K33 und Bitwise sehen einen Bullenmarkt-Reset – und drei historische Vergleichsfälle stützen die These
Inhaltsverzeichnis (18)
- K33 und Bitwise sehen einen Bullenmarkt-Reset – und drei historische Vergleichsfälle stützen die These
- Was genau sagen die Analysten?
- Das stärkste Argument: vier Durchschnitte in vier Tagen
- Das zweite Argument: der Options-Skew hat gedreht
- Das dritte Argument: der Hebel ist raus
- Das vierte Argument: die Nachfrage kommt zurück
- Der Bessent-Katalysator: was genau passiert ist
- Die Korrelationen haben sich verschoben
- Der zweite Katalysator: Bitwise und die Geopolitik
- Wie belastbar ist die These insgesamt?
- Was K33 selbst nicht behauptet
- Was heißt das für dich als Anleger?
- Der steuerliche Punkt nach einer starken Woche
- Welche Termine entscheiden über die These?
- Fazit
- Häufige Fragen zur Bullenmarkt-These
- Weiterführende Analysen
- Ähnliche Beiträge
K33 und Bitwise sehen einen Bullenmarkt-Reset – und drei historische Vergleichsfälle stützen die These
Bitcoin legte in einer Woche 23 Prozent zu und eroberte alle vier großen gleitenden Durchschnitte binnen vier Tagen zurück. Nach Auswertung von K33 gab es das zuvor nur dreimal – Oktober 2015, April 2020 und Oktober 2023, jeweils am Beginn eines zyklischen Bullenmarkts. Dazu kommen 31.740 Bitcoin Zuflüsse in Investmentprodukte und eine Options-Positionierung, die sich erstmals seit fast einem Jahr gedreht hat. Dieser Bericht prüft die These – und benennt die Zahl, die dagegen spricht.
Was genau sagen die Analysten?
Zwei Häuser, zwei unterschiedliche Argumentationslinien – die sich ergänzen statt zu überschneiden.
| Quelle | Kernargument | Grundlage |
|---|---|---|
| K33 (Vetle Lunde) | Technische und Derivate-Signale gleichen früheren Bärenmarkt-Ausbrüchen | Moving Averages, Options-Skew, Leverage-Reset |
| Bitwise (Matt Hougan) | Geopolitische Nutzung des Finanzsystems stärkt neutrale Netzwerke | angekündigter Wirtschaftsdruck auf Iran |
Nach dem Bericht von The Block (26.08.2026) sowie Bitbo und Tradingpedia.
Das stärkste Argument: vier Durchschnitte in vier Tagen
Bitcoin hat den 50-Tage-, 100-Tage-, 200-Tage- und 200-Wochen-Durchschnitt binnen vier Tagen zurückerobert – schneller als in jedem früheren Zyklus.
| Zeitpunkt | Was danach folgte |
|---|---|
| Oktober 2015 | Beginn eines zyklischen Bullenmarkts |
| April 2020 | Beginn eines zyklischen Bullenmarkts |
| Oktober 2023 | Beginn eines zyklischen Bullenmarkts |
| August 2026 | offen |
K33-Auswertung: In diesen drei Fällen wurden alle vier Durchschnitte innerhalb von 45 Tagen zurückerobert – diesmal in vier.
Warum der 200-Wochen-Durchschnitt zählt
Er glättet knapp vier Jahre Kursgeschichte und bewegt sich entsprechend träge. Ein Kurs, der ihn überschreitet, hat mehr getan als eine Tagesbewegung – er hat den mehrjährigen Durchschnitt seiner eigenen Historie hinter sich gelassen.
Genau deshalb gilt diese Marke unter Analysten als bedeutsamer als die kurzfristigen Durchschnitte. Was gleitende Durchschnitte grundsätzlich leisten, erklärt unser Beitrag zur EMA-Trading-Strategie.
Die statistische Schwäche, die man kennen sollte
Drei Vergleichsfälle sind keine Statistik. Bei einer Stichprobe von drei lässt sich keine Wahrscheinlichkeit ableiten – nur ein Muster beschreiben. Es fehlen zudem die Gegenbeispiele: Fälle, in denen ein ähnliches Signal auftrat und kein Bullenmarkt folgte, tauchen in einer solchen Auswertung nicht auf, wenn die Bedingung eng genug definiert ist.
Das entwertet die Beobachtung nicht – sie ist bemerkenswert. Aber sie ist eine Analogie, keine Prognose, und K33 formuliert das auch so.
Das zweite Argument: der Options-Skew hat gedreht
Ein Signal, das schwerer zu manipulieren ist als Kursbewegungen – und deshalb aussagekräftiger.
Der Sechs-Monats-25-Delta-Skew bei Bitcoin-Optionen wurde erstmals seit September 2025 negativ. Das bedeutet: Kaufoptionen sind teurer geworden als Verkaufsoptionen – nach elf aufeinanderfolgenden Monaten, in denen Händler einen Aufschlag für Absicherung nach unten gezahlt haben.
Was der Skew misst
Er vergleicht die Preise von Optionen, die auf steigende und auf fallende Kurse setzen. Ein positiver Skew bedeutet, dass Absicherung nach unten teurer ist – der Markt fürchtet Rückschläge. Ein negativer Skew bedeutet das Gegenteil.
Der Wechsel nach elf Monaten ist bemerkenswert, weil Optionspreise echtes Kapital widerspiegeln, nicht Meinungen. Wer eine Option kauft, zahlt dafür – Umfragen und Stimmungsindizes kosten nichts.
Das dritte Argument: der Hebel ist raus
Der Squeeze hat die Positionierung bereinigt – und das ist strukturell wichtiger als der Kursanstieg selbst.
| Kennzahl | Entwicklung | Bedeutung |
|---|---|---|
| Short-Liquidationen 19. August | 1,37 Mrd. $ | fast doppelt so viel wie der bisherige Tagesrekord |
| Bisheriger Rekord (Juli 2021) | 757 Mio. $ | Vergleichsmaßstab |
| Weitere Liquidationen 21. August | 739 Mio. $ | zweite Welle |
| Perpetual Open Interest | auf 284.000 BTC gefallen | niedrigster Stand seit Mai |
| Funding-Raten | zurück auf neutral | keine einseitige Positionierung mehr |
Warum ein Leverage-Reset positiv gewertet wird
Ein Markt mit hohem Hebel ist anfällig: Jede kleine Bewegung löst Kettenreaktionen aus. Ist der Hebel abgebaut, kann sich ein Kurs aus eigener Kraft bewegen, statt von Zwangsschließungen getrieben zu werden.
Das Open Interest bei Perpetuals fiel auf 284.000 BTC – den niedrigsten Stand seit Mai. Zusammen mit neutralen Funding-Raten heißt das: Die einseitige Positionierung, die den Squeeze erst ermöglicht hat, ist aufgelöst. Die Mechanik dahinter haben wir im Beitrag Der größte Short-Squeeze seit 2021 aufgeschlüsselt.
Das vierte Argument: die Nachfrage kommt zurück
Zwei Zahlen, die zusammen mehr aussagen als jede einzeln.
| Kennzahl | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Zuflüsse in Bitcoin-ETPs | 31.740 BTC | stärkste Woche seit Oktober 2025 |
| Gesamtbestand dieser Produkte | 1,47 Mio. BTC | — |
| Abstand zum bisherigen Höchststand | 121.743 BTC darunter | nach Abflüssen von Mai bis Juni |
| Durchschnittliches Spot-Volumen | 4,7 Mrd. $ täglich | plus 188 Prozent, höchster Stand seit Anfang Juni |
K33-Daten, wiedergegeben nach Tradingpedia und CoinDesk.
Die Zahl, die zur Vorsicht mahnt
Trotz der stärksten Zuflusswoche seit Oktober 2025 liegen die Bestände dieser Produkte noch 121.743 Bitcoin unter ihrem Vorhoch. Die Abflüsse zwischen Mai und Juni waren so groß, dass eine Rekordwoche sie nicht aufholt.
Anders gerechnet: Bei dem Tempo dieser Woche bräuchte es rund vier weitere Wochen in derselben Größenordnung, nur um den alten Stand wieder zu erreichen. Der Trend hat gedreht – die Lücke ist noch da.
Der Bessent-Katalysator: was genau passiert ist
Der Auslöser der gesamten Bewegung – und er kam nicht aus dem Kryptomarkt.
US-Finanzminister Scott Bessent kündigte am 19. August an, die Rückkäufe langfristiger Staatsanleihen von zwei auf mindestens vier Milliarden Dollar je Operation zu verdoppeln. Betroffen sind Papiere mit zehn- bis dreißigjähriger Laufzeit, wirksam ab dem 9. September 2026.
Der Zeitpunkt war kein Zufall: Die Rendite dreißigjähriger US-Anleihen lag bei rund 5,34 Prozent – dem höchsten Stand seit 2007.
Warum das Bitcoin bewegt
K33 argumentiert, die Ankündigung habe eine Bereitschaft zur Marktintervention signalisiert und damit Nachfrage nach knappen Vermögenswerten ausgelöst. Verstärkt wurde das durch Berichte, wonach das Finanzministerium sein rund eine Billion Dollar schweres Konto bei der Notenbank nutzen könnte, um größere Rückkäufe zu finanzieren.
Bitcoin und Gold stiegen, während Aktien nachgaben – eine Konstellation, die auf eine bestimmte Erwartung hindeutet: mehr Liquidität, geringere reale Renditen.
Die Gegenzahl, die fast nirgends steht
Die Renditeentlastung hielt weniger als 24 Stunden. Der Anleihemarkt hat die Intervention nach kurzer Zeit wieder eingepreist – die dreißigjährige Rendite kehrte auf ihr vorheriges Niveau zurück.
Das ist der wichtigste Vorbehalt gegenüber der These: Wenn der Markt, auf den die Maßnahme zielte, sie innerhalb eines Tages ignoriert, ist fraglich, wie tragfähig der abgeleitete Effekt auf andere Anlageklassen ist. Der Kryptomarkt reagierte stärker und länger als der Anleihemarkt selbst.
Die Korrelationen haben sich verschoben
Der vielleicht interessanteste Datenpunkt – weil er eine alte Debatte berührt.
| Korrelation (90 Tage) | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Bitcoin zu Gold | 0,52 | höchster Stand seit Oktober 2020 |
| Bitcoin zu Nasdaq | 0,38 | Einjahrestief |
Was das bedeutet – und was nicht
Bitcoin wurde jahrelang wie ein Technologiewert gehandelt: stieg der Nasdaq, stieg Bitcoin. Diese Kopplung hat sich gelockert, während die Kopplung an Gold zugenommen hat.
K33 wertet die Divergenz als ermutigend und argumentiert, Bitcoin sei gut positioniert, falls die Bemühungen zur Senkung langfristiger US-Renditen ausgeweitet würden. Wichtig bleibt die Einschränkung: Korrelationen sind rollierende Kennzahlen über 90 Tage. Sie beschreiben die jüngste Vergangenheit und können sich innerhalb weniger Wochen wieder drehen – das ist in beide Richtungen schon mehrfach passiert.
Der zweite Katalysator: Bitwise und die Geopolitik
Ein völlig anderes Argument – und es kommt ohne Charttechnik aus.
Bitwise-Investmentchef Matt Hougan verweist auf eine weitere Ankündigung Bessents: einen angekündigten wirtschaftlichen Druck gegen Irans globale Finanzverbindungen. Hougan schrieb in einer Kundenmitteilung sinngemäß, je stärker das globale Finanzsystem zu einem Werkzeug geopolitischer Macht werde, desto wertvoller werde ein neutrales Finanznetzwerk.
Die Logik dahinter
Das Argument ist nicht neu, aber es hat eine klare Struktur: Wenn Staaten Zahlungsinfrastruktur als Druckmittel einsetzen, steigt der Wert eines Systems, das niemandem gehört und von niemandem abgeschaltet werden kann.
Es ist zugleich das am schwersten überprüfbare Argument der gesamten These. Es beschreibt einen langfristigen Strukturtrend, keine Entwicklung, die sich in Wochen messen ließe – und es lässt sich weder belegen noch widerlegen, solange keine Zahlen dazu existieren.
Wo dieses Argument an Grenzen stößt
In der Praxis läuft der Zugang zu Kryptowährungen für die meisten Menschen über regulierte Börsen mit Identitätsprüfung – also genau über die Infrastruktur, deren Umgehung das Argument beschreibt. Wer in der EU handelt, tut das unter MiCA mit vollständiger Identifikation.
Die Neutralität des Netzwerks gilt für die Blockchain selbst, nicht automatisch für den Weg dorthin. Das ist kein Widerspruch zum Argument, aber eine notwendige Präzisierung.
Wie belastbar ist die These insgesamt?
Sechs Signale stehen dafür, drei Vorbehalte dagegen. Die Gegenüberstellung ist ehrlicher als jede Zusammenfassung.
| Signal | Stärke | Einschränkung |
|---|---|---|
| Vier Durchschnitte in vier Tagen | historisch selten | nur drei Vergleichsfälle |
| Options-Skew negativ | echtes Kapital, keine Meinung | kann schnell drehen |
| Leverage-Reset | strukturell bereinigt | Positionierung baut sich neu auf |
| ETP-Zuflüsse 31.740 BTC | stärkste Woche seit Okt. 2025 | 121.743 BTC unter dem Vorhoch |
| Spot-Volumen plus 188 Prozent | echte Marktaktivität | Volumen folgt Volatilität |
| Gold-Korrelation auf 0,52 | Regimewechsel möglich | rollierende Kennzahl |
| Dagegen | ||
| Renditeentlastung | hielt keine 24 Stunden | — |
| Abstand zum Allzeithoch | weiterhin 36 Prozent | — |
| Auslöser befristet | Rückkäufe enden am 4. November | — |
Die faire Zusammenfassung
Die Signale sind real und ungewöhnlich – vor allem der Options-Skew und die Geschwindigkeit der Durchschnitts-Rückeroberung. Das ist mehr als eine Kursbewegung.
Zugleich beruht die historische Analogie auf drei Fällen, der Hauptauslöser ist bis zum 4. November befristet, und der Anleihemarkt selbst hat die Intervention innerhalb eines Tages abgeschüttelt. Wer die These übernimmt, sollte beide Hälften kennen.
Was K33 selbst nicht behauptet
Bemerkenswert ist die Zurückhaltung in der Formulierung. Lunde schreibt von Signalen, die früheren Bärenmarkt-Ausbrüchen ähneln, und weist ausdrücklich darauf hin, dass Bitcoin weiterhin 36 Prozent unter dem Allzeithoch liegt.
Der Titel des Reports – „Altitude sickness can wait“, sinngemäß: Höhenkrankheit kann warten – ist selbst eine Einschränkung. Er beschreibt einen Aufstieg, der noch nicht weit genug gegangen ist, um gefährlich zu werden.
Was heißt das für dich als Anleger?
Weniger, als die Schlagzeile nahelegt – und die Gründe sind grundsätzlicher Natur.
Erstens: Analystenthesen sind keine Prognosen. Zwei renommierte Häuser beschreiben ein Muster. Das ist wertvoll für die Einordnung, aber es ist kein Handlungssignal. Andere Häuser kommen zu anderen Schlüssen – dieselbe Woche brachte Kursziele von 150.000 bis 250.000 Dollar ebenso wie die Einschätzung, es handle sich um einen Fehlausbruch.
Zweitens: Die Signale sind rückwärtsgewandt. Gleitende Durchschnitte, Korrelationen und Zuflussdaten beschreiben die Vergangenheit. Dass ein Muster dreimal einem Bullenmarkt vorausging, macht den vierten Fall nicht wahrscheinlicher – es macht ihn nur beschreibbar.
Drittens: An deiner Aufstellung ändert sich nichts. Wer einen Plan hat, braucht keine Analystenthese, um ihn zu ändern. Wer keinen hat, sollte einen entwickeln – nicht auf Basis einer Schlagzeile.
Was tatsächlich sinnvoll ist
Die Frage ist nicht „beginnt jetzt ein Bullenmarkt“, sondern: Ist meine Positionsgröße so, dass beide Richtungen verkraftbar sind? Bitcoin liegt weiterhin 36 Prozent unter dem Allzeithoch – wer im Oktober 2025 gekauft hat, ist trotz 23 Prozent Wochenplus deutlich im Minus.
Konkret: eine lizenzierte Börse, größere Bestände in einer eigenen Cold Wallet, und wer regelmäßig zukauft, nimmt die Zeitpunktfrage über einen Sparplan ohnehin weitgehend heraus.
Der steuerliche Punkt nach einer starken Woche
Freigrenze ist kein Freibetrag
Wer nach 23 Prozent Wochenplus Gewinne mitnimmt und weniger als ein Jahr gehalten hat, löst ein privates Veräußerungsgeschäft nach § 23 EStG aus. Wird die Freigrenze von 1.000 Euro pro Kalenderjahr überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig – nicht nur der übersteigende Teil.
Details im Ratgeber Krypto-Steuern 2026, zur Haltefrist im Beitrag Bitcoin steuerfrei nach einem Jahr. Keine Steuerberatung.
Welche Termine entscheiden über die These?
| Datum | Ereignis | Warum es die These berührt |
|---|---|---|
| 09.09.2026 | Start der erhöhten Rückkäufe | der angekündigte Effekt setzt real ein |
| 15./16.09.2026 | FOMC mit Zinsprojektionen | entscheidet über das Liquiditätsumfeld |
| Mitte Oktober | Ende der SEC-Kommentierungsfrist | regulatorischer Rahmen in den USA |
| 04.11.2026 | Auslaufen der Rückkäufe | der Hauptauslöser endet |
Einordnung zum SEC-Verfahren im Beitrag SEC schlägt Krypto-Ausnahmen vor.
Der Prüfstein
Wenn die These stimmt, sollte der Kurs den 200-Wochen-Durchschnitt über mehrere Wochen halten und die ETP-Zuflüsse fortsetzen. Wenn sie nicht stimmt, wird beides innerhalb weniger Wochen sichtbar.
Das ist der Vorteil einer konkret formulierten These gegenüber vager Zuversicht: Sie ist überprüfbar.
Fazit
Die Signale sind ungewöhnlich und real. Bitcoin eroberte vier große gleitende Durchschnitte in vier Tagen zurück, der Options-Skew drehte erstmals seit elf Monaten, das Open Interest fiel auf den niedrigsten Stand seit Mai, und Investmentprodukte verzeichneten mit 31.740 BTC ihre stärkste Woche seit Oktober 2025.
Die historische Analogie beruht auf drei Fällen. Oktober 2015, April 2020 und Oktober 2023 gingen jeweils einem zyklischen Bullenmarkt voraus. Das ist ein Muster, keine Wahrscheinlichkeit – und K33 formuliert es entsprechend zurückhaltend.
Drei Vorbehalte gehören dazu: Die Renditeentlastung hielt keine 24 Stunden, die ETP-Bestände liegen weiterhin 121.743 BTC unter ihrem Vorhoch, und der Hauptauslöser läuft am 4. November aus.
Für dich ändert sich nichts. Bitcoin liegt weiterhin 36 Prozent unter dem Allzeithoch. Eine Analystenthese ist ein Beitrag zur Einordnung, kein Handlungssignal – und der Vorteil dieser These ist, dass sie überprüfbar ist: an der Frage, ob der 200-Wochen-Durchschnitt hält und die Zuflüsse anhalten.
Häufige Fragen zur Bullenmarkt-These
Was sagen K33 und Bitwise?
K33-Forschungsleiter Vetle Lunde argumentiert, dass technische Signale, Derivate-Positionierung und Makro-Umfeld einem Muster gleichen, das drei frühere Bullenmärkte eingeleitet hat. Bitwise-Investmentchef Matt Hougan ergänzt einen geopolitischen Katalysator.
Wie stark ist Bitcoin gestiegen?
Um 23 Prozent in einer Woche – die stärkste Wochenperformance seit der Rally nach der US-Wahl im November 2024. Der Kurs stieg von rund 63.000 auf über 80.000 Dollar.
Was ist das stärkste technische Signal?
Bitcoin eroberte den 50-Tage-, 100-Tage-, 200-Tage- und 200-Wochen-Durchschnitt binnen vier Tagen zurück – schneller als in jedem früheren Zyklus.
Wann passierte das zuvor?
Nach K33-Auswertung nur dreimal innerhalb von 45 Tagen: Oktober 2015, April 2020 und Oktober 2023 – jeweils rund um den Beginn eines zyklischen Bullenmarkts.
Warum ist der 200-Wochen-Durchschnitt wichtig?
Er glättet knapp vier Jahre Kursgeschichte und bewegt sich entsprechend träge. Ein Kurs darüber hat den mehrjährigen Durchschnitt seiner eigenen Historie hinter sich gelassen – deshalb gilt die Marke als bedeutsamer als kurzfristige Durchschnitte.
Wie belastbar ist die historische Analogie?
Statistisch schwach. Drei Vergleichsfälle sind kein Datensatz, aus dem sich Wahrscheinlichkeiten ableiten lassen. Es fehlen zudem mögliche Gegenbeispiele. Es ist eine Analogie, keine Prognose – und K33 formuliert das selbst so.
Was ist der Options-Skew?
Er vergleicht die Preise von Optionen auf steigende und fallende Kurse. Ein positiver Skew bedeutet, dass Absicherung nach unten teurer ist; ein negativer Skew das Gegenteil.
Was hat sich beim Skew geändert?
Der Sechs-Monats-25-Delta-Skew wurde erstmals seit September 2025 negativ – Kaufoptionen sind teurer geworden als Verkaufsoptionen, nach elf aufeinanderfolgenden Monaten mit Aufschlag für Absicherung.
Warum ist der Skew aussagekräftiger als Stimmungsindizes?
Weil dahinter echtes Kapital steht. Wer eine Option kauft, zahlt dafür. Umfragen und Stimmungswerte wie der Fear-and-Greed-Index kosten nichts und spiegeln Meinungen, nicht Positionen.
Wie viele Shorts wurden liquidiert?
Am 19. August 1,37 Milliarden Dollar bei Bitcoin – fast doppelt so viel wie der bisherige Tagesrekord von 757 Millionen aus dem Juli 2021. Am 21. August folgten weitere 739 Millionen Dollar.
Was ist ein Leverage-Reset?
Der Abbau gehebelter Positionierung. Das Open Interest bei Perpetual Futures fiel auf 284.000 BTC, den niedrigsten Stand seit Mai, und die Funding-Raten kehrten auf neutral zurück.
Warum wird das positiv gewertet?
Ein Markt mit hohem Hebel ist anfällig: Jede kleine Bewegung löst Kettenreaktionen aus. Ist der Hebel abgebaut, kann sich ein Kurs aus eigener Kraft bewegen, statt von Zwangsschließungen getrieben zu werden.
Wie hoch waren die ETP-Zuflüsse?
31.740 Bitcoin – die stärkste Woche seit Oktober 2025. Der Gesamtbestand dieser Produkte stieg damit auf 1,47 Millionen BTC.
Was ist der Haken bei den Zuflüssen?
Die Bestände liegen trotz Rekordwoche noch 121.743 Bitcoin unter ihrem Vorhoch. Die Abflüsse zwischen Mai und Juni waren so groß, dass es bei diesem Tempo rund vier weitere Wochen bräuchte, um den alten Stand zu erreichen.
Wie hat sich das Handelsvolumen entwickelt?
Das durchschnittliche tägliche Spot-Volumen stieg um 188 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar – der höchste Stand seit Anfang Juni, nach einer längeren Phase mit fallenden Volumina.
Was hat Bessent angekündigt?
Am 19. August die Verdopplung der Rückkäufe langfristiger Staatsanleihen von zwei auf mindestens vier Milliarden Dollar je Operation, betreffend Papiere mit zehn- bis dreißigjähriger Laufzeit, wirksam ab dem 9. September 2026.
Warum war der Zeitpunkt bedeutsam?
Weil die Rendite dreißigjähriger US-Anleihen bei rund 5,34 Prozent lag – dem höchsten Stand seit 2007.
Warum bewegt das Bitcoin?
Nach K33-Argumentation signalisierte die Ankündigung eine Bereitschaft zur Marktintervention und löste damit Nachfrage nach knappen Vermögenswerten aus. Verstärkt wurde das durch Berichte über eine mögliche Nutzung des rund eine Billion Dollar schweren Treasury-Kontos bei der Notenbank.
Was ist die wichtigste Gegenzahl?
Die Renditeentlastung hielt weniger als 24 Stunden. Der Anleihemarkt, auf den die Maßnahme zielte, hat sie innerhalb eines Tages wieder eingepreist – der Kryptomarkt reagierte stärker und länger als der eigentliche Adressat.
Wie haben sich die Korrelationen verschoben?
Die 90-Tage-Korrelation zu Gold stieg auf 0,52 – den höchsten Stand seit Oktober 2020. Die Korrelation zum Nasdaq fiel auf 0,38, ein Einjahrestief.
Was bedeutet diese Verschiebung?
Bitcoin wurde jahrelang wie ein Technologiewert gehandelt. Diese Kopplung hat sich gelockert, während die zu Gold zugenommen hat. K33 wertet die Divergenz als ermutigend.
Wie verlässlich sind Korrelationsdaten?
Es sind rollierende Kennzahlen über 90 Tage. Sie beschreiben die jüngste Vergangenheit und können sich innerhalb weniger Wochen wieder drehen – das ist in beide Richtungen bereits mehrfach passiert.
Was ist der zweite Katalysator von Bitwise?
Matt Hougan verweist auf angekündigten wirtschaftlichen Druck gegen Irans globale Finanzverbindungen. Sein Argument: Je stärker das Finanzsystem zum Werkzeug geopolitischer Macht wird, desto wertvoller wird ein neutrales Finanznetzwerk.
Wie ist dieses Argument einzuordnen?
Es hat eine klare Logik, ist aber das am schwersten überprüfbare der gesamten These. Es beschreibt einen langfristigen Strukturtrend, der sich weder in Wochen messen noch mit Zahlen belegen lässt.
Wo stößt das Neutralitätsargument an Grenzen?
In der Praxis läuft der Zugang für die meisten Menschen über regulierte Börsen mit Identitätsprüfung – also über genau die Infrastruktur, deren Umgehung das Argument beschreibt. Die Neutralität gilt für die Blockchain, nicht automatisch für den Weg dorthin.
Wie viele Signale sprechen für die These?
Sechs: die Durchschnitts-Rückeroberung, der negative Options-Skew, der Leverage-Reset, die ETP-Zuflüsse, das gestiegene Spot-Volumen und die veränderten Korrelationen.
Welche Vorbehalte gibt es?
Drei: Die Renditeentlastung hielt keine 24 Stunden, die ETP-Bestände liegen 121.743 BTC unter dem Vorhoch, und der Hauptauslöser läuft am 4. November aus.
Wie weit ist Bitcoin vom Allzeithoch entfernt?
Weiterhin 36 Prozent. K33 weist ausdrücklich darauf hin – wer im Oktober 2025 gekauft hat, ist trotz 23 Prozent Wochenplus deutlich im Minus.
Was behauptet K33 nicht?
Dass Bitcoin steigt. Lunde schreibt von Signalen, die früheren Bärenmarkt-Ausbrüchen ähneln. Der Reporttitel „Altitude sickness can wait“ ist selbst eine Einschränkung – er beschreibt einen Aufstieg, der noch nicht gefährlich weit gegangen ist.
Sind Analystenthesen Prognosen?
Nein. Sie sind Beiträge zur Einordnung. In derselben Woche gab es Kursziele von 150.000 bis 250.000 Dollar ebenso wie die Einschätzung, es handle sich um einen Fehlausbruch.
Warum sind die Signale rückwärtsgewandt?
Weil gleitende Durchschnitte, Korrelationen und Zuflussdaten die Vergangenheit beschreiben. Dass ein Muster dreimal einem Bullenmarkt vorausging, macht den vierten Fall nicht wahrscheinlicher – nur beschreibbar.
Was ist der Prüfstein für die These?
Ob der Kurs den 200-Wochen-Durchschnitt über mehrere Wochen hält und die ETP-Zuflüsse anhalten. Das ist der Vorteil einer konkret formulierten These: Sie ist überprüfbar.
Welche Termine entscheiden?
Der Start der erhöhten Rückkäufe am 9. September, die FOMC-Sitzung am 15./16. September, das Ende der SEC-Kommentierungsfrist Mitte Oktober und das Auslaufen der Rückkäufe am 4. November.
Was heißt das für meine Aufstellung?
Nichts. Wer einen Plan hat, braucht keine Analystenthese, um ihn zu ändern. Die relevante Frage ist nicht, ob ein Bullenmarkt beginnt, sondern ob die eigene Positionsgröße beide Richtungen verkraftet.
Was gilt steuerlich nach einer starken Woche?
Wer Gewinne mitnimmt und weniger als ein Jahr gehalten hat, löst ein privates Veräußerungsgeschäft nach Paragraf 23 EStG aus. Wird die Freigrenze von 1.000 Euro überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig – nicht nur der übersteigende Teil.
Ist das ein Kaufsignal?
Nein. Der Beitrag ordnet eine Analystenthese ein und gibt keine Empfehlung. Analysehäuser kommen in derselben Marktlage zu gegensätzlichen Schlüssen.
Wird dieser Artikel aktualisiert?
Ja. Die genannten Signale lassen sich in den kommenden Wochen überprüfen. Bei relevanten Entwicklungen wird der Beitrag fortgeschrieben.
Ist dieser Artikel eine Anlageberatung?
Nein. Er dient ausschließlich der Information und stellt keine Finanz-, Anlage- oder Steuerberatung dar. Alle Zahlen sind Momentaufnahmen aus Auswertungen Dritter. Kryptowährungen sind hochvolatil; ein Totalverlust ist möglich.
Weiterführende Analysen
- The Block – Bericht zum K33-Report „Altitude sickness can wait“: Bitcoin plus 23 Prozent, Einordnung von Vetle Lunde zu Leverage-Reset und Optionspositionierung, Bitwise-Argument von Matt Hougan, Gold-Korrelation bei 0,52 und Nasdaq-Korrelation bei 0,38, Hinweis auf 36 Prozent Abstand zum Allzeithoch (26.08.2026)
- Bitbo – Rückeroberung von 50-, 100-, 200-Tage- und 200-Wochen-Durchschnitt in vier Tagen, historische Vergleichsfälle Oktober 2015, April 2020 und Oktober 2023 binnen 45 Tagen, Wechsel des Sechs-Monats-25-Delta-Skews, Verweis auf das Treasury General Account
- CoinDesk – 1,37 Mrd. $ Short-Liquidationen am 19. August gegenüber dem bisherigen Rekord von 757 Mio. $ aus Juli 2021, weitere 739 Mio. $ am 21. August, Rückgang des Perpetual Open Interest auf 284.000 BTC, Rückkehr der Funding-Raten auf neutral
- Tradingpedia – Spot-Volumen plus 188 Prozent auf 4,7 Mrd. $ täglich, ETP-Zuflüsse von 31.740 BTC und Gesamtbestand von 1,47 Mio. BTC, verbleibender Rückstand von 121.743 BTC zum Vorhoch, Kursverlauf von rund 63.000 auf über 80.000 $ (26.08.2026)
- TFTC – Details zur Bessent-Ankündigung: Verdopplung von 2 auf mindestens 4 Mrd. $ je Operation für 10- bis 30-jährige Papiere ab 09.09.2026, 30-jährige Rendite bei 5,34 Prozent als höchster Stand seit 2007, Hinweis darauf, dass die Renditeentlastung weniger als 24 Stunden anhielt
- BeInCrypto – Gegensätzliche Marktmeinungen zur weiteren Entwicklung, Einordnung von ETF-Handelsvolumina im Vergleich zu anderen Anlageklassen
Die Hochrechnung zum Aufholbedarf der ETP-Bestände ist eine eigene Berechnung.
⚠ Risiko- & Transparenzhinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Finanz-, Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Felix Rieger ist Krypto-Journalist und Börsen-Tester, kein zugelassener Finanz-, Steuer- oder Rechtsberater. Der Beitrag gibt Analysen und Einschätzungen der Unternehmen K33 Research und Bitwise wieder; es handelt sich um Positionen dieser Häuser und ausdrücklich nicht um Feststellungen der Redaktion, um Prognosen oder um Empfehlungen. Analysehäuser kommen in derselben Marktlage regelmäßig zu gegensätzlichen Schlüssen; in derselben Woche wurden sowohl deutlich höhere Kursziele als auch die Einschätzung eines Fehlausbruchs veröffentlicht. Die im Beitrag genannte historische Analogie beruht auf lediglich drei Vergleichsfällen und erlaubt keine Ableitung von Wahrscheinlichkeiten; dieser Punkt wird im Text ausdrücklich benannt. Sämtliche Kurs-, Volumen-, Zufluss- und Positionierungsangaben sind Momentaufnahmen, beruhen auf Auswertungen Dritter und wurden nicht unabhängig verifiziert; Zuflussdaten werden mit Verzögerung gemeldet und können nachträglich korrigiert werden. Technische Marken wie gleitende Durchschnitte und rollierende Korrelationen verschieben sich täglich und beschreiben ausschließlich vergangene Zeiträume. Die Anleiherückkäufe des US-Finanzministeriums sind auf den Zeitraum ab dem 9. September bis zum 4. November 2026 begrenzt und stellen kein Quantitative Easing der Notenbank dar; die Renditeentlastung hielt nach den vorliegenden Berichten weniger als 24 Stunden an. Aus diesem Beitrag lässt sich keine Aussage über die künftige Kursentwicklung ableiten; vergangene Kursbewegungen sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Die steuerlichen Ausführungen beschreiben die allgemeine deutsche Rechtslage und ersetzen keine Prüfung des Einzelfalls durch einen Steuerberater. Kryptowährungen sind hochvolatil; Kursrückgänge von über 70 Prozent sind in der Vergangenheit vorgekommen und ein Totalverlust ist möglich. Investiere nur Beträge, deren Verlust du verkraften könntest. Zuletzt aktualisiert: 27. August 2026.

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