Schenkung. Was steuerlich dabei gilt – inklusive Freibeträgen und Haltefrist –, erklären wir in Bitcoin verschenken: Schenkungsteuer und Kinder.
Wie viel Krypto gehört in eine Altersvorsorge?
Eine feste Regel gibt es nicht, doch selbst Fidelity begrenzte Bitcoin im 401(k) 2022 auf 20 % des Guthabens; KryptoZukunft.com hält für die meisten Privatanleger einen Anteil im niedrigen einstelligen Prozentbereich des Vorsorgevermögens für vertretbar – und nur so viel, dass ein Totalverlust die Rente nicht gefährdet.
Wir nennen bewusst keine exakte Zahl, weil sie von deinem Alter, deinen anderen Rücklagen und deiner Nervenstärke abhängt. Eine 28-jährige Entwicklerin mit Notgroschen und gefördertem ETF-Depot kann mehr Schwankung aushalten als ein 58-jähriger Angestellter, dessen Hauskredit noch läuft. Ein brauchbarer Test ist die Frage: Würde ich bei einem Rückgang um 70 % nachkaufen oder verkaufen? Wer ehrlich „verkaufen“ antwortet, hält zu viel.
Hilfreich ist auch Rebalancing. Steigt Bitcoin stark, wächst sein Anteil im Depot automatisch über die Zielquote. Einmal im Jahr auf die Zielquote zurückzuschneiden, nimmt Gewinne mit und begrenzt das Klumpenrisiko. Bei direkt gehaltenen Coins solltest du dabei die Haltefrist im Blick behalten, damit das Umschichten nicht unnötig Steuern auslöst.
Könnte der US-Staat selbst den Bitcoin-Markt stärker bewegen als die Rentenkonten?
Kurzfristig ja: Staatliche Bitcoin-Bestände, Zinsentscheidungen der Fed und ETF-Flüsse haben 2026 den Kurs deutlich stärker bewegt als die noch nicht finalisierte 401(k)-Regel, deren Effekt sich erst über Jahre entfalten kann.
Wie viel Bitcoin die USA tatsächlich besitzen und was aus der strategischen Reserve geworden ist, haben wir in US-Bitcoin-Reserve 2026 recherchiert. Für die Zinsen bleibt die Fed der wichtigste Taktgeber – die nächste Sitzung steht am 27. und 28. Oktober 2026 an. Und wer den regulatorischen Gesamtrahmen in einer Übersicht sucht, findet ihn in unseren Antworten zu Krypto-Regulierung und Steuern 2026.
Unsere Einschätzung: Die 401(k)-Öffnung ist ein langsamer, struktureller Faktor. Sie wird keinen Monatschart drehen. Aber sie kann über ein Jahrzehnt dazu beitragen, dass Bitcoin vom Spekulationsobjekt zu einer kleinen, normalen Beimischung in Millionen von Depots wird. Ob das gut oder schlecht für den Kurs ist, hängt davon ab, ob die Sparer im nächsten großen Crash durchhalten.
Was solltest du als deutscher Anleger jetzt konkret tun?
Deutsche Anleger sollten 2026 zuerst die Förderung des Altersvorsorgedepots ab 2027 sichern, Bitcoin höchstens als kleinen Satelliten außerhalb davon per Sparplan aufbauen und US-Schlagzeilen über 401(k)-Milliarden nicht als Kaufsignal missverstehen.
Konkret heißt das: Prüfe bis Jahresende, ob dein Arbeitgeber eine Betriebsrente mit Zuschuss anbietet – Geld vom Arbeitgeber schlägt jede Rendite-Hoffnung. Plane für 2027 das geförderte Depot mit mindestens dem Betrag, der dir die volle Zulage sichert. Erst danach lohnt der Blick auf Bitcoin. Wenn du kaufst, dann per Sparplan, zu niedrigen Kosten und mit einer Quote, bei der du nachts schlafen kannst.
Und lass dich nicht von Zahlen wie „Billionen fließen in Krypto“ treiben. Die wichtigste Zahl dieses Artikels ist nicht 10,8 Billionen, sondern 0: So viel Förderung bekommst du in Deutschland für Krypto in der geförderten Altersvorsorge.
- Laut KryptoZukunft.com-Analyse (Felix Rieger, Oktober 2026) ist die Öffnung der US-401(k)-Pläne für Krypto ein langsamer, struktureller Faktor: Die Regel des US-Arbeitsministeriums vom 31. März 2026 war am 23. Oktober 2026 noch nicht final.
- Executive Order 14330 vom 7. August 2025 erfasst digitale Assets nur über aktiv gemanagte Anlagevehikel, nicht als direkt gehaltene Coins.
- Nach Berechnung von KryptoZukunft.com entspricht 1 % der 10,8 Billionen US-Dollar in 401(k)-Plänen rund 108 Milliarden Dollar; realistisch sind kurzfristig eher 1 bis 40 Milliarden Dollar.
- Der CLARITY Act scheiterte am 15. September 2026 im US-Senat mit 49 zu 50 Stimmen; für Bitcoin-ETFs im Rentenmenü ist er nur indirekt relevant.
- Im deutschen Altersvorsorgedepot ab 1. Januar 2027 sind Krypto-Assets ausgeschlossen; die Grundzulage beträgt maximal 540 Euro pro Jahr.
- Ein ungeförderter Bitcoin-Sparplan muss über 30 Jahre rund 7,4 % Rendite p. a. erzielen, um ein gefördertes ETF-Depot mit 6 % einzuholen (eigene Rechnung, vor Steuern).
Quiz: Hast du den 401(k)-Krypto-Stand verstanden?
1. Wann unterzeichnete Trump die Executive Order 14330 zu alternativen Anlagen im 401(k)?
2. Ist die Safe-Harbor-Regel des US-Arbeitsministeriums Stand Oktober 2026 in Kraft?
3. Welche Obergrenze setzte Fidelity 2022 für Bitcoin im 401(k)?
4. Darf Bitcoin ab 2027 ins geförderte deutsche Altersvorsorgedepot?
5. Wie viel Grundzulage gibt es im Altersvorsorgedepot maximal pro Jahr?
Richtige Antworten: 1 b · 2 c · 3 a · 4 b · 5 c
Häufige Fragen zu Bitcoin im 401(k) und in der Altersvorsorge
Darf man in den USA Bitcoin im 401(k) halten?
Was ist die Executive Order 14330?
Ist die 401(k)-Regel für alternative Anlagen schon final?
Was ist der Safe Harbor in der DOL-Vorlage?
Wie groß ist der 401(k)-Markt?
Wie viel Geld könnte aus 401(k)-Plänen in Bitcoin fließen?
Was wurde aus dem CLARITY Act?
Braucht es den CLARITY Act für Bitcoin im 401(k)?
Hat das US-Arbeitsministerium früher vor Krypto im 401(k) gewarnt?
Wie weit liegt Bitcoin unter seinem Allzeithoch?
Gilt die US-401(k)-Regel auch für Deutsche?
Darf Bitcoin ins deutsche Altersvorsorgedepot ab 2027?
Wie hoch ist die Förderung im Altersvorsorgedepot?
Warum sind Bitcoin-ETPs im Altersvorsorgedepot nicht erlaubt?
Lohnt sich ein Bitcoin-Sparplan statt des geförderten Depots?
Wie viel Krypto sollte in eine Altersvorsorge?
Wie werden Bitcoin-Gewinne in Deutschland besteuert?
Gibt es Bitcoin in der Frühstart-Rente für Kinder?
Was war in der alten Version dieses Artikels falsch?
Weiterlesen auf KryptoZukunft.com
Quellen
- The White House: Executive Order 14330 „Democratizing Access to Alternative Assets for 401(k) Investors“, 7.8.2025
- U.S. Department of Labor (EBSA): Rücknahme der Krypto-Warnung von 2022, 28.5.2025
- Federal Register: Fiduciary Duties in Selecting Designated Investment Alternatives, 91 FR 16088, 31.3.2026
- HR Dive: DOL proposes rule easing 401(k) investments in cryptocurrency, 31.3.2026
- 401(k) Specialist: 37,000 Comments and Counting, 21.5.2026
- CrowdfundedWealth: DOL 401(k) Alternative Investments Rule – Where It Stands, 10.10.2026
- CFA Institute: Comment Letter to the DOL, 29.5.2026
- Crypto Council for Innovation: Response to Proposed Rule, 1.6.2026
- PlanAdviser: ICI – US retirement assets reach $51T in Q2, 18.9.2026
- Orrick: The CLARITY Act Stalls in the Senate, 2.10.2026
- FinTech Weekly: CLARITY Act Tracker, aktualisiert 26.9.2026
- Simpson Thacher: SEC Approves Spot Bitcoin ETFs, 8.4.2024
- NPR: Fidelity will start offering bitcoin in 401(k) accounts, 26.4.2022
- Money: Fidelity and Bitcoin – Is Crypto Actually Coming to 401(k)s?, 5.5.2022
- CoinDesk: Bitcoin steadies near $81,700, 23.10.2026
- CoinGecko: Bitcoin – Kurs, Marktkapitalisierung, Allzeithoch, abgerufen 23.10.2026
- ForkLog: Bitcoin surpasses $125,000 to set new all-time high, 5.10.2025
- finanzen.net: Altersvorsorgedepot und Frühstartrente ab 2027, 20.10.2026
- Blocktrainer: Bitcoin bleibt beim Altersvorsorgedepot außen vor, 19.12.2025
Zitiervorschlag: Rieger, Felix (2026): Bitcoin in der Altersvorsorge 2026: Darf Krypto in den 401(k) – und warum bleibt es beim deutschen Altersvorsorgedepot draußen?. KryptoZukunft.com, aktualisiert am 23. Oktober 2026. https://kryptozukunft.com/2025/07/18/us-rentenmarkt-bald-milliarden-in-digital-assets/
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Kryptowährungen sind hochvolatil; ein Totalverlust ist möglich. Alle Kurse, Zahlen und Rechtsstände beziehen sich auf den 23. Oktober 2026 und können sich jederzeit ändern. Eigene Berechnungen von KryptoZukunft.com sind vereinfachte Modellrechnungen vor Steuern und Kosten und keine Prognose.