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Frankreich will den Tausch in Stablecoins besteuern – 38 zu 37 Stimmen, und was das für deutsche Anleger bedeutet

Krypto News - Nachrichten Portal
Symbolbild: Waage mit goldenen Münzen und blau leuchtenden digitalen Token vor einem fast leeren Parlamentssaal
Inhaltsverzeichnis (19)
  1. Frankreich will den Tausch in Stablecoins besteuern – 38 zu 37 Stimmen, und was das für deutsche Anleger bedeutet
  2. Was ist in Paris passiert?
  3. Was genau soll sich in Frankreich ändern?
  4. Warum stimmen Abgeordnete für so eine Steuer?
  5. Wird das wirklich Gesetz?
  6. Was bedeutet das für deutsche Anleger?
  7. Und wenn du in Frankreich wohnst oder dorthin ziehst?
  8. Wie viel Steuer wäre bei einem Tausch fällig? Ein Rechenbeispiel
  9. Rechner: Was kostet dich der Wechsel in einen Stablecoin?
  10. Warum ist die Liquidität das eigentliche Problem?
  11. Was passiert mit der deutschen Haltefrist?
  12. Weichen Anleger jetzt auf DeFi oder Tether aus?
  13. Was bedeutet das für den Bitcoin-Kurs?
  14. Was solltest du jetzt konkret tun?
  15. Die wichtigsten Aussagen auf einen Blick
  16. Häufige Fragen zur französischen Stablecoin-Steuer
  17. Weiterlesen auf KryptoZukunft.com
  18. Quellen
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Krypto News · Steuern

Frankreich will den Tausch in Stablecoins besteuern – 38 zu 37 Stimmen, und was das für deutsche Anleger bedeutet

Die französische Nationalversammlung hat mit einer einzigen Stimme Mehrheit beschlossen, dass ab 2027 schon der Wechsel von Bitcoin in USDC oder EURC Steuern auslösen soll. Für dich in Deutschland ist das eher ein Déjà-vu – denn hier ist der Tausch innerhalb eines Jahres längst steuerpflichtig. Warum sich ein Blick über den Rhein trotzdem lohnt, gerade jetzt, wo Berlin an der Haltefrist sägt.

19. Oktober 2026 · Felix Rieger · Lesezeit ca. 14 Minuten
38 : 37Abstimmung zu Änderungsantrag I-3898, 25 Enthaltungen
17,3 %der 577 Abgeordneten haben überhaupt abgestimmt
31,4 %französische Flat Tax auf Krypto-Gewinne seit 1.1.2026
73.375 €Bitcoin am 19.10.2026 früh (82.569 $, EZB-Kurs 1,1253)

Was ist in Paris passiert?

Am Freitag, 16. Oktober 2026, hat die französische Nationalversammlung den Änderungsantrag I-3898 mit 38 zu 37 Stimmen bei 25 Enthaltungen angenommen; er soll ab dem 1. Januar 2027 den Tausch von Kryptowerten in E-Geld-Token wie USDC oder EURC steuerpflichtig machen.

Eingebracht hat den Antrag der Abgeordnete Nicolas Sansu aus der linken Fraktion Gauche démocrate et républicaine, zusammen mit 16 Mitunterzeichnern The Paypers, 15.10.2026. Er ist Teil der Beratungen zum Haushaltsgesetz 2027, dem „PLF 2027“ Cryptoast, 16.10.2026. Das Ergebnis war denkbar knapp: 38 Ja, 37 Nein, 25 Enthaltungen – und nur 100 der 577 Abgeordneten nahmen teil Bitcoin.com News, 17.10.2026.

Die Vorgeschichte zeigt, wie wackelig das Ganze ist: Der Finanzausschuss hatte den Antrag schon am 7. Oktober als I-CF1826 gebilligt Selectra, 12.10.2026. Danach lehnte derselbe Ausschuss aber den gesamten Einnahmenteil des Haushalts mit 31 zu 3 Stimmen ab – womit das Plenum wieder vom Regierungstext ohne Krypto-Änderungen startete und Sansu seinen Antrag neu einbringen musste The Paypers, 15.10.2026.

Was genau soll sich in Frankreich ändern?

Bisher bleibt in Frankreich ein Krypto-zu-Krypto-Tausch steuerneutral, bis du in Euro auszahlst oder etwas kaufst; nach dem am 16. Oktober 2026 beschlossenen Antrag würde ab 1. Januar 2027 schon der Tausch in einen MiCA-E-Geld-Token als Veräußerung gelten.

Frankreich kennt heute einen sogenannten Steueraufschub („sursis d’imposition“): Wer Bitcoin gegen einen anderen Coin tauscht, zahlt nichts. Fällig wird die Steuer erst, wenn Euro aufs Konto fließen oder du mit Krypto etwas bezahlst Cryptoast, 16.10.2026. Stablecoins waren damit ein bequemer Parkplatz: Gewinne mitnehmen, warten, wieder einsteigen – ohne Steuerereignis.

Genau das soll enden. Erfasst werden laut Antrag Tauschvorgänge, bei denen du einen E-Geld-Token im Sinne der EU-Verordnung MiCA erhältst, also einen an eine einzige Währung gekoppelten Stablecoin Cryptonaute, 18.10.2026. Genannt werden USDC und EURC von Circle. Ob auch Tether (USDT) betroffen wäre, ist unklar: Cryptoast meint, entscheidend sei die rechtliche Definition, nicht die MiCA-Zulassung Cryptoast, 16.10.2026; Selectra weist dagegen darauf hin, dass USDT nicht im EU-Register steht und im Antrag nicht genannt wird Selectra, 12.10.2026. Diese Frage ist offen.

Außerdem soll der Gewinn künftig pro Coin mit einem gewichteten Durchschnittspreis berechnet werden statt über das Gesamtportfolio; für Altbestände gibt es eine einmalige Wahl der Ausgangsbasis Selectra, 12.10.2026. Einen neuen Steuersatz gibt es nicht. Es gilt die Flat Tax, die seit 1. Januar 2026 bei 31,4 % liegt, weil der Sozialabgaben-Anteil von 17,2 auf 18,6 % gestiegen ist The Paypers, 15.10.2026.

BausteinStatus am 19.10.2026Was das heißt
Krypto→Krypto-Tausch steuerneutral (Frankreich)geltendes RechtTausch 2026 bleibt in jedem Fall aufgeschoben
Flat Tax 31,4 %geltendes Recht seit 1.1.2026Satz für Krypto-Gewinne von Privatpersonen
Antrag I-3898: Tausch in E-Geld-Token = Veräußerungin 1. Lesung angenommen, nicht GesetzSenat und Regierung können ihn kippen
Durchschnittspreis pro Coin + ÜbergangswahlTeil desselben AntragsNur relevant, wenn der Antrag überlebt
Wegzugsteuer auf Krypto ab 800.000 €im Ausschuss gebilligt, Plenum unklarPlenumsergebnis nicht bekannt
Deutschland: Tausch innerhalb eines Jahres steuerpflichtiggeltendes RechtBMF-Schreiben vom 6.3.2025
Deutschland: Haltefrist-Abschaffung für Käufe ab 2027Referentenentwurf, kein KabinettsbeschlussKabinettstermin 14.10. verstrich ohne Befassung

Warum stimmen Abgeordnete für so eine Steuer?

Die Antragsteller argumentieren, Stablecoins funktionierten wie Geld und der Steueraufschub sei ein Schlupfloch; Chainalysis bezifferte die in Frankreich für 2025 deklarierte steuerpflichtige On-Chain-Aktivität auf 9,4 Milliarden Dollar, darunter 2,5 Milliarden Dollar Kursgewinne.

Sansu sagt, er wende nur bestehendes Recht auf einen Fall an, den das Gesetz bisher nicht abgedeckt habe; er verweist auf Italien und Großbritannien als Länder, die ähnlich vorgegangen seien Bitcoin.com News, 10.10.2026. Im Antragstext heißt es sinngemäß, die Regel schaffe „keine neue Belastung“ Bitcoin.com News, 17.10.2026.

Dahinter steht ein Vollzugsproblem. Berichte zitieren eine Schätzung, wonach rund 90 % der französischen Krypto-Gewinne nicht erklärt werden, und nennen 24.000 Steuerpflichtige, die für 2024 zusammen rund 427 Millionen Dollar an Gewinnen angegeben haben CryptoActu, 18.10.2026. Chainalysis kommt für 2025 auf 2,5 Milliarden Dollar deklarierte Kursgewinne Cryptonaute, 18.10.2026. Die Zahlen messen Unterschiedliches und passen nicht sauber zusammen. Zur Größenordnung: 2,5 Milliarden Dollar mit 31,4 % besteuert ergäben theoretisch rund 785 Millionen Dollar. Was der Stablecoin-Tausch zusätzlich bringt, hat niemand beziffert.

Wird das wirklich Gesetz?

Stand 19. Oktober 2026 ist die französische Stablecoin-Steuer nicht beschlossen: Der Antrag hat nur die erste Lesung der Nationalversammlung passiert, die Regierung lehnt ihn ab, und der Senat muss den Haushalt 2027 noch beraten.

Unsere Einschätzung: Die Chancen sind eher mäßig. Erstens hat die Ministerin für öffentliche Rechnungen nach Berichten schon im Vorfeld um Rücknahme gebeten – wegen der Umsetzungskomplexität KuCoin News, 18.10.2026. Zweitens kann die Regierung beantragen, den Antrag wieder zu streichen, oder zur Ursprungsfassung zurückkehren CryptoActu, 18.10.2026. Drittens: Greift sie zum Verfassungsartikel 49.3, kann sie den Haushalt ohne Abstimmung durchbringen und dabei selbst entscheiden, welche Änderungen sie übernimmt Cryptoast, 16.10.2026.

Der nächste Termin ist schon morgen: Für Dienstag, den 20. Oktober 2026, ist die förmliche Abstimmung über den ersten Teil des Haushalts angesetzt The Paypers, 15.10.2026. Danach folgt der Senat, bei Uneinigkeit ein gemeinsamer Ausschuss beider Kammern Selectra, 12.10.2026. 38 Stimmen in einem fast leeren Saal sind kein Konsens – aber ein Signal, dass die Idee salonfähig wird.

Was bedeutet das für deutsche Anleger?

Für Anleger mit Wohnsitz in Deutschland ändert der Pariser Beschluss vom 16. Oktober 2026 direkt nichts, denn hierzulande ist der Tausch von Bitcoin in einen Stablecoin innerhalb eines Jahres nach dem Kauf schon heute ein steuerpflichtiges privates Veräußerungsgeschäft.

Nach dem BMF-Schreiben vom 6. März 2025 setzt das Finanzamt beim Tausch von Kryptowerten den Marktkurs der erhaltenen Coins als Veräußerungserlös an Deubner Verlag, BMF-Schreiben 6.3.2025 PwC Blog, 7.3.2025. Tauschst du also Bitcoin nach acht Monaten in USDC, hast du verkauft – mit allen Folgen. Liegt der Kauf mehr als ein Jahr zurück, ist der Gewinn steuerfrei. Und bleiben deine gesamten privaten Veräußerungsgewinne im Jahr unter 1.000 €, zahlst du ebenfalls nichts; das ist eine Freigrenze, kein Freibetrag Deubner Verlag, BMF-Schreiben 6.3.2025. Die Details haben wir in unserem Überblick zu steuerpflichtigen Krypto-Transaktionen aufgeschrieben.

Frankreich würde mit dem Antrag also ein Stück näher an das deutsche Modell rücken – allerdings ohne die Haltefrist, die in Frankreich nie existierte.

Und wenn du in Frankreich wohnst oder dorthin ziehst?

Wer ab 2027 in Frankreich steuerlich ansässig ist, müsste nach dem Antrag vom 16. Oktober 2026 jeden Tausch in USDC oder EURC mit 31,4 % auf den Gewinn versteuern – unabhängig davon, wie lange er den Coin gehalten hat.

Das betrifft etwa Grenzpendler und alle, die über einen Umzug nachdenken. Ein zweiter Antrag aus dem Ausschuss würde zudem eine Wegzugsteuer auf Kryptobestände über 800.000 € einführen, wenn jemand in sechs der letzten zehn Jahre in Frankreich steuerpflichtig war The Paypers, 15.10.2026. Ob dieser Teil im Plenum ebenfalls angenommen wurde, geht aus den uns vorliegenden Berichten nicht hervor. Einen Vergleich der Länderregeln findest du in unserem Krypto-Steuer-Ländervergleich, für Österreich gibt es einen eigenen Leitfaden zu den Kryptosteuern in Österreich.

Wie viel Steuer wäre bei einem Tausch fällig? Ein Rechenbeispiel

Bei 4.000 € Einstand und 10.000 € Tauschwert entstehen 6.000 € Gewinn: In Frankreich wären ab 2027 1.884 € fällig, in Deutschland heute bei 30 % Grenzsteuersatz 1.800 € innerhalb des ersten Jahres und 0 € nach einem Jahr Haltedauer (Stand 19. Oktober 2026).

Das Beispiel stammt aus Frankreich selbst: Selectra rechnet mit „Thomas“, der Bitcoin für 4.000 € gekauft hat und sie 2027 bei 10.000 € in USDC tauscht – 6.000 € Gewinn, 31,4 % Flat Tax, also 1.884 € Selectra, 12.10.2026. Der Unterschied zu Deutschland liegt weniger im Satz als in der Zeit: Hier entscheidet die Haltedauer alles, dort nichts.

Spielen wir es mit einem ganzen Bitcoin durch. Angenommen, du hast vor zehn Monaten 1 BTC für 60.000 € gekauft. Am Montagmorgen notierte Bitcoin bei rund 82.569 Dollar CoinMarketCap, 19.10.2026, umgerechnet mit dem EZB-Referenzkurs von 1,1253 Dollar je Euro vom 16. Oktober EZB, 16.10.2026 sind das etwa 73.375 €. Gewinn: 13.375 €. In Frankreich ab 2027: 4.199,75 €. In Deutschland heute bei 30 % Grenzsteuersatz: 4.012,50 € – und zwei Monate später, nach Ablauf der Jahresfrist, null. Probier deine eigenen Zahlen aus.

Rechner: Was kostet dich der Wechsel in einen Stablecoin?

Frankreich ab 2027 (31,4 %, falls beschlossen)1.884 €
Deutschland heute (§ 23 EStG)1.800 €
Deutschland laut Entwurf, Kauf ab 2027 (26,375 %)1.583 €

Gewinn: 6.000 €. In Frankreich gingen 18,8 % des Tauschwerts an den Fiskus – ohne dass ein einziger Euro auf deinem Konto gelandet ist.

Vereinfachung: ohne Kirchensteuer, ohne andere Gewinne im Jahr (Freigrenze 1.000 € in Deutschland berücksichtigt), ohne Verlustverrechnung und Sparer-Pauschbetrag. Der deutsche Entwurfssatz (25 % plus Soli) gilt nur für Coins, die nach dem 31.12.2026 gekauft werden, und ist nicht beschlossen.

Warum ist die Liquidität das eigentliche Problem?

Eine Steuer auf den Tausch in Stablecoins wird fällig, ohne dass Euro geflossen sind: Im Beispiel mit 10.000 € Tauschwert müsstest du 1.884 € oder 18,8 % des Werts aus anderen Mitteln zahlen oder einen Teil der Stablecoins verkaufen.

Das ist die Kritik, die in Frankreich am lautesten ist: Wer tauscht, hat kein Bargeld bekommen, schuldet aber Steuer. Gerade aktive Trader könnten bei jedem Tausch Steuern schulden, auch wenn sie nie etwas abheben CryptoActu, 18.10.2026. In Deutschland kennen wir das seit Jahren: Wer 2021 kurzfristig zwischen Coins wechselte und 2022 Verluste machte, schuldete trotzdem Steuern auf die Tauschgewinne von 2021.

Unsere Einschätzung: Ein Stablecoin ist steuerlich kein Euro-Konto. Aus der Praxis: Leg bei jedem steuerpflichtigen Tausch rund ein Drittel des Gewinns zur Seite, bis du deinen genauen Satz kennst.

Was passiert mit der deutschen Haltefrist?

Die Bundesregierung hat die Abschaffung der einjährigen Haltefrist bis zum 19. Oktober 2026 nicht beschlossen: Der Referentenentwurf vom 30. September sieht 25 % Abgeltungsteuer für Coins vor, die nach dem 31. Dezember 2026 gekauft werden, doch der Kabinettstermin am 14. Oktober verstrich ohne Befassung.

Der Entwurf trägt den Titel „Gesetz zur Reform der Besteuerung bestimmter Kryptowerte im Privatvermögen“. Bitcoin und andere Tausch-Kryptowerte sollen als Kapitalerträge nach § 20 EStG gelten, die Haltefrist für Neukäufe fällt weg, Altbestände behalten ihren Schutz. Ab 1. Januar 2028 sollen Anbieter die Steuer direkt einbehalten; das BMF rechnet langfristig mit 350 Millionen Euro Mehreinnahmen pro Jahr Blocktrainer, Oktober 2026. Bei einer Anhörung im Bundestag zu einer Petition mit mehr als 44.000 Unterstützern hielt das Ministerium an dem Plan fest und brachte sogar ins Spiel, die Haltefrist auch für andere Vermögenswerte wie Gold zu überdenken stock3/BTC-ECHO, 12.10.2026.

Am 14. Oktober stand das Thema dann aber nicht auf der Tagesordnung des Kabinetts; laut BMF laufen die regierungsinternen Abstimmungen noch, einen neuen Termin gibt es nicht CryptoTicker, 15.10.2026. Für einen Start am 1. Januar 2027 braucht es noch Bundestag und Bundesrat – sportlich. Wie der Entwurf den Krypto-zu-Krypto-Tausch genau behandelt, ist öffentlich nicht vollständig dokumentiert. Die bisherige Debatte haben wir in unserem Faktencheck zu den Krypto-Plänen von CDU und SPD und im Überblick Krypto-Steuern 2026 zusammengefasst.

In Italien stieg der Satz auf Krypto-Gewinne zum 1. Januar 2026 von 26 auf 33 %, MiCA-konforme Euro-E-Geld-Token bleiben bei 26 % SpazioCrypto, 14.8.2026. Dazu kommt die EU-Meldepflicht DAC8. Die Richtung in Europa: Krypto-Gewinne sollen wie Aktiengewinne behandelt werden.

Weichen Anleger jetzt auf DeFi oder Tether aus?

Chainalysis warnte am 18. Oktober 2026, die französische Stablecoin-Steuer könne Anleger zu DeFi-Plattformen, Peer-to-Peer-Handel und Börsen außerhalb des Steuerdatenaustauschs drängen; belastbare Zahlen zu einer solchen Verlagerung gibt es bisher nicht.

François Volpoet, Regionalvertriebsleiter von Chainalysis für Frankreich, schrieb, die Steuer „pourrait pousser les investisseurs vers les plateformes DeFi“ – sie könnte Anleger also zu DeFi treiben Cryptonaute, 18.10.2026. Als Beleg dafür, dass Regulierung Volumen verschiebt, nennt Chainalysis den Euro-Stablecoin EURC: Seine europäischen Volumina stiegen zwischen Juli 2024 und Juni 2025 um 2.727 %, die von USDC um 86 %. Das ist ein vielfach stärkeres Wachstum, allerdings von kleiner Basis.

Analysten erwarten außerdem Ausweichbewegungen in goldgedeckte Token Bitcoin.com News, 17.10.2026. Klar ist: Das sind Ausweichstrategien mit eigenen Risiken. USDT ist seit dem MiCA-Stichtag bei vielen EU-Börsen nicht mehr handelbar (siehe unsere Übersicht der Börsen mit USDC und EURC), und DeFi schützt nicht vor der Steuerpflicht, nur vor der automatischen Meldung.

Was bedeutet das für den Bitcoin-Kurs?

Kurzfristig kaum etwas: Bitcoin notierte am Morgen des 19. Oktober 2026 bei rund 82.569 Dollar und damit etwa 34,6 % unter dem Rekordhoch von 126.200 Dollar; die Märkte bewegen gerade ETF-Abflüsse und Zinsangst, nicht ein französischer Änderungsantrag.

Bitcoin hatte in der Vorwoche kurz unter 80.000 Dollar notiert, worüber wir in unserer Analyse zum Rutsch unter 80.000 Dollar berichtet haben. Über die vergangenen zwei Wochen flossen aus US-Spot-Bitcoin-ETFs rund 1 Milliarde Dollar ab (228,4 Mio. in dieser, 681,1 Mio. in der Vorwoche), und der Nasdaq verlor auf Wochensicht mehr als 4 % KuCoin Daily Report, 19.10.2026. Ethereum: rund 2.371 Dollar CoinMarketCap, 19.10.2026.

Mittelfristig betrifft so eine Steuer eher die Marktstruktur: Fällt der steuerneutrale Parkplatz weg, wechseln Anleger womöglich direkt in Euro. Ein Kursmacher für Bitcoin ist Frankreich nicht.

Was solltest du jetzt konkret tun?

Als deutscher Anleger musst du wegen des Pariser Beschlusses vom 16. Oktober 2026 nichts ändern; sinnvoll ist, deine Kaufdaten pro Coin sauber zu dokumentieren, denn sowohl die deutsche Haltefrist als auch eine mögliche Reform ab 2027 hängen am Anschaffungsdatum.

  • Kaufdaten sichern: Exportiere die Transaktionshistorie aller Börsen und Wallets. Der deutsche Entwurf sieht vor, dass Anbieter bei fehlenden Daten pauschal einen Kauf nach dem 31.12.2026 unterstellen Blocktrainer, Oktober 2026.
  • Stablecoin-Tausch bewusst planen: Innerhalb der Jahresfrist ist jeder Wechsel in USDC oder EURC ein Verkauf. Prüfe vorher das Kaufdatum.
  • Rücklagen bilden: Freiwillig Versicherte sollten auch an Krankenkassenbeiträge auf Krypto-Gewinne denken.

Die wichtigsten Aussagen auf einen Blick

  • Laut KryptoZukunft.com-Analyse (Felix Rieger, Oktober 2026) hat Frankreichs Nationalversammlung am 16.10.2026 mit 38:37 Stimmen beschlossen, den Tausch von Krypto in E-Geld-Token ab 2027 zu besteuern – bei nur 100 von 577 anwesenden Abgeordneten; Gesetz ist das noch nicht.
  • In Deutschland ist der Tausch in Stablecoins innerhalb eines Jahres schon heute steuerpflichtig; nach einem Jahr bleibt er steuerfrei.
  • Rechenbeispiel: 6.000 € Gewinn kosten in Frankreich ab 2027 1.884 €, in Deutschland bei 30 % Grenzsteuersatz 1.800 € (unter einem Jahr) oder 0 € (über einem Jahr).
  • Die deutsche Haltefrist-Reform ist ein Referentenentwurf; der Kabinettstermin am 14.10.2026 verstrich ohne Beschluss.
Ich habe die Meldung aus Paris am Wochenende zweimal gelesen, weil ich erst dachte, ich hätte etwas übersehen. Für uns in Deutschland ist das, was die Franzosen jetzt einführen wollen, seit Jahren Alltag: Wer innerhalb eines Jahres von Bitcoin in USDC wechselt, hat verkauft. Viele Leserinnen und Leser schreiben mir trotzdem, sie hätten „nur getauscht, nicht ausgezahlt“. Genau dieses Missverständnis kostet am Ende Geld. Spannender finde ich, was der Fall über Europa verrät. Italien hat erhöht, Frankreich sucht Lücken, und in Berlin liegt ein Entwurf, der die Haltefrist für Neukäufe abschaffen soll. Ich glaube nicht, dass der französische Antrag in dieser Form überlebt, dafür war die Mehrheit zu zufällig und die Regierung zu klar dagegen. Aber ich glaube, dass die Zeit der steuerlichen Sonderwege für Krypto in Europa langsam zu Ende geht. Mein Rat ist unspektakulär: Dokumentiere jeden Kauf mit Datum und Preis, plane Tauschvorgänge bewusst und bilde Rücklagen. Das hier ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Felix Rieger · Gründer & Chefredakteur · KryptoZukunft.com · 19. Oktober 2026

Häufige Fragen zur französischen Stablecoin-Steuer

Ist die Steuer auf den Stablecoin-Tausch in Frankreich schon beschlossen?
Nein. Die Nationalversammlung hat den Antrag I-3898 am 16. Oktober 2026 in erster Lesung mit 38 zu 37 Stimmen angenommen; Senat und Regierung können ihn noch streichen.
Ab wann würde die französische Regel gelten?
Laut Antrag ab dem 1. Januar 2027. Tauschvorgänge im Jahr 2026 bleiben in Frankreich in jedem Fall steuerlich aufgeschoben.
Welche Stablecoins wären betroffen?
E-Geld-Token im Sinne der MiCA-Verordnung, also an eine einzige Währung gekoppelte Stablecoins wie USDC und EURC. Ob auch USDT erfasst wäre, ist umstritten und hängt von der endgültigen Formulierung ab.
Welcher Steuersatz gilt in Frankreich?
Die Flat Tax von 31,4 % (12,8 % Einkommensteuer plus 18,6 % Sozialabgaben), alternativ die progressive Einkommensteuer.
Muss ich in Deutschland Steuern zahlen, wenn ich Bitcoin in USDC tausche?
Ja, wenn zwischen Kauf und Tausch nicht mehr als ein Jahr liegt und deine privaten Veräußerungsgewinne im Jahr insgesamt 1.000 € oder mehr betragen. Nach mehr als einem Jahr Haltedauer ist der Gewinn steuerfrei.
Betrifft mich die französische Regel als deutscher Anleger?
Nur, wenn du in Frankreich steuerlich ansässig bist. Maßgeblich ist der Wohnsitz, nicht die Börse, bei der du handelst.
Wird die Haltefrist in Deutschland abgeschafft?
Das ist geplant, aber nicht beschlossen. Ein Referentenentwurf vom 30. September 2026 sieht für Coins, die nach dem 31. Dezember 2026 gekauft werden, 25 % Abgeltungsteuer ohne Haltefrist vor. Der Kabinettstermin am 14. Oktober verstrich ohne Befassung.
Wären meine heutigen Bitcoin von der deutschen Reform betroffen?
Nach dem Entwurf nicht: Käufe bis 31. Dezember 2026 sollen die einjährige Haltefrist behalten. Ob das so bleibt, ist offen.
Warum ist die Abstimmung so umstritten?
Nur 100 von 577 Abgeordneten stimmten ab, eine Stimme gab den Ausschlag, und die Regierung lehnt den Antrag ab.
Kann ich die Steuer umgehen, indem ich in DeFi tausche?
Nein. DeFi-Tauschvorgänge sind steuerlich genauso relevant; sie werden nur seltener automatisch gemeldet. Wer steuerpflichtige Gewinne bewusst nicht erklärt, begeht Steuerhinterziehung.

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Hinweis: Keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Beide Steuerreformen sind nicht beschlossen, die Rechenbeispiele vereinfacht. Lass deine Situation steuerlich prüfen. Kryptowerte sind hochvolatil, ein Totalverlust ist möglich.

Stand: 19. Oktober 2026. Kurse sind Momentaufnahmen. Keine Vergütung durch genannte Unternehmen.