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Conio erhält MiCAR-Lizenz in Italien: CASP-Zulassung kurz vor dem EU-Stichtag

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Inhaltsverzeichnis (12)
  1. Conio erhält MiCAR-Lizenz in Italien: CASP-Zulassung kurz vor dem EU-Stichtag
  2. Was ist passiert?
  3. Wer ist Conio?
  4. Was bedeutet die CASP-Lizenz konkret?
  5. MiCA / MiCAR erklärt: der Rahmen hinter der Lizenz
  6. Der Countdown läuft: Was am Stichtag passiert
  7. Wer ist schon lizenziert – und wer nicht?
  8. Was bedeutet das für deutsche Anleger?
  9. Einordnung: Warum diese Lizenz mehr ist als eine Randnotiz
  10. Häufige Fragen (FAQ)
  11. Quellen
  12. Ähnliche Beiträge
Krypto-News · RegulierungMiCA / CASP · EU

Conio erhält MiCAR-Lizenz in Italien: CASP-Zulassung kurz vor dem EU-Stichtag

Das italienische Krypto-Fintech Conio – gestützt von Poste Italiane und Banca Generali – hat in Italien die MiCAR-Lizenz als Crypto-Asset Service Provider (CASP) erhalten. Erteilt wurde sie von der Börsenaufsicht Consob nach einer Prüfung gemeinsam mit der Banca d’Italia. Die Zulassung kommt nur rund zehn Tage vor dem Ende der MiCA-Übergangsfrist – und zeigt, wohin sich der europäische Krypto-Markt 2026 bewegt.

📅 20. Juni 2026 ✍️ Felix Rieger ⏱️ ca. 14 Min. Lesezeit 🏷️ MiCA · CASP · Italien

Das Wichtigste in Kürze

  • Was: Conio bekommt die MiCAR-Lizenz als Crypto-Asset Service Provider (CASP) in Italien.
  • Wer erteilt: die italienische Börsenaufsicht Consob, mit Zustimmung der Banca d’Italia (Zentralbank).
  • Was erlaubt ist: Verwahrung, Übertragung und Platzierung digitaler Vermögenswerte.
  • Wer dahintersteht: ein Fintech von Poste Italiane und Banca Generali, gegründet 2015, über 450.000 Privatkunden.
  • Warum jetzt: Die MiCA-Übergangsfrist endet in Italien am 30. Juni 2026, EU-weit spätestens am 1. Juli 2026.
  • Folge: Anbieter ohne CASP-Lizenz dürfen ab dem Stichtag keine Krypto-Dienste mehr in der EU anbieten.

Was ist passiert?

Wie zuerst die Nachrichtenagentur Reuters, 17.06.2026 berichtete, hat das Mailänder Fintech Conio in Italien die Zulassung als Crypto-Asset Service Provider unter der EU-Verordnung MiCAR (Markets in Crypto-Assets Regulation) erhalten. Die Genehmigung wurde von der italienischen Börsen- und Marktaufsicht Consob erteilt – nach einer Prüfung, in die auch die Banca d’Italia eingebunden war und deren Zustimmung erforderte Electronic Payments International, 18.06.2026.

Konkret erlaubt die Lizenz Conio, drei regulierte Kerndienste anzubieten: die Verwahrung (Custody), die Übertragung (Transfer) und die Platzierung (Placement) digitaler Vermögenswerte – jeweils nach den einheitlichen EU-Standards. In seiner offiziellen Mitteilung bezeichnet das Unternehmen die Zulassung als Abschluss eines Verfahrens, das seine Dienste einem „möglichst breiten und vielfältigen Publikum“ zugänglich machen soll, bei gleichzeitiger Einhaltung der von der europäischen Gesetzgebung geforderten Schutz- und Transparenzniveaus Conio-Pressemitteilung, 18.06.2026.

Das Timing ist kein Zufall. Die Genehmigung kommt unmittelbar vor dem Auslaufen der nationalen Übergangsregelung am 30. Juni 2026. Danach dürfen Anbieter ohne CASP-Lizenz in Italien – und in der gesamten EU – keine Krypto-Dienstleistungen mehr erbringen Odaily, 20.06.2026. Damit gehört Conio zu den ersten italienischen Anbietern, die die regulatorische Hürde rechtzeitig nehmen. Die ursprüngliche Meldung, die diesen Beitrag ausgelöst hat, stammt vom KI-Newsdienst NS3.AI, 20.06.2026.

Für Anlegerinnen und Anleger ist der entscheidende Punkt: Eine CASP-Zulassung ist keine reine Formalität, sondern eine laufende Aufsichtspflicht. Wer sie hat, muss Kundengelder getrennt verwahren, Kapitalanforderungen erfüllen, Geldwäsche-Regeln einhalten und seine Risiken transparent offenlegen. Was das im Detail bedeutet, haben wir in unserem großen MiCA-Verordnungs-Leitfaden aufgeschlüsselt.

Wer ist Conio?

Conio ist kein Newcomer. Das Unternehmen wurde 2015 in San Francisco gegründet – von Christian Miccoli (zuvor CheBanca!, ING Direct und McKinsey) und Vincenzo Di Nicola (zuvor Microsoft, Stanford University und Gründer des von Amazon übernommenen Start-ups GoPago), die das Unternehmen als Co-CEOs führten FinTech Futures, 2021. Conio gilt als das erste Unternehmen, das in Italien eine Multi-Signatur-Bitcoin-Wallet auf den Markt brachte – mit der Mission, digitale Vermögenswerte für alle zugänglich zu machen Conio, Unternehmensangaben.

Das Besondere am Modell: Conios Verwahrung beruht auf einem Drei-Schlüssel-System. Ein privater Schlüssel liegt beim Kunden auf dem Smartphone, der zweite bei der Partnerbank, der dritte bei Conio. Geht ein Schlüssel verloren, lassen sich die Bestände trotzdem wiederherstellen – ein Sicherheitsnetz, das den klassischen Single-Point-of-Failure einer normalen Wallet vermeidet. Wer den Unterschied zwischen Eigenverwahrung und Anbieter-Verwahrung verstehen will, findet die Grundlagen in unserem Krypto-Wallet-Vergleich 2026 und im Leitfaden Krypto-Sicherheit 2026.

Die Geldgeber: zwei Schwergewichte der italienischen Finanzwelt

Hinter Conio stehen zwei Namen, die in Italien jeder kennt. Den Anfang machte Poste Italiane – die italienische Post, einer der größten Finanzdienstleister des Landes –, die Ende 2015 die Seed-Runde über drei Millionen US-Dollar anführte. 2018 folgte eine weitere Runde über 3,5 Millionen Dollar unter Beteiligung der Banca Sella. Den größten Schritt machte schließlich Banca Generali, die Privatbank-Tochter des größten italienischen Versicherers Generali: Sie investierte im Dezember 2020 rund 14 Millionen Dollar und sicherte sich damit eine Beteiligung FinTech Futures, 2021.

Diese Bank-Verankerung ist der eigentliche Kern der Geschichte. Während viele Krypto-Anbieter aus der Tech- oder Offshore-Ecke kommen, wächst Conio aus dem Herzen des regulierten Bankensystems heraus. Heute betreut das Unternehmen über 450.000 Privatkunden, hat nach eigenen Angaben 20 Patente angemeldet und liefert seine Technologie als White-Label-Lösung an Banken und Finanzinstitute. Zu den bekannten Partnern zählen die Challenger-Bank Hype (Banca-Sella-Gruppe), der Paytech-Riese Nexi sowie – auf institutioneller Ebene – eine Zusammenarbeit mit Coinbase Prime für Liquidität. Auch Projekte mit Enel (Energie) und Ferrari (Luxusgüter/Blockchain) gehören zur Conio-Historie Conio, Unternehmensangaben.

Was bedeutet die CASP-Lizenz konkret?

Mit der Zulassung kann Conio seine Technologie nach eigener Darstellung in drei klar abgegrenzten Segmenten anbieten Conio-Pressemitteilung, 18.06.2026:

  • Privatkunden (Retail): Sie verwahren und verwalten digitale Vermögenswerte direkt über die Conio-App – mit Custody- und Administrationsdiensten nach EU-Standard.
  • Banken & Fintechs: Sie können das Conio-Ökosystem über White-Label-Lösungen integrieren und ihren eigenen Kunden krypto-native, regelkonforme Dienste anbieten.
  • Unternehmen & Finanzinstitute: Sie setzen maßgeschneiderte Projekte für die fortgeschrittene Verwaltung digitaler Vermögenswerte und Real World Assets (RWAs) um – teils in Bereichen außerhalb des MiCAR-Geltungsbereichs, etwa bei der Tokenisierung.

Bemerkenswert ist, dass Conio die Genehmigung als besonders aufwendig beschreibt. Das Verfahren habe wegen der „hochinnovativen Natur“ der Dienste, der Komplexität des Geschäftsmodells und der Vielfalt der bedienten Segmente eine „besonders langwierige und sorgfältige Analyse“ erfordert. Bestätigt worden seien dabei die Solidität des Technologiemodells sowie die Expertise in Kundenschutz, Verfahrensintegrität, Risikomanagement und Kapitalstabilität. Den dahinterliegenden Trend – Krypto wird erwachsen und institutionell – haben wir in „Krypto wird erwachsen“ ausführlich eingeordnet.

„Die Conio-Lizenz ist kein Kursfeuerwerk – aber sie zeigt die eigentliche Bewegung des Jahres 2026: Reguliertes Banking und Krypto wachsen zusammen. Wer keine CASP-Zulassung hat, verschwindet vom EU-Markt. Für Anleger zählt ab jetzt nur noch eine Frage: Steht mein Anbieter im offiziellen ESMA-Register – ja oder nein? Alles andere ist Marketing.“ — Felix Rieger, Gründer & Chefredakteur von KryptoZukunft

MiCA / MiCAR erklärt: der Rahmen hinter der Lizenz

Um die Tragweite zu verstehen, lohnt ein Blick auf das Regelwerk. MiCA (offiziell: Verordnung (EU) 2023/1114, im englischen Sprachraum oft MiCAR genannt) ist die erste EU-weit einheitliche Krypto-Regulierung. Das Europäische Parlament verabschiedete sie am 20. April 2023 mit großer Mehrheit. Die Regeln für Stablecoins traten am 30. Juni 2024 in Kraft, der vollständige Rahmen für Krypto-Dienstleister (CASPs) am 30. Dezember 2024 ChainATM, MiCA-Ratgeber 2026.

Der Kerngedanke: Wer in der EU eine Krypto-Börse, eine Verwahrlösung oder einen Handelsdienst betreiben will, braucht eine MiCA-Lizenz einer nationalen Aufsichtsbehörde. In Deutschland ist das die BaFin, in Österreich die FMA, in Italien das Zusammenspiel aus Consob und Banca d’Italia. Den Rahmen setzen die EU-Behörden ESMA und EBA, die Lizenzvergabe und operative Aufsicht liegen national. Eine einmal erteilte Lizenz gilt dann per „Passporting“ in allen 27 EU-Staaten plus dem EWR – ein lizenzierter Anbieter kann damit über 500 Millionen Menschen bedienen.

Die Anforderungen sind eine direkte Lehre aus den Pleiten der Vergangenheit. Nach dem Kollaps von FTX im November 2022, bei dem Kunden Milliarden verloren, schreibt MiCA unter anderem die strikte Trennung von Kundengeldern vom Firmenvermögen vor (Segregation), dazu Eigenkapitalanforderungen, Geldwäsche-Prävention, Verbraucherschutz und die Überwachung von Marktmissbrauch. Wichtig für private Anleger: MiCA reguliert Anbieter und Emittenten – nicht den privaten Besitz von Bitcoin. Niemandem wird verboten, Bitcoin selbst zu halten, zu senden oder eigenständig zu verwahren. Was Bitcoin überhaupt ist und wie die Technik funktioniert, erklären wir im großen Bitcoin-Leitfaden. Die wichtigsten Regulierungs- und Steuerfragen bündeln wir außerdem in unserer FAQ zu Krypto-Regulierung & Steuern.

Der Countdown läuft: Was am Stichtag passiert

MiCA gewährte bestehenden Anbietern eine Übergangsfrist von maximal 18 Monaten. Diese „Schonfrist“ endet EU-weit spätestens am 1. Juli 2026. Einzelne Mitgliedstaaten setzten den Termin früher: Deutschland zog ihn per Kryptomärkteaufsichtsgesetz (KMAG) auf Ende 2025 vor, Italien und Frankreich nutzten die Frist bis zum 30. Juni 2026 aus Bitcoin2Go, 16.06.2026.

⏳ Live-Countdown bis zum italienischen MiCA-Stichtag (30. Juni 2026)

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Tage
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Std.
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Sek.

Stand der statischen Anzeige: 20. Juni 2026 · Ziel: 30. Juni 2026, 23:59 Uhr (MESZ)

Ab dem Stichtag gilt: Keine Lizenz, kein Marktzugang. Die ESMA hat das in zwei Mitteilungen (4. Dezember 2025 und 17. April 2026) unmissverständlich klargestellt. Anbieter, die danach weiter EU-Kunden bedienen, ohne lizenziert zu sein, handeln rechtswidrig. Für Conio heißt die rechtzeitige Zulassung deshalb vor allem eines: Geschäftskontinuität. Kunden, Banken und Unternehmen können sich auf einen regulierten, beaufsichtigten Partner verlassen.

Wer ist schon lizenziert – und wer nicht?

Das Bild kurz vor der Frist ist enger, als viele gehofft hatten. Nach Branchen- und ESMA-Daten verfügen zwar mehrere Dutzend Unternehmen über eine vollständige MiCA-Zulassung, doch nur ein kleiner Teil davon darf tatsächlich eine Handelsplattform betreiben. Auffällig: Deutschland führt die EU an. Die BaFin hat rund 36 Prozent aller bisher erteilten CASP-Lizenzen vergeben – deutlich mehr als jede andere nationale Behörde BeInCrypto, 19.06.2026.

AnbieterMiCA-StatusAufsicht / Land
ConioLizenziert (NEU)Consob / Italien
BitpandaLizenziertBaFin / DE · AT · Malta
OKXLizenziertMFSA / Malta
Blockchain.comLizenziertEU (per Passporting)
21bitcoinLizenziertFMA / Österreich
BinanceAntrag läuftHCMC / Griechenland (Stand offen)
Bybit · KuCoin · MEXC · Gate.ioKeine Lizenz—

Momentaufnahme auf Basis öffentlicher Quellen, Juni 2026. Der Status kann sich jederzeit ändern – maßgeblich ist immer das offizielle ESMA-CASP-Register, in dem inzwischen auch CONIO S.R.L. geführt wird.

Du willst die ganze Liste mit Details? Wir pflegen einen laufend aktualisierten Kryptobörsen-Vergleich: Welche Börse ist nach dem MiCA-Stichtag noch sicher?. Wie seriös einzelne lizenzierte Anbieter im Test abschneiden, zeigen unsere Detail-Checks – etwa „Ist OKX seriös?“ und „Ist Bitvavo seriös?“. Dass auch große, etablierte Häuser den Schritt gehen, zeigte zuletzt Blockchain.com mit seiner MiCA-Lizenz.

Was bedeutet das für deutsche Anleger?

Auf den ersten Blick ist eine italienische Lizenz weit weg. Doch durch das Passporting-Prinzip ist sie es nicht: Eine in Italien erteilte CASP-Zulassung gilt – nach Notifizierung – EU-weit, also auch in Deutschland. Das ist gerade für Conios White-Label-Geschäft relevant: Theoretisch könnten deutsche Banken und Fintechs die Conio-Infrastruktur nutzen, um ihren Kunden regulierte Krypto-Verwahrung anzubieten, ohne selbst eine eigene Lizenz aufzubauen.

Praktisch heißt das für dich als Anlegerin oder Anleger vor allem: Prüfe jetzt den Status deines Anbieters. Nutzt du eine Plattform, die bis zum Stichtag keine MiCA-Lizenz hat, kann der Zugang für EU-Kunden gesperrt werden – im schlimmsten Fall musst du deine Bestände kurzfristig abziehen. Wer auf einer BaFin- oder EU-lizenzierten Börse handelt, ist dagegen bestens aufgestellt.

So gehst du in drei Schritten sicher vor: Erstens – schlage den Namen deiner Börse im offiziellen ESMA-CASP-Register nach; steht der Anbieter nicht drin, ist Vorsicht geboten. Zweitens – verwechsle „reguliert“ nicht mit „MiCA-lizenziert“: Eine Registrierung in Dubai, Litauen oder den USA ersetzt keine EU-Zulassung, und nur eine erteilte MiCA-Lizenz berechtigt ab dem Stichtag dazu, EU-Kunden zu bedienen. Drittens – plane einen Puffer ein und warte mit größeren Ein- oder Auszahlungen nicht bis zum letzten Tag, denn rund um den Stichtag ist mit erhöhtem Andrang und möglichen Verzögerungen zu rechnen. Wer diese drei Punkte abhakt, übersteht den Übergang entspannt, statt am 1. Juli plötzlich vor einer gesperrten Plattform zu stehen.

⚠️ Nicht vergessen: die Steuerseite (DAC8)

Regulierung und Steuer hängen zusammen. Seit dem 1. Januar 2026 müssen alle CASPs unter der EU-Richtlinie DAC8 die Krypto-Transaktionen ihrer Kunden automatisch an die Finanzbehörden melden. Für DACH-Anleger bedeutet das: Das Finanzamt erfährt künftig automatisch von deinen Trades. Wie du dabei alles richtig machst, steht in unserem Ratgeber Krypto Steuern in Deutschland 2026 – und warum gerade jetzt zusätzlich die Bitcoin-Haltefrist auf der Kippe steht, liest du im verlinkten Beitrag.

Einordnung: Warum diese Lizenz mehr ist als eine Randnotiz

Eine einzelne Firmenlizenz bewegt keinen Bitcoin-Kurs. Die direkte Marktwirkung ist begrenzt. Doch als Signal ist die Conio-Nachricht aussagekräftig – aus drei Gründen.

Erstens: Die Bank-Krypto-Verschmelzung beschleunigt sich. Mit Poste Italiane und Banca Generali im Rücken ist Conio kein Außenseiter, sondern ein Brückenkopf des traditionellen Finanzsystems in die Krypto-Welt. Je näher der Stichtag rückt, desto klarer wird: Die Zukunft des EU-Krypto-Marktes gehört regulierten, bank-gestützten Anbietern – nicht den Offshore-Plattformen, die sich der Aufsicht entziehen.

Zweitens: Konsolidierung statt Wildwuchs. Der Stichtag wirkt wie ein Filter. Anbieter mit Lizenz überleben und gewinnen an Vertrauen, Anbieter ohne Lizenz müssen den EU-Markt verlassen oder in die Illegalität abrutschen. Für Verbraucher ist das grundsätzlich eine gute Nachricht – auch wenn die Auswahl kurzfristig kleiner wird.

Drittens: Tokenisierung ist der eigentliche Hebel. Conio betont seine Expertise bei der Tokenisierung von Real World Assets – von Finanzprodukten über nachhaltige Energie bis zu Sammlerstücken. Genau hier, jenseits des klassischen Tradings, liegt das langfristige Wachstumsfeld. Was RWA-Tokenisierung überhaupt ist und warum Wall Street und Banken darauf setzen, erklären wir in „Was ist RWA?“. Dass auch die USA regulatorisch nachziehen, zeigt unser Beitrag zum CLARITY Act 2026.

Conio-Gründer und CEO Christian Miccoli ordnet die Zulassung selbst geopolitisch ein. Bei einem so strategischen Feld wie digitalen Vermögenswerten – das die Verwahrung von Werten, die Finanz der Zukunft und die technologische Wettbewerbsfähigkeit ganzer Volkswirtschaften berühre – sei es entscheidend, dass Italien auf eigene Kompetenzzentren bauen könne, die Innovation entwickeln, statt sie nur zu importieren. Conio arbeite in diesem Sinne in der technischen Arbeitsgruppe der parlamentarischen Intergruppe zu digitalen Vermögenswerten, Blockchain und Bitcoin mit Conio-Pressemitteilung, 18.06.2026.

Unterm Strich ist die Conio-Lizenz ein weiterer Mosaikstein im großen Bild des Jahres 2026: Europa zieht die regulatorischen Zügel an, der Markt sortiert sich – und wer als Anleger sicher unterwegs sein will, sollte den Lizenzstatus seines Anbieters genauso ernst nehmen wie die Gebühren. Teste dein Wissen gern in unserem Krypto-Quiz 2026.

Häufige Fragen (FAQ)

Was genau hat Conio erhalten?
Conio hat in Italien die MiCAR-Lizenz als Crypto-Asset Service Provider (CASP) erhalten. Sie erlaubt dem Unternehmen, regulierte Krypto-Dienste anzubieten – konkret die Verwahrung, Übertragung und Platzierung digitaler Vermögenswerte nach einheitlichen EU-Standards.
Wer hat die Lizenz erteilt?
Die Zulassung wurde von der italienischen Börsen- und Marktaufsicht Consob erteilt, nach einer Prüfung, in die auch die italienische Zentralbank (Banca d’Italia) eingebunden war und deren Zustimmung erforderte.
Was bedeutet die Abkürzung CASP?
CASP steht für „Crypto-Asset Service Provider“, also Krypto-Dienstleister. Wer in der EU gewerblich Krypto-Dienste wie Handel, Verwahrung oder Tausch anbietet, braucht seit Inkrafttreten von MiCA eine CASP-Lizenz einer nationalen Aufsichtsbehörde.
Welche Dienste darf Conio mit der Lizenz anbieten?
Die Lizenz deckt drei Kerndienste ab: die Verwahrung (Custody), die Übertragung (Transfer) und die Platzierung (Placement) digitaler Vermögenswerte. Zusätzlich bietet Conio Leistungen außerhalb des MiCAR-Geltungsbereichs an, etwa die Tokenisierung von Real World Assets.
Wer steht hinter Conio?
Conio ist ein italienisches Fintech, das von Poste Italiane (der italienischen Post) und der Privatbank Banca Generali gestützt wird. Banca Generali investierte 2020 rund 14 Millionen Dollar, Poste Italiane führte bereits die Seed-Runde 2015 an.
Wann wurde Conio gegründet und wie groß ist es?
Conio wurde 2015 in San Francisco von Christian Miccoli und Vincenzo Di Nicola gegründet. Es war das erste Unternehmen mit einer Multi-Signatur-Bitcoin-Wallet in Italien, betreut heute über 450.000 Privatkunden und hat nach eigenen Angaben 20 Patente angemeldet.
Was ist MiCA bzw. MiCAR?
MiCA (Markets in Crypto-Assets, offiziell Verordnung (EU) 2023/1114, englisch oft MiCAR) ist die erste EU-weit einheitliche Krypto-Regulierung. Sie wurde 2023 verabschiedet; der vollständige Rahmen für Krypto-Dienstleister gilt seit dem 30. Dezember 2024.
Wann endet die MiCA-Übergangsfrist?
EU-weit endet die Übergangsfrist spätestens am 1. Juli 2026. Einzelne Länder setzten den Termin früher: Italien und Frankreich auf den 30. Juni 2026, Deutschland sogar auf Ende 2025.
Was passiert mit Anbietern ohne Lizenz nach dem Stichtag?
Sie dürfen ab dem Stichtag keine Krypto-Dienstleistungen mehr in der EU anbieten. Wer ohne Lizenz weiter EU-Kunden bedient, handelt rechtswidrig. Die ESMA hat das in Mitteilungen vom Dezember 2025 und April 2026 klargestellt.
Was bedeutet „Passporting“?
Passporting heißt, dass eine in einem EU-Land erteilte MiCA-Lizenz nach Notifizierung in der gesamten EU und im EWR gilt. Ein Anbieter mit nur einer nationalen Lizenz kann damit über 500 Millionen Menschen legal bedienen.
Gilt die italienische Conio-Lizenz auch in Deutschland?
Ja. Durch das Passporting-Prinzip ist eine in Italien erteilte CASP-Zulassung nach Notifizierung EU-weit gültig – also auch in Deutschland. Das ist besonders für Conios White-Label-Angebot an Banken und Fintechs relevant.
Welche Börsen sind bereits MiCA-lizenziert?
Zu den lizenzierten Anbietern zählen unter anderem Bitpanda (BaFin), OKX (Malta), Blockchain.com und 21bitcoin (Österreich). Die maßgebliche, laufend aktualisierte Quelle ist das offizielle ESMA-CASP-Register.
Ist Binance MiCA-lizenziert?
Stand Juni 2026: nein. Binance hat Anfang 2026 in Griechenland einen Antrag gestellt; eine Entscheidung wird rund um den Stichtag erwartet. Bis zur Erteilung gilt Binance in der EU als nicht MiCA-lizenziert. Den Status sollte man regelmäßig prüfen.
Reguliert MiCA auch meinen privaten Bitcoin-Besitz?
Nein. MiCA reguliert Anbieter und Emittenten, nicht den privaten Besitz von Kryptowährungen. Du darfst Bitcoin weiterhin halten, senden und selbst verwahren. Die Regeln betreffen die Dienstleister, die damit handeln oder verwahren.
Was ändert sich steuerlich durch die Lizenzpflicht (DAC8)?
Seit dem 1. Januar 2026 müssen lizenzierte CASPs unter der EU-Richtlinie DAC8 die Krypto-Transaktionen ihrer Kunden automatisch an die Finanzbehörden melden. Für deutsche Anleger heißt das: Das Finanzamt erhält die Daten automatisch – eine saubere eigene Dokumentation ist wichtiger denn je.
Was ist das Besondere an Conios Verwahrung?
Conio nutzt ein Multi-Signatur-Modell mit drei Schlüsseln: einer beim Kunden, einer bei der Partnerbank, einer bei Conio. Geht ein Schlüssel verloren, lassen sich die Bestände trotzdem wiederherstellen – das vermeidet den Single-Point-of-Failure einer klassischen Einzel-Wallet.
Was bedeutet die Nachricht für Tokenisierung und RWAs?
Conio betont seine Expertise bei der Tokenisierung von Real World Assets – etwa Finanzprodukten, Energie und Sammlerstücken. Dieses Feld liegt teils außerhalb des MiCAR-Rahmens und gilt als langfristiges Wachstumsfeld, in dem reguliertes Banking und Blockchain zusammenwachsen.

Conio Wallet – häufige Nutzerfragen

Wie funktioniert das Conio Wallet?
Das Conio Wallet ist eine Mobile-App für iOS und Android, mit der du Bitcoin und rund 25 weitere Kryptowährungen kaufen, verkaufen, übertragen und verwahren kannst. Herzstück ist eine 2-von-3-Multi-Signatur: Du hältst einen eigenen privaten Schlüssel und behältst damit die volle Kontrolle über deine Coins – nur du kannst Guthaben bewegen. Eine „Convert“-Funktion erlaubt es zusätzlich, eine Kryptowährung direkt in eine andere zu tauschen, ohne den Umweg über Euro.
Ist das Conio Wallet sicher?
Conio setzt auf ein 2-von-3-Multi-Signatur-System: Ein Schlüssel liegt bei dir, die übrigen dienen als Sicherheitsnetz – der dritte ist offline und vom Netz isoliert und greift erst, wenn du PIN, Passwort und Wiederherstellungscode verloren hast. Geht ein Schlüssel verloren, lässt sich der Zugriff über das 2-von-3-Prinzip wiederherstellen. Mit der neuen MiCAR/CASP-Lizenz unterliegt Conio zudem der laufenden Aufsicht von Consob und Banca d’Italia, muss Kundengelder getrennt verwahren und Geldwäscheregeln einhalten. Hundertprozentige Sicherheit gibt es bei keinem Anbieter – schütze PIN, Passwort und Wiederherstellungscode deshalb sorgfältig. Tipps dazu findest du in unserem Leitfaden Krypto-Sicherheit 2026.
Wie lade ich das Conio Wallet herunter?
Die App bekommst du kostenlos über die offizielle Seite conio.com/en/download (per QR-Code) oder direkt im Apple App Store (iOS) und bei Google Play (Android). Download, Registrierung und das Anlegen der Wallet sind gratis.
Wie richte ich das Conio Wallet ein?
In wenigen Schritten: App herunterladen, Konto registrieren und aktivieren, Identität verifizieren (KYC – Conio ist eine italienische, regulierte Gesellschaft), danach PIN, Passwort und den Bitcoin-Wiederherstellungscode festlegen (das sind deine Schlüssel) und zuletzt das Konto aufladen, um zu kaufen oder zu tauschen. In den ersten zwei Monaten wirbt Conio mit dem provisionsfreien Kauf der angebotenen Coins.
Was kostet das Conio Wallet? (Gebühren)
Download, Registrierung und die Nutzung der Wallet selbst sind kostenlos. Beim Senden und Empfangen zahlst du nur die normale Netzwerkgebühr (Miner-Gebühr); auf Ein- und Auszahlungen von Kryptowährungen erhebt Conio nach eigenen Angaben 0 % Provision. Für Kauf und Verkauf fällt dagegen eine Gebühr an – in den ersten zwei Monaten laut Conio-Aktion provisionsfrei. Die aktuellen Konditionen prüfst du am besten direkt in der App.
Kann ich Conio in Deutschland nutzen?
Conio ist klar auf den italienischen Markt ausgerichtet: Der Support erfolgt ausschließlich auf Italienisch, der Steuer-Report ist auf italienische Vorgaben zugeschnitten und die Registrierung setzt in der Regel einen italienischen Bezug voraus (z. B. eine italienische Steuernummer/codice fiscale). Für Nutzer in Deutschland ist Conio daher nur eingeschränkt bis gar nicht praktikabel. Wer eine in Deutschland verfügbare, MiCA-regulierte Alternative sucht, wird in unserem Kryptobörsen-Vergleich 2026 fündig.
Welche Kryptowährungen unterstützt das Conio Wallet?
Über die App lässt sich ein Portfolio aus rund 25 Kryptowährungen aufbauen – neben Bitcoin die wichtigsten Assets des Marktes. Welche Coins genau verfügbar sind, kann sich ändern; die aktuelle Auswahl siehst du direkt in der App.

Quellen

  • Reuters / Global Banking & Finance Review (17.06.2026): „Conio Secures EU Licence to Offer Regulated Crypto Services“ – globalbankingandfinance.com
  • Conio / Crypto Reporter (18.06.2026): Offizielle Pressemitteilung zur MiCAR-Lizenz – crypto-reporter.com
  • Electronic Payments International (18.06.2026): „Conio secures MiCAR licence in Italy“ – electronicpaymentsinternational.com
  • Odaily (20.06.2026): „Conio receives MiCAR license as a crypto asset service provider“ – odaily.news
  • NS3.AI (20.06.2026): „Conio erhält MiCAR-Lizenz für Krypto-Verwahrung in Italien“ – ns3.ai
  • Conio (Unternehmensangaben): Geschichte, Patente, Management – conio.com
  • Conio (offizielle Download-Seite): Conio-Wallet-App für iOS und Android – conio.com/en/download
  • FinTech Futures (2021): „Italy’s Banca Generali acquires $14m stake in crypto fintech Conio“ – fintechfutures.com
  • ESMA-CASP-Register / CASP Tracker (laufend): offizielles Verzeichnis lizenzierter Anbieter, inkl. CONIO S.R.L. – casptracker.eu
  • BeInCrypto (19.06.2026): „MiCA-Lizenzierung: Warum deutsche Unternehmen vorne liegen“ – de.beincrypto.com
  • Bitcoin2Go (16.06.2026): „MiCA-Übergangsfrist: Was Nutzer jetzt wissen müssen“ – bitcoin-2go.de
  • ChainATM (MiCA-Ratgeber 2026): „MiCA Verordnung erklärt“ – chain-atm.com

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und stellt keine Anlage- oder Steuerberatung dar. Lizenz- und Statusangaben können sich kurzfristig ändern – maßgeblich ist stets das offizielle ESMA-Register.

Über den Autor
Felix Rieger 📖 Buchautor
Gründer & Chefredakteur · KryptoZukunft.com · Rheinmünster, Deutschland · seit 2021
5+ Jahre Erfahrung
12+ Börsen getestet
600+ Fachartikel
2021 Seit aktiv
Seit 2021 teste ich persönlich Kryptobörsen, analysiere Märkte und erkläre komplexe Themen verständlich — klar, ehrlich, ohne Hype. Als Gründer von KryptoZukunft.com habe ich über 12 Börsen getestet, mehr als 600 Fachartikel verfasst und mein Wissen zur Krypto-Besteuerung 2026 im Fachbuch „Krypto Steuern in Deutschland 2026" gebündelt. Kein Finanzberater — aber jemand der die Fehler bereits gemacht hat und daraus gelernt hat.
Buchcover: Krypto Steuern in Deutschland 2026 von Felix Rieger
Autor des Fachbuchs
Krypto Steuern in Deutschland 2026
131 Seiten · 35 Kapitel · Staking, Mining, DeFi, NFTs & mehr · Amazon KDP, 2026
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📊 Marktanalysen 🏢 Börsen-Tests 📚 Blockchain-Grundlagen 💰 DeFi & Staking 🔒 Krypto-Sicherheit 🧾 Steuer Deutschland ⛓ On-Chain-Analyse
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Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Finanz-, Anlage- oder Steuerberatung dar. Kryptowährungen sind hochvolatile Anlageinstrumente — der Handel kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Investiere nur, was du bereit bist zu verlieren. KryptoZukunft.com übernimmt keine Haftung für Entscheidungen auf Basis dieser Inhalte. Bei steuerlichen Fragen wende dich an einen zugelassenen Steuerberater.