Sparkassen starten den Kryptohandel per App – 0,99 Euro pro Order, fünf Coins und ein Haken bei der Auszahlung
Inhaltsverzeichnis (17)
- Sparkassen starten den Kryptohandel per App – 0,99 Euro pro Order, fünf Coins und ein Haken bei der Auszahlung
- Was ist passiert?
- Welche Sparkassen machen schon mit – und wann ist meine dran?
- Was kostet der Kryptohandel bei der Sparkasse wirklich?
- Rechner: Was kostet dich ein Sparkassen-Kauf?
- Wie schneidet das Angebot im Vergleich zu den Volksbanken ab?
- Kann ich meine Coins auf ein eigenes Wallet übertragen?
- Wie sicher sind meine Coins bei der Deka?
- Was ist schon live – und was ist noch offen?
- Warum steigen die Sparkassen ausgerechnet jetzt ein?
- Was bedeutet das für deutsche Anleger?
- Was bedeutet der Start für den Bitcoin-Kurs?
- Die wichtigsten Aussagen auf einen Blick
- Häufige Fragen zum Kryptohandel bei der Sparkasse
- Weiterlesen auf KryptoZukunft.com
- Quellen
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Sparkassen starten den Kryptohandel per App – 0,99 Euro pro Order, fünf Coins und ein Haken bei der Auszahlung
Seit Montag, dem 19. Oktober 2026, können Kundinnen und Kunden der ersten Sparkassen Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana und Polygon direkt in der Sparkassen-App kaufen. Wir haben die Preisinformation der DekaBank gelesen, die Gebühren nachgerechnet und sortiert, was schon live ist, was erst 2027 kommt – und wo das Angebot dir Grenzen setzt.
Was ist passiert?
Am 19. Oktober 2026 haben die ersten Sparkassen in Deutschland den Kryptohandel in ihrer Banking-App freigeschaltet; Anbieter ist die DekaBank unter dem Namen „Krypto – powered by Deka“, gehandelt werden zunächst fünf Kryptowährungen für 0,99 Euro je Order.
Wer ein Girokonto bei einer teilnehmenden Sparkasse hat, findet im Bereich „Anlegen“ der App Sparkasse jetzt einen Kryptobereich DekaBank, Produktseite, Stand 2026. Dort lassen sich Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana und Polygon (POL) kaufen, verkaufen und verwahren WinFuture, 19.10.2026.
Ein Wertpapierdepot brauchst du dafür nicht. Das Kryptokonto eröffnest du direkt bei der DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen, das nach eigenen Angaben 6,2 Millionen Depots betreut Private Banking Magazin, 19.10.2026. Die technische Handelsinfrastruktur und Liquidität kommt von Börse Stuttgart Digital, die Verwahrung übernimmt die Deka selbst Blocktrainer, 19.10.2026.
Wichtig für die Einordnung: Es ist kein Schalter, der bei allen Sparkassen gleichzeitig umgelegt wurde. Heute startet nur eine kleine Gruppe von Instituten, Namen nennt der Sparkassenverband nicht t-online/dpa, 19.10.2026.
Welche Sparkassen machen schon mit – und wann ist meine dran?
Zum Start am 19. Oktober 2026 ist nur ein kleiner Teil der rund 350 Sparkassen live; der DSGV erwartet 30 bis 40 weitere Institute pro Monat und will einen Großteil der interessierten Häuser im ersten Halbjahr 2027 angebunden haben.
„Wann eine Sparkasse startet, entscheidet sie selbst“, sagt Joachim Schmalzl, Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) t-online/dpa, 19.10.2026. Mehr als 230 Sparkassen, also etwa zwei Drittel, haben Interesse signalisiert Blocktrainer, 19.10.2026.
Unsere Rechnung: Bei 35 neuen Sparkassen pro Monat (Mitte der Spanne) dauert es rund 6,6 Monate, bis 230 Institute angebunden sind – also bis etwa Anfang Mai 2027. Das passt zum Ziel „erstes Halbjahr 2027“, setzt aber voraus, dass das Tempo hält. Ein Drittel der Häuser hat bisher gar kein Interesse gezeigt.
Aus der Praxis: Schau in den nächsten Wochen einfach im Bereich „Anlegen“ deiner App nach. Wenn dort nichts zu sehen ist, ist deine Sparkasse noch nicht dabei. Am Schalter gibt es keine Beratung dazu, eine „aktive Bewerbung“ ist laut DSGV ausdrücklich nicht vorgesehen t-online/dpa, 19.10.2026.
Was kostet der Kryptohandel bei der Sparkasse wirklich?
Laut DekaBank-Preisinformation (Fassung September 2026) kostet jeder Kauf und Verkauf pauschal 0,99 Euro; Verwahrung, Kontoeröffnung und Auslieferung sind kostenlos, dazu kommt aber ein Spread, dessen Höhe die Deka nicht beziffert.
Die 0,99 Euro stehen schwarz auf weiß im Preisdokument. Kostenlos sind laut demselben Dokument: Registrierung, Identifizierung, Verwahrung, Bestandsanzeige in der App, Auslieferung an eine externe Wallet-Adresse, Abrechnungen und Kundenservice. Eine Mindestordergröße gibt es nicht, die Obergrenze liegt bei 250.000 Euro pro Transaktion DekaBank, Preisinformation für Kryptowerte, Fassung September 2026.
Jetzt der Punkt, den viele Schlagzeilen heute weglassen: Die Deka arbeitet mit einem Request-for-Quote-Verfahren: Du bekommst für kurze Zeit einen verbindlichen Kurs. Dieser basiert auf einem Marktreferenzpreis „zuzüglich eines DekaBank-eigenen Spreads“. Bei größeren Volumina oder hoher Volatilität darf die Deka den Spread ausweiten, die Gültigkeit verkürzen oder den Handel einschränken DekaBank, Preisinformation, September 2026.
Wie hoch der Spread ist, steht nirgends. Wir haben keine Zahl gefunden, und auch CryptoTicker hält fest, dass der Aufschlag in keinem veröffentlichten Dokument beziffert wird CryptoTicker, 13.10.2026. Das ist keine Kleinigkeit. Was ein Spread im Krypto-Handel ausmacht, zeigt eine einfache Rechnung:
| Kaufbetrag | 0,99 € in Prozent | + Spread 0,5 % | + Spread 1 % | + Spread 1,5 % |
|---|---|---|---|---|
| 25 € | 3,96 % | 1,12 € (4,46 %) | 1,24 € (4,96 %) | 1,37 € (5,46 %) |
| 50 € | 1,98 % | 1,24 € (2,48 %) | 1,49 € (2,98 %) | 1,74 € (3,48 %) |
| 100 € | 0,99 % | 1,49 € (1,49 %) | 1,99 € (1,99 %) | 2,49 € (2,49 %) |
| 500 € | 0,20 % | 3,49 € (0,70 %) | 5,99 € (1,20 %) | 8,49 € (1,70 %) |
| 1.000 € | 0,10 % | 5,99 € (0,60 %) | 10,99 € (1,10 %) | 15,99 € (1,60 %) |
Die Spread-Werte sind Annahmen von uns, keine Deka-Angaben. Sie zeigen aber das Muster: Bei 1.000 Euro macht die 0,99-Euro-Gebühr bei einem angenommenen Spread von 1 % nur rund 9 % deiner Gesamtkosten aus. Die restlichen 91 % steckt der Spread. Wer nur auf die 99 Cent schaut, schaut auf den kleineren Teil der Rechnung.
Noch ein Gedanke für den Alltag: Du kaufst für 1.000 Euro Bitcoin und verkaufst ihn später wieder. Dann zahlst du zweimal 0,99 Euro und zweimal den Spread. Bei angenommenen 1 % sind das rund 21,98 Euro. Bitcoin muss also gut 2,2 % steigen, bevor du überhaupt bei null bist.
Rechner: Was kostet dich ein Sparkassen-Kauf?
Trage Betrag, deine Spread-Annahme und die Zahl der Käufe pro Jahr ein. Zum Vergleich rechnen wir eine prozentuale Provision von 1,5 % (wie bei der VR Bank Würzburg) mit demselben Spread.
Sparkasse/Deka pro Jahr: 23,88 €
Vergleich 1,5 % Provision pro Kauf: 2,50 € · pro Jahr: 30,00 €
Unterschied pro Jahr: 6,12 € zugunsten der Sparkasse/Deka
Gleichstand Pauschale vs. 1,5 %: ab 66,00 € pro Order
Wie schneidet das Angebot im Vergleich zu den Volksbanken ab?
Bei der VR Bank Würzburg kostet der Kryptohandel über „meinKrypto“ laut einer Auswertung von CryptoTicker 1,5 % Provision pro Order plus Spread; die 0,99-Euro-Pauschale der Sparkassen ist damit ab etwa 66 Euro Orderwert günstiger – sofern die Spreads ähnlich sind.
Die Volks- und Raiffeisenbanken waren schneller. Wir haben vor gut einem Jahr über den Start von „meinKrypto“ in der VR-App berichtet. Auch dort wird über Börse Stuttgart gehandelt; die VR Bank Würzburg nennt Boerse Stuttgart Digital Custody als Verwahrer und bietet Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Cardano an VR Bank Würzburg, Produktseite, abgerufen 19.10.2026.
Laut CryptoTicker verlangt die VR Bank Würzburg 1,5 % Provision je Kauf und Verkauf und eine Mindestorder von 10 Euro; eine verbandsweite Zahl für alle Volksbanken gibt es nicht CryptoTicker, 29.09.2026. Rechnerisch ist der Punkt, an dem die Sparkassen-Pauschale gleichzieht, 0,99 € geteilt durch 1,5 % = 66 Euro. Darunter ist die prozentuale Provision günstiger, darüber die Pauschale. Bei einem 50-Euro-Sparplan in Eigenregie, also zwölf manuellen Käufen à 50 Euro, zahlst du bei der Sparkasse 11,88 Euro Gebühren im Jahr – das sind 1,98 % deiner 600 Euro, Spread noch nicht eingerechnet.
Unsere Einschätzung: Für Beträge ab etwa 100 Euro ist das Sparkassen-Modell auf dem Papier fair bepreist. Ob es wirklich günstig ist, entscheidet sich am Spread – und den kennt heute niemand außerhalb der Deka. Sobald wir echte Quotes aus der App vergleichen können, rechnen wir nach.
Kann ich meine Coins auf ein eigenes Wallet übertragen?
Nein, nicht auf ein privates Wallet: Laut DekaBank ist eine Auslieferung nur an Wallet-Adressen bestimmter zugelassener Kryptodienstleister möglich, „eine Auslieferung an andere Wallet-Adressen ist ausgeschlossen“ (Stand 19. Oktober 2026).
Das ist der Haken, den wir im Titel meinen. Die Deka verwahrt die Coins zentral; die privaten Schlüssel liegen „treuhänderisch für die Kundinnen und Kunden in einer gemeinsam verwalteten Omnibus-Wallet“ DekaBank, Produktseite, Stand 2026. Du besitzt also einen Anspruch gegen die Deka, nicht die Schlüssel selbst. Eine Hardware-Wallet wie in unserem Wallet-Vergleich kannst du nicht direkt befüllen.
Was geht: Du kannst Coins kostenlos an eine Adresse eines zugelassenen Anbieters (CASP) schicken, zum Beispiel an eine regulierte Börse. Dafür gelten Mindestmengen: 0,0001 BTC, 0,01 ETH, 10 XRP, 0,1 SOL und 100 POL CryptoTicker, 13.10.2026. Zu heutigen Kursen sind das rund 7,27 Euro bei Bitcoin, 21,07 Euro bei Ethereum, 11,29 Euro bei XRP, 9,24 Euro bei Solana und 8,18 Euro bei POL (eigene Umrechnung, Kurse von CoinMarketCap, 19.10.2026, 13:24 Uhr, EZB-Referenzkurs 1,1253 USD vom 16.10.2026).
Wer selbst verwahren will, muss also den Umweg über einen anderen Anbieter gehen – mit möglichen Netzwerkgebühren beim zweiten Schritt. Trade Republic war bei dieser Frage übrigens auch erst restriktiv, bevor es eigene Krypto-Wallets mit Auszahlung eingeführt hat. Ob die Deka später nachzieht, ist offen.
Wie sicher sind meine Coins bei der Deka?
Die DekaBank handelt auf Basis der EU-Kryptoverordnung MiCA, für die ihr die BaFin 2025 die nötige Erlaubnis erteilt hat; die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro gilt für Kryptowerte aber nicht.
Rechtlich ist das Angebot sauber aufgesetzt. Die Deka hat 2025 von der BaFin die Erlaubnis nach MiCA erhalten und bietet institutionellen Kunden schon seit 2025 Kryptoverwahrung an Private Banking Magazin, 19.10.2026. Was die MiCA-Verordnung bei der Verwahrung verlangt, haben wir ausführlich erklärt. Der Kern: Kundenvermögen muss getrennt vom Vermögen des Anbieters geführt werden.
Die Einlagensicherung für Sparguthaben greift bei Kryptowerten nicht CryptoTicker, 19.10.2026. Was im Ernstfall mit Coins bei einem regulierten Verwahrer passiert, beschreibt unser Ratgeber „Was passiert mit meinen Coins, wenn die Krypto-Börse pleite geht?“.
Das größere Risiko bleibt ohnehin der Kurs selbst – darauf weist auch der DSGV hin, der vor „starken Kursschwankungen und dem Risiko eines Totalverlusts“ warnt t-online/dpa, 19.10.2026.
Was ist schon live – und was ist noch offen?
Live sind seit dem 19. Oktober 2026 der Handel mit fünf Coins, die 0,99-Euro-Gebühr und die Auslieferung an zugelassene Anbieter; offen bzw. nicht verfügbar sind ein bezifferter Spread, Auszahlungen an private Wallets, Staking und die flächendeckende Verfügbarkeit.
| Baustein | Status | Details |
|---|---|---|
| Handel in der App Sparkasse | Live (erste Institute) | Start 19.10.2026, jede Sparkasse entscheidet selbst |
| Fünf Coins | Live | BTC, ETH, XRP, SOL, POL |
| 0,99 € je Order | Live | Preisinformation, Fassung September 2026 |
| Spread | Nicht beziffert | „DekaBank-eigener Spread“, kann bei Volatilität steigen |
| Auszahlung an zugelassene Anbieter | Live, kostenlos | Mindestmengen je Coin |
| Auszahlung an private Wallet | Ausgeschlossen | laut DekaBank-Produktseite |
| Staking | Nicht angeboten | laut CryptoTicker |
| Sparplan | Unklar | in den Deka-Dokumenten nicht erwähnt |
| Flächendeckender Start | Geplant | 30–40 Institute/Monat, Großteil bis H1 2027 |
| Beratung in der Filiale | Nicht vorgesehen | nur für „Selbstentscheider“ |
Warum steigen die Sparkassen ausgerechnet jetzt ein?
Laut DSGV-Vorstand Joachim Schmalzl waren die Kundennachfrage und ein verlässlicher europäischer Rechtsrahmen – also MiCA – entscheidend; die Pläne gab es schon 2021, sie wurden 2022 gestoppt und mit der Deka-Partnerschaft im Juni 2025 wiederbelebt.
Die Geschichte ist ein kleines Lehrstück. Erste Pläne tauchten Ende 2021 auf, im Sommer 2022 wurden sie nach internem Streit auf Eis gelegt. Im Juni 2025 kam dann die Kehrtwende mit der DekaBank als Anbieter Blocktrainer, 19.10.2026. Schon im Februar 2025 hatte die Deka Börse Stuttgart als Handelspartner gewählt, damals noch ausschließlich für institutionelle Kunden Börsen-Zeitung, 28.02.2025.
Zwischen den Zeilen steht ein zweiter Grund: Wer seine Kunden nicht bedient, verliert sie an Neobroker und Börsen. Die Sparkassen ziehen nach – vorsichtig, ohne Werbung, mit Warnhinweis.
Schmalzl formuliert es so: Das Angebot richte sich an Kunden, „die eigenständig Kryptowährungen kaufen, verkaufen und verwahren möchten“. Langfristiger Vermögensaufbau solle weiterhin vor allem über Wertpapiere, Sparpläne und Beratung laufen t-online/dpa, 19.10.2026.
Was bedeutet das für deutsche Anleger?
Für Millionen Sparkassen-Kunden sinkt ab dem 19. Oktober 2026 die Einstiegshürde in Bitcoin & Co. deutlich, weil kein neues Konto bei einer Börse nötig ist; im Gegenzug gibt es nur fünf Coins, keinen bezifferten Spread und keine Auszahlung an eigene Wallets.
Die Reichweite ist der eigentliche Punkt. CryptoTicker spricht von rund 50 Millionen Sparkassen-Kunden als potenzieller Zielgruppe CryptoTicker, 19.10.2026. Selbst wenn nur ein kleiner Bruchteil davon jemals in der App auf „Kaufen“ tippt, sind das mehr neue Krypto-Einsteiger, als manche Börse in Jahren gewinnt.
Für wen passt das? Stell dir Sabine vor, 52, seit 30 Jahren Sparkassen-Kundin, die 2.000 Euro in Bitcoin stecken will, ohne sich mit Seed-Phrasen zu beschäftigen: Für sie ist das Angebot naheliegend. Jonas, 28, der Solana staken und eigene Wallets nutzen will, landet dagegen in einer Sackgasse. Wer kleine Beträge oft kauft, sollte bedenken: Bei 25 Euro frisst die Pauschale fast 4 %, ohne Spread. Eine neutrale Einstiegshilfe ist unsere Anleitung Bitcoin kaufen 2026.
Steuerlich ändert sich nichts. Gewinne aus privaten Veräußerungen sind nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr in Deutschland steuerfrei, darunter gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro pro Jahr, die auch die Deka auf ihrer Produktseite nennt DekaBank, Stand 2026. Alle Details stehen in unserem Überblick Krypto Steuern 2026. Wer die politische Debatte um die Haltefrist verfolgt, sollte außerdem unsere Analyse zu Klingbeils Krypto-Steuer lesen. Und ein Blick über die Grenze: Heute Morgen haben wir berichtet, dass Frankreich den Tausch in Stablecoins besteuern will.
Eine Alternative im Depot sind börsengehandelte Produkte, siehe Krypto-ETFs 2026: ETF, ETP oder ETN.
Was bedeutet der Start für den Bitcoin-Kurs?
Kurzfristig fast nichts: Bitcoin notierte am 19. Oktober 2026 um 13:24 Uhr bei rund 81.754 Dollar (etwa 72.651 Euro), nur 0,4 % über dem Vortag; der Start fällt in eine Phase mit ETF-Abflüssen und Zinssorgen.
Das Timing ist unglücklich. Bitcoin war vergangene Woche nach höheren US-Inflationsdaten kurz unter 80.000 Dollar gefallen, rund 950 Millionen Dollar an gehebelten Positionen wurden liquidiert und Bitcoin-ETFs verzeichneten Nettoabflüsse WinFuture, 19.10.2026. Unsere Einordnung dazu findest du in „Bitcoin fällt kurz unter 80.000 Dollar nach heißer US-Inflation“. Am Freitag sprang zudem der Volatilitätsindex VIX um 21,5 % auf 19,99, Bitcoin hielt sich am Wochenende aber über 80.000 Dollar CoinDesk, 18.10.2026.
Aktuell liegt Bitcoin bei 81.754 Dollar, ein Plus von 0,4 % in 24 Stunden CoinMarketCap, 19.10.2026. Ethereum steht bei rund 2.371 Dollar (−1,3 %), XRP bei 1,27 Dollar (−1,8 %), Solana bei rund 104 Dollar (−0,8 %) und POL bei 0,092 Dollar (+0,5 %) CoinMarketCap, 19.10.2026. Von einem „Sparkassen-Effekt“ ist in den Kursen nichts zu sehen.
Unsere Einschätzung: Das ist auch nicht zu erwarten. Wenn 30 bis 40 Institute pro Monat dazukommen und jeweils nur ein kleiner Teil der Kunden kauft, entstehen Zuflüsse, die gegen die täglichen Bewegungen der US-ETFs kaum messbar sind. Der Effekt ist langsam und strukturell: Krypto wird für eine Bevölkerungsgruppe zugänglich, die bisher nie bei einer Börse ein Konto eröffnet hätte. Wie stark Bitcoin unabhängig davon schwankt, zeigt unser Artikel Wie volatil ist Bitcoin wirklich?
Achtung: Kryptowährungen sind hochspekulativ. Auch der DSGV warnt vor starken Kursschwankungen und dem Risiko eines Totalverlusts. Investiere nur Geld, dessen Verlust du verkraften kannst – die Marke Sparkasse ändert nichts an der Volatilität von Bitcoin.
Die wichtigsten Aussagen auf einen Blick
- Laut KryptoZukunft.com-Analyse (Felix Rieger, Oktober 2026) haben die ersten Sparkassen am 19. Oktober 2026 den Kryptohandel per App gestartet; Anbieter ist die DekaBank, Handelspartner Börse Stuttgart Digital.
- Gehandelt werden zum Start fünf Coins: Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana und Polygon (POL).
- Jede Order kostet 0,99 Euro, Verwahrung und Auslieferung sind kostenlos; der Spread der Deka ist nicht beziffert.
- Auszahlungen an private Wallets sind ausgeschlossen, nur zugelassene Kryptodienstleister kommen als Ziel infrage.
- 30 bis 40 Sparkassen sollen pro Monat dazukommen; nach unserer Rechnung wären 230 interessierte Institute etwa Anfang Mai 2027 angebunden.
Ich habe auf diesen Tag lange gewartet, und ich bin trotzdem gemischter Stimmung. Gut finde ich, dass Menschen, die nie ein Konto bei einer Kryptobörse eröffnen würden, jetzt einen regulierten Weg in ihrer gewohnten App haben. Das ist für den deutschen Markt ein echter Schritt, vielleicht sogar ein größerer als mancher US-ETF-Rekord. Die 0,99 Euro pro Order sind fair, solange du nicht in Fünf-Euro-Häppchen kaufst. Was mich stört, ist das, was nicht im Preisblatt steht: Der Spread ist nicht beziffert, und genau dort entstehen bei größeren Beträgen die eigentlichen Kosten. Ich würde mir wünschen, dass die Deka ihn offenlegt, so wie es andere Anbieter längst tun. Der zweite Punkt ist die Auszahlung. Bitcoin, den du nicht auf dein eigenes Wallet holen kannst, ist für mich eher ein Bitcoin-Zertifikat mit besserer Optik. Für viele Einsteiger ist das völlig in Ordnung – nur sollten sie es wissen. Ich werde mir echte Quotes ansehen, sobald meine eigene Sparkasse freigeschaltet ist, und hier nachrechnen. Das hier ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.
Häufige Fragen zum Kryptohandel bei der Sparkasse
Seit wann kann ich bei der Sparkasse Bitcoin kaufen?
Welche Kryptowährungen gibt es bei der Sparkasse?
Was kostet eine Krypto-Order bei der Sparkasse?
Gibt es eine Mindest- oder Höchstorder?
Kann ich Bitcoin von der Sparkasse auf meine Hardware-Wallet übertragen?
Wer verwahrt meine Coins?
Greift die Einlagensicherung für meine Kryptowerte?
Gibt es einen Krypto-Sparplan bei der Sparkasse?
Wie werden Gewinne aus Sparkassen-Bitcoin versteuert?
Ist die Sparkasse günstiger als die Volksbank?
Weiterlesen auf KryptoZukunft.com
Quellen
- DekaBank: Preisinformation für Kryptowerte, Fassung September 2026
- DekaBank: Krypto – powered by Deka, Produktseite, Stand 2026
- t-online/dpa, 19.10.2026
- Blocktrainer, 19.10.2026
- WinFuture, 19.10.2026
- Private Banking Magazin, 19.10.2026
- CryptoTicker (Start), 19.10.2026
- CryptoTicker (Gebühren), 13.10.2026
- CryptoTicker (Hausbanken), 29.09.2026
- VR Bank Würzburg: Kryptowerte handeln, abgerufen 19.10.2026
- Börsen-Zeitung, 28.02.2025
- CoinDesk, 18.10.2026
- CoinMarketCap: Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana, POL – Kurse am 19.10.2026, 13:24 Uhr MESZ
- EZB: Euro-Referenzkurs USD, 1,1253 am 16.10.2026
Zitiervorschlag: Rieger, Felix (2026): Sparkassen starten den Kryptohandel per App – 0,99 Euro pro Order, fünf Coins und ein Haken bei der Auszahlung. KryptoZukunft.com, veröffentlicht am 19. Oktober 2026. https://kryptozukunft.com/2026/10/19/sparkassen-krypto-handel-start-deka/
Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Kryptowährungen sind hochvolatil, ein Totalverlust ist möglich. Spread-Werte im Rechner und in den Tabellen sind Annahmen der Redaktion, keine Angaben der DekaBank.