NFT erstellen 2026: Was kostet Minting wirklich, welche Plattform passt – und wie wird der Verkauf versteuert?
Inhaltsverzeichnis (31)
- NFT erstellen 2026: Was kostet Minting wirklich, welche Plattform passt – und wie wird der Verkauf versteuert?
- Was ist NFT-Minting – und was passiert dabei technisch?
- Was wird beim Minting wirklich auf der Blockchain gespeichert?
- Ist mein NFT für immer gespeichert, wenn es auf IPFS liegt?
- Was kostet es im Oktober 2026, ein NFT zu minten?
- Warum ist Minting auf Ethereum heute so viel billiger als 2021?
- Lohnt sich Solana mit komprimierten NFTs für große Kollektionen?
- Was ist Lazy Minting und für wen lohnt es sich?
- Wie erstelle ich 2026 mein erstes NFT Schritt für Schritt?
- ERC-721 oder ERC-1155 – welchen Standard sollte ich wählen?
- Welche NFT-Plattform passt 2026 zu mir?
- Was verlangt OpenSea 2026 an Gebühren?
- Bekomme ich als Creator wirklich Royalties bei jedem Weiterverkauf?
- Sollte ich Creator Earnings erzwingen?
- Wie viel bleibt vom Verkaufspreis eines NFTs übrig?
- Wie wird ein selbst gemintetes NFT in Deutschland versteuert?
- Gilt die Ein-Jahres-Haltefrist auch für NFTs, die ich gekauft habe?
- Ab wann bin ich mit NFTs gewerblich – und muss ich Umsatzsteuer zahlen?
- Ist das Bezahlen der Mint-Gebühr mit ETH steuerpflichtig?
- Ändert Klingbeils Krypto-Steuerreform etwas für NFTs?
- Fällt mein NFT-Projekt unter die MiCA-Verordnung?
- Ethereum, Layer-2 oder Polygon – wo sollte ich minten?
- Wie steht der NFT-Markt im Herbst 2026 – lohnt sich Minting überhaupt noch?
- Wie schütze ich mich beim Minting vor Wallet-Drainern und Fake-Mints?
- Eigener Smart Contract oder Plattform-Contract – was ist besser?
- Was sind die häufigsten Fehler beim ersten NFT?
- Quiz: Wie gut kennst du dich mit NFT-Minting aus?
- Häufige Fragen zum NFT-Minting 2026
- Weiterlesen auf KryptoZukunft.com
- Quellen
- Ähnliche Beiträge
NFT erstellen 2026: Was kostet Minting wirklich, welche Plattform passt – und wie wird der Verkauf versteuert?
NFT-Minting ist das Eintragen einer digitalen Datei als einzigartiger Token in einen Smart Contract auf einer Blockchain. Im Oktober 2026 kostet ein einzelner Mint auf Ethereum oft nur wenige Cent – die eigentlichen Hürden liegen woanders: bei Royalties, die niemand zahlen muss, bei der Steuer, die für Creator anders funktioniert als gedacht, und bei einem Markt, der deutlich kleiner geworden ist.
Dieser Artikel erschien erstmals am 14. März 2025 und wurde zuletzt im Mai 2026 überarbeitet. Bei der Prüfung im Oktober 2026 sind uns mehrere Fehler aufgefallen, die wir hier offen korrigieren:
- Gas-Kosten: Die Spanne „2–200 $ auf Ethereum“ ist überholt. Seit Fusaka (Dezember 2025) liegt der Gaspreis meist unter 1 gwei; ein Mint kostet dann Cent-Beträge.
- OpenSea-Gebühr: Wir nannten 2,5 %. Tatsächlich verlangt OpenSea seit dem 15. September 2025 1,0 %.
- Royalties: Die Aussage „Royalty kann nach dem Erstellen nicht geändert werden“ stimmt nicht. Creator Earnings lassen sich in OpenSea Studio anpassen – und sie sind häufig nur optional.
- Steuern: Die Ein-Jahres-Haltefrist haben wir pauschal auch für selbst erstellte NFTs angewandt. Das ist so nicht haltbar: Wer ein NFT selbst mintet, hat es nicht „angeschafft“. Der Steuerteil ist komplett neu geschrieben.
- Polygon: „MATIC“ heißt seit der Migration POL. Und IPFS speichert Dateien nicht automatisch für immer – ohne Pinning können sie verschwinden.
Was ist NFT-Minting – und was passiert dabei technisch?
NFT-Minting ist der Aufruf eines Smart Contracts, der eine neue, eindeutige Token-ID erzeugt, sie einer Wallet-Adresse zuordnet und mit einem Link zu Metadaten verknüpft; auf Ethereum geschieht das meist nach dem Standard ERC-721, der seit Januar 2018 existiert.
Das englische „to mint“ heißt prägen, und das Bild passt besser, als man denkt. Eine Münzprägeanstalt erzeugt aus einem Metallrohling ein Stück mit Seriennummer. Beim Minting erzeugt ein Smart Contract aus deiner Datei zwar keine Kopie, aber einen Eintrag: Token-ID 4711 gehört ab jetzt Adresse 0xABC… Das Bild selbst wandert dabei in aller Regel nicht auf die Blockchain. Gespeichert wird ein Verweis.
Der Standard dafür heißt ERC-721. Er definiert eine gemeinsame Schnittstelle, mit der Wallets und Marktplätze einzigartige, einzeln besessene Tokens erkennen und übertragen können. EIP-721, Jan. 2018 Wer verstehen will, was aus diesem Standard in den vergangenen Jahren geworden ist, findet die Einordnung in unserem Beitrag ERC-721 im Jahr 2026. Für die Grundlagen, was ein Non-Fungible Token überhaupt ist und warum er sich von einem Bitcoin unterscheidet, lohnt der Blick in NFTs einfach erklärt.
Ein Mint-Vorgang hat technisch fünf Teile. Erstens lädst du die Datei hoch, etwa nach IPFS oder auf einen Server. Zweitens entsteht eine kleine JSON-Datei mit Name, Beschreibung, Eigenschaften und dem Link zur Datei. Drittens schickst du eine Transaktion an den Contract, die diese Metadaten-Adresse und deine Wallet nennt. Viertens zahlst du dafür eine Netzwerkgebühr. Fünftens bestätigt das Netzwerk den Block – ab dann steht der Eintrag fest.
Was wird beim Minting wirklich auf der Blockchain gespeichert?
Bei einem typischen ERC-721-NFT speichert die Blockchain nur Token-ID, Besitzer-Adresse und einen Metadaten-Link; die eigentliche Bild-, Musik- oder Videodatei liegt fast immer außerhalb der Chain.
Das ist der Punkt, den viele Einsteiger falsch verstehen. Du kaufst oder erzeugst keinen „Besitz an einem JPEG“, sondern einen unveränderlichen Eintrag, der auf ein JPEG zeigt. Ob dieses JPEG in fünf Jahren noch erreichbar ist, hängt davon ab, wo es liegt. Eine Ausnahme sind sogenannte Inscriptions bzw. Ordinals auf Bitcoin: Dort steckt die Datei selbst in der Transaktion. Das ist teurer, aber dauerhaft.
Aus der Praxis: Bevor du ein NFT kaufst, öffne im Block-Explorer die Funktion tokenURI. Beginnt die Adresse mit ipfs://, ist das ein gutes Zeichen. Steht dort eine normale https-Adresse eines Startups, gehört dir im Grunde ein Lesezeichen auf deren Server.
Ist mein NFT für immer gespeichert, wenn es auf IPFS liegt?
Nein: Die offizielle IPFS-Dokumentation stellt klar, dass IPFS keine dauerhafte Verfügbarkeit garantiert; Dateien bleiben nur erhalten, wenn mindestens ein Knoten sie aktiv „pinnt“.
IPFS adressiert Dateien über ihren Inhalt, nicht über ihren Ort. Das ist elegant, weil niemand die Datei unbemerkt austauschen kann. Gespeichert wird sie aber nur, solange jemand sie vorhält. Knoten löschen zwischengespeicherte Daten regelmäßig per Garbage Collection, und Pinning-Dienste können ihren Betrieb einstellen. IPFS Docs, 2026
Unsere Einschätzung: Wer ernsthaft Kunst als NFT veröffentlicht, sollte die Originaldatei an mindestens zwei Orten pinnen – bei einem Pinning-Dienst und auf einem eigenen Knoten oder einem zweiten Anbieter. Das kostet wenig und ist die einzige Garantie, die du selbst in der Hand hast. In der alten Version dieses Artikels stand, IPFS-Dateien könne „niemand löschen“. Das war zu optimistisch formuliert.
Was kostet es im Oktober 2026, ein NFT zu minten?
Nach Berechnung von KryptoZukunft.com kostet ein ERC-721-Mint mit rund 120.000 Gas am 12. Oktober 2026 bei 0,116 gwei und einem ETH-Kurs von 2.511,90 US-Dollar etwa 0,03 Euro – ein Bruchteil der 20 bis 200 Dollar, die 2021 üblich waren.
Die Rechnung ist simpel: Gasverbrauch mal Gaspreis ergibt die Gebühr in ETH. Etherscan zeigte am 12. Oktober 2026 um 20:09 UTC einen Gaspreis von 0,116 gwei für „Low“ und „Average“. Etherscan Gas Tracker, 12.10.2026 120.000 Gas × 0,116 gwei sind 0,0000139 ETH. Bei 2.511,90 Dollar pro ETH CoinMarketCap ETH, 13.10.2026 und einem EZB-Referenzkurs von 1,1181 Dollar pro Euro EZB-Referenzkurs, 12.10.2026 landest du bei rund 3 Cent.
Die 120.000 Gas sind ein Erfahrungswert für einen einfachen Mint in einem schlanken Contract. Je nach Implementierung liegt der Wert eher bei 60.000 oder bei 200.000. Für die Größenordnung spielt das kaum eine Rolle: Ob 2 oder 6 Cent, beides ist für ein Einzelstück vernachlässigbar. Interessanter ist, was bei Spitzenlast passiert. Bei 5 gwei wären es rund 1,35 Euro, bei 50 gwei – einem Niveau wie in Hype-Phasen früherer Jahre – etwa 13,48 Euro. Ein eigener Contract (Deployment grob 2,5 Millionen Gas) kostet bei 0,116 gwei rund 0,65 Euro, bei 2 gwei etwa 11,23 Euro.
| Vorgang | Gas | Kosten bei 0,116 gwei | Kosten bei 5 gwei |
|---|---|---|---|
| ERC-721-Mint (Einzelstück) | 120.000 | ≈ 0,03 € | ≈ 1,35 € |
| 10 Mints einzeln | 1.200.000 | ≈ 0,31 € | ≈ 13,48 € |
| Eigener NFT-Contract (Deployment) | ≈ 2.500.000 | ≈ 0,65 € | ≈ 28,08 € |
Rechner 1: Was kostet dein Mint auf Ethereum?
Gesamt: 0,31 € für 10 NFTs
Zum Vergleich bei 50 gwei: 134,79 € gesamt
Warum ist Minting auf Ethereum heute so viel billiger als 2021?
Ethereum-Minting ist 2026 so günstig, weil die Upgrades Dencun (März 2024), Pectra (Mai 2025) und Fusaka (Dezember 2025) Transaktionen auf Rollups verlagert und das Gaslimit auf 60 Millionen verdoppelt haben; im April 2026 lag der Tagesdurchschnitt laut ethereum.org bei rund 0,5 gwei.
Zwei Effekte wirken zusammen. Erstens hat die Nachfrage nach Blockspace auf der Hauptkette abgenommen, weil rund 95 Prozent der Transaktionen inzwischen über Rollups laufen. Zweitens wurde das Angebot erhöht: Fusaka hob das Standard-Gaslimit von 30 auf 60 Millionen und führte PeerDAS ein. ethereum.org, Mai 2026 Wer tiefer verstehen will, wie sich Gebühren zusammensetzen, liest unseren Erklärtext zu Gas Fees; das Gesamtbild des Netzwerks steht im Leitfaden Was ist Ethereum?.
Das hat eine Konsequenz, die in vielen älteren Anleitungen noch fehlt: Der Rat „minte auf Polygon, weil Ethereum zu teuer ist“ gilt nur noch eingeschränkt. Für ein einzelnes Kunstwerk ist der Kostenunterschied zwischen Ethereum-Mainnet und einem Layer-2 kaum noch spürbar. Ethereum bietet dafür die größte Sammlerbasis und die höchste Glaubwürdigkeit. Erst bei Zehntausenden Mints oder bei einem neuen Gebührenansturm kippt die Rechnung wieder zugunsten günstigerer Netze.
Ehrlicherweise muss man dazusagen: Niedrige Gebühren sind kein Naturgesetz. Startet ein neuer Hype, steigen auch die Gaspreise wieder. Die Upgrade-Roadmap mit Glamsterdam, das für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet wird, soll das Limit perspektivisch weiter anheben – fest zugesagt ist davon nichts.
Lohnt sich Solana mit komprimierten NFTs für große Kollektionen?
Ja, für Massenauflagen: Laut Metaplex kostet das Minten von 10.000 komprimierten NFTs auf Solana rund 0,27 SOL, nach Berechnung von KryptoZukunft.com am 13. Oktober 2026 also etwa 26 Euro für die gesamte Kollektion.
Komprimierte NFTs (cNFTs) liegen nicht als eigene Konten auf Solana, sondern als Hash-Blätter in einem Merkle-Baum. Die vollständigen Daten stehen in der Transaktion, und spezialisierte RPC-Anbieter indexieren sie über die DAS-API. Metaplex beziffert die Gesamtkosten für 10.000 cNFTs mit 0,2722 und für eine Million cNFTs mit 5,3122 – gemeint sind SOL. Metaplex Docs, 2026 Bei einem SOL-Kurs von 106,91 Dollar CoinMarketCap SOL, 13.10.2026 entspricht das rund 26 Euro beziehungsweise rund 508 Euro.
Für wen ist das interessant? Für Eventtickets, Mitgliedskarten, Treuepunkte oder Spiel-Items, also alles, was in großer Stückzahl verteilt wird. Für ein einzelnes Kunstwerk bringt Kompression wenig, weil schon ein normaler Mint billig ist. Aus der Praxis: Prüfe vor dem Start, ob deine Ziel-Wallet und dein Marktplatz cNFTs korrekt anzeigen. Nicht jeder RPC-Anbieter unterstützt die DAS-API, und ein NFT, das in der Wallet nicht auftaucht, erzeugt vor allem Support-Anfragen.
Was ist Lazy Minting und für wen lohnt es sich?
Lazy Minting bedeutet, dass ein NFT zunächst nur als signiertes Angebot auf dem Server eines Marktplatzes existiert und erst beim ersten Kauf tatsächlich auf die Blockchain geschrieben wird – die Gebühr zahlt dann meist der Käufer.
Das Modell entstand, als ein Mint auf Ethereum noch 50 Dollar und mehr kosten konnte. Für einen unbekannten Künstler war das ein echtes Risiko: zehn Werke minten, keines verkaufen, 500 Dollar weg. Lazy Minting schob die Kosten auf den Moment, in dem Geld hereinkommt.
2026 hat sich das Argument verschoben. Wenn ein Mint 3 Cent kostet, spart Lazy Minting fast nichts mehr. Die Nachteile bleiben dagegen: Bis zum Verkauf existiert dein Werk nur in der Datenbank eines Unternehmens. Du kannst es nicht in eine andere Wallet schicken, nicht auf einem anderen Marktplatz listen und nicht unabhängig nachweisen. Geht die Plattform offline, ist das Angebot weg.
Unsere Einschätzung: Lazy Minting ist heute vor allem dann sinnvoll, wenn du sehr viele Varianten testen willst und gar keine Wallet-Interaktion möchtest. Für ernsthafte Werke empfehlen wir, direkt on-chain zu minten. Der Kostenvorteil ist verschwunden, der Kontrollverlust nicht.
Wie erstelle ich 2026 mein erstes NFT Schritt für Schritt?
Ein erstes NFT erstellst du 2026 in rund 30 Minuten: Wallet einrichten, eine kleine Menge ETH oder POL besorgen, Wallet mit einem Marktplatz oder Mint-Tool verbinden, Datei und Metadaten hochladen, Creator Earnings festlegen und die Transaktion signieren.
Der erste Schritt entscheidet über alles Weitere: die Wallet. Welche Wallet zu dir passt, haben wir im Krypto-Wallet-Vergleich 2026 durchgespielt – MetaMask für Ethereum und kompatible Netze, Phantom für Solana. Beim Einrichten erhältst du eine Seed Phrase aus 12 oder 24 Wörtern. Schreib sie auf Papier, nicht in die Cloud, nicht als Screenshot. Wer sie verliert, verliert alles; wer sie verrät, ebenso.
- Wallet anlegen und absichern. Seed Phrase offline notieren. Für Werke mit echtem Wert später eine Hardware-Wallet nutzen.
- Netzwerk wählen. Für Einzelstücke reicht Ethereum-Mainnet, für viele Exemplare ein Layer-2 wie Base oder Polygon, für Massenauflagen Solana.
- Etwas Guthaben besorgen. Für einen Ethereum-Mint genügen derzeit ein paar Cent in ETH, auf Polygon ein paar Cent in POL.
- Datei vorbereiten. Endgültige Fassung, sinnvolle Auflösung, Dateiname ohne Sonderzeichen. Original lokal sichern.
- Mint-Tool verbinden. Marktplatz-Studio oder ein Werkzeug für eigene Contracts. Die Wallet ist dein Konto.
- Metadaten ausfüllen. Titel, Beschreibung, Eigenschaften, Auflage, Creator-Earnings-Satz und Empfängeradresse.
- Transaktion prüfen und signieren. Lies im Wallet-Fenster, was du signierst. Ein Mint fordert nie deine Seed Phrase und selten eine Freigabe für fremde Tokens.
- Ergebnis kontrollieren. Im Block-Explorer prüfen, ob Token-ID, Besitzer und tokenURI stimmen.
Punkt 7 verdient einen zweiten Blick. Die meisten Verluste im NFT-Bereich entstehen nicht durch Hacks, sondern durch Signaturen, die Nutzer nicht verstanden haben. Eine harmlos aussehende „Signatur zum Einloggen“ kann in Wahrheit eine Freigabe sein, mit der ein Fremder deine Tokens abziehen darf. Dein Private Key verlässt beim Signieren zwar nie die Wallet, aber er bestätigt alles, was du anklickst.
Wenn du lieber in einer App bleibst, die Wallet, Börse und NFT-Anzeige verbindet: Unser Test der Coinbase Wallet bzw. Base App zeigt, wie das im Alltag aussieht und wo die Grenzen liegen.
ERC-721 oder ERC-1155 – welchen Standard sollte ich wählen?
ERC-721 eignet sich für Einzelstücke, bei denen jeder Token einmalig ist; ERC-1155, seit Juni 2018 spezifiziert, eignet sich für Editionen und Spiel-Items, weil ein einziger Contract viele Token-Typen verwalten und mehrere davon in einer Transaktion übertragen kann.
ERC-1155 ist ein „Multi-Token-Standard“: Ein Contract kann fungible, nicht-fungible und gemischte Token-Typen verwalten und Batch-Transfers ausführen. EIP-1155, Juni 2018 Für Gaming ist das praktisch, weil 1.000 Heiltränke und ein legendäres Schwert im selben Contract leben. Für einen Künstler, der 1/1-Werke veröffentlicht, ist ERC-721 dagegen der klarere Weg – jeder Marktplatz versteht ihn, jede Wallet zeigt ihn an.
| Merkmal | ERC-721 | ERC-1155 |
|---|---|---|
| Einzigartigkeit | Jeder Token einmalig | Pro Token-Typ beliebige Auflage |
| Typischer Einsatz | 1/1-Kunst, Profilbild-Kollektionen | Editionen, Tickets, Spiel-Items |
| Batch-Transfers | Nein (einzeln) | Ja, mehrere Typen auf einmal |
| Unterstützung | Praktisch überall | Breit, vereinzelt eingeschränkt |
Ein Hinweis, den kaum eine Anleitung erwähnt: Die Wahl des Standards hat auch regulatorische Folgen. Eine Auflage von 10.000 identischen Tokens ist in der Logik der EU keine Sammlung von Unikaten mehr. Dazu mehr im Abschnitt zur MiCA-Verordnung. Auf Solana erfüllt der Metaplex-Standard die Rolle von ERC-721, ergänzt um die Kompression für große Mengen.
Welche NFT-Plattform passt 2026 zu mir?
Für Einsteiger auf Ethereum und seinen Layer-2-Netzen ist OpenSea mit 1,0 Prozent Plattformgebühr (seit 15. September 2025) die naheliegende Wahl; auf Solana dominiert Magic Eden, und wer volle Kontrolle will, deployt mit Werkzeugen wie Manifold einen eigenen Contract.
Die Wahl der Plattform ist weniger eine technische als eine strategische Frage: Wo sind deine Käufer? Wenn deine Community auf Solana aktiv ist, nützt dir die größte Ethereum-Reichweite wenig. Wenn du an Sammler verkaufen willst, die seit Jahren Ethereum-Kunst halten, ist Mainnet richtig. Und wenn du ein Spiel baust, entscheidet die Kette deines Spiels.
| Weg | Netze | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|---|
| OpenSea (Studio) | Ethereum, viele L2 | Größte Reichweite, 1 % Gebühr | Geteilter Contract, Earnings oft optional |
| Magic Eden | Solana, Bitcoin, EVM | Stark bei Solana-Communities | Kleinere Ethereum-Basis |
| Eigener Contract (z. B. Manifold) | Ethereum, L2 | Contract gehört dir, portabel | Mehr Verantwortung, Deployment-Kosten |
| Eigenes Projekt per Code | alle | Volle Freiheit | Audit nötig, Fehler teuer |
Wer einen eigenen Contract per Code schreibt, sollte ihn vor dem Mint prüfen lassen. Was ein Smart-Contract-Audit kostet und warum auch geprüfte Contracts nicht unfehlbar sind, haben wir separat aufgeschrieben.
Was verlangt OpenSea 2026 an Gebühren?
OpenSea erhebt seit dem 15. September 2025 eine Plattformgebühr von 1,0 Prozent auf NFT-Verkäufe auf allen Chains; zuvor waren es 0,5 Prozent, und die oft zitierten 2,5 Prozent gelten schon lange nicht mehr.
Die Erhöhung von 0,5 auf 1,0 Prozent kündigte OpenSea als Teil der letzten Phase seines Belohnungsprogramms an. OpenSea Docs, Sept. 2025 Ein Detail am Rande: Den geplanten SEA-Token hat OpenSea im März 2026 auf unbestimmte Zeit verschoben; die laufende Belohnungswelle wurde zur letzten erklärt. Whale Alert, 17.03.2026 Wer also aus Spekulation auf einen Airdrop mintet, sollte das nicht mehr als Argument einplanen.
Dazu kommen die Creator Earnings, die der Käufer oder Verkäufer zusätzlich trägt, und eine Netzwerkgebühr für die Transaktion. Unser Rechner im zweiten Teil zeigt, was davon bei dir hängen bleibt.
Bekomme ich als Creator wirklich Royalties bei jedem Weiterverkauf?
Nein: Der Royalty-Standard ERC-2981 schreibt selbst vor, dass die Zahlung freiwillig ist, und auf OpenSea gelten Creator Earnings bei vielen Contracts nur optional; erzwingen lassen sie sich nur bei bestimmten neueren Contracts und dann nur bis maximal 10 Prozent.
Das war 2021 das große Versprechen: Künstler verdienen an jedem Weiterverkauf mit, automatisch und für immer. Die Realität ist nüchterner. ERC-2981 standardisiert nur, wie ein Marktplatz die Royalty-Information abfragen kann. Die Spezifikation sagt ausdrücklich, dass die Zahlung freiwillig sein muss – unter anderem, weil nicht jede Übertragung ein Verkauf ist. EIP-2981, Sept. 2020
Bei OpenSea legst du in Studio einen Prozentsatz und eine Empfängeradresse fest. Erzwungen werden können die Earnings nur bei Studio-Collections, die nach dem 2. April 2024 deployt wurden, sowie bei Contracts nach ERC721-C oder ERC1155-C. Ältere oder nicht upgradefähige Contracts erhalten nur optionale Earnings. Das Maximum liegt bei 10 Prozent. OpenSea Help Center, 20.01.2026 Die alte Behauptung, ein einmal gewählter Satz sei unveränderlich, war falsch: Du kannst ihn in Studio anpassen und die Durchsetzung sogar wieder entfernen.
Sollte ich Creator Earnings erzwingen?
Erzwungene Creator Earnings sichern dir Einnahmen pro Weiterverkauf, begrenzen deine NFTs aber auf OpenSea und Marktplätze mit LimitBreaks Payment Processor, darunter laut OpenSea im Januar 2026 Magic Eden.
Das ist ein echter Zielkonflikt. Durchsetzung heißt: Wer dein NFT verkaufen will, kann das nur dort tun, wo die Earnings abgeführt werden. Das schützt deine Einnahmen, schränkt aber die Liquidität ein – und Liquidität ist für Sammler ein Kaufargument. Zusätzlich behält sich OpenSea vor, Earnings an niedrigere Sätze anderer Marktplätze anzupassen.
Unsere Einschätzung: Für Künstler mit treuer Community und überschaubarem Handelsvolumen ist Durchsetzung oft sinnvoll. Wer dagegen auf breiten Handel setzt, etwa bei Spiel-Items, fährt mit optionalen, moderaten Sätzen von 2,5 bis 5 Prozent meist besser. Und eine ehrliche Zahl gehört dazu: Wenn kaum weiterverkauft wird, sind 10 Prozent von nichts immer noch nichts.
Wie viel bleibt vom Verkaufspreis eines NFTs übrig?
Nach Berechnung von KryptoZukunft.com bleiben einem Creator, der im Oktober 2026 ein selbst erstelltes NFT für 500 Euro über OpenSea verkauft, nach 1 Prozent Plattformgebühr, 0,31 Euro Mint-Kosten und einem angenommenen Steuersatz von 30 Prozent rund 346 Euro.
Viele Einsteiger rechnen nur mit der Plattformgebühr. In Deutschland ist der größere Posten aber fast immer die Einkommensteuer – und zwar mit deinem persönlichen Grenzsteuersatz, nicht mit einem Pauschalsatz. Bei einem Erstverkauf zahlst du dir selbst keine Creator Earnings; die fallen erst bei Weiterverkäufen durch Sammler an und landen dann bei dir als Einnahme.
Rechner 2: Netto-Erlös nach Gebühren und Steuer
Erlös nach Gebühr: 495,00 €
Gewinn nach Kosten: 494,69 €
Steuer: 148,41 €
Bleibt dir: 346,28 €
Den Steuersatz musst du realistisch einschätzen. Wer im Hauptberuf gut verdient, landet schnell bei 35 bis 42 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Für eine genauere Rechnung mit Haltefristen bei gekauften Coins eignet sich unser Krypto-Steuerrechner.
Wie wird ein selbst gemintetes NFT in Deutschland versteuert?
Ein selbst gemintetes NFT wird in Deutschland nicht als privates Veräußerungsgeschäft behandelt, weil keine Anschaffung vorliegt; der Verkaufserlös gilt je nach Einzelfall als Einkunft aus künstlerischer oder gewerblicher Tätigkeit, und eine ausdrückliche gesetzliche Regelung gibt es Stand Oktober 2026 nicht.
Hier lag der größte Fehler unserer alten Version, und er ist in vielen Ratgebern verbreitet. Die bekannte Regel „nach einem Jahr steuerfrei“ stammt aus § 23 EStG. Sie greift bei Wirtschaftsgütern, die du angeschafft und wieder veräußert hast. Ein NFT, das du selbst erzeugt hast, hast du aber nicht gekauft. Damit fehlt die Grundlage für die Haltefrist.
Das Bundesfinanzministerium hat NFTs bislang nicht geregelt. Das BMF-Schreiben vom 6. März 2025 zu Kryptowerten nimmt NFTs ausdrücklich aus seinem Anwendungsbereich aus. PwC Steuern & Recht, 07.03.2025 Fachautoren unterscheiden deshalb nach der Art deiner Tätigkeit: Eigene kreative Werke, wenig Marketing und wenige Verkäufe sprechen für eine künstlerische Tätigkeit; systematische Produktion, aktives Marketing und hohe Umsätze für eine gewerbliche. CoinTracking, 09.01.2026 Künstlerische Einkünfte fallen unter § 18 EStG, gewerbliche unter § 15 EStG – mit Gewerbeanmeldung und, ab einem Freibetrag von 24.500 Euro Gewinn, Gewerbesteuer.
Einen Überblick über alle Krypto-Steuerregeln des laufenden Jahres, inklusive DAC8-Meldepflicht, findest du im Ratgeber Krypto Steuern 2026. Speziell zu Airdrops, NFTs und Verlustverrechnung hilft die FAQ zur Krypto-Steuer-Praxis.
Gilt die Ein-Jahres-Haltefrist auch für NFTs, die ich gekauft habe?
Ja, für gekaufte NFTs wird nach verbreiteter Praxis die Regel für private Veräußerungsgeschäfte angewandt: Verkäufe innerhalb eines Jahres sind mit dem persönlichen Steuersatz steuerpflichtig, danach steuerfrei, und seit 2024 gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro pro Kalenderjahr.
Die Freigrenze ist keine Freibetrag-Regel. Liegt dein Gesamtgewinn aus privaten Veräußerungsgeschäften bei 1.001 Euro, ist der komplette Betrag steuerpflichtig, nicht nur der eine Euro darüber. CoinTracking, 09.01.2026 Bei gewerblichem Handel entfallen Haltefrist und Freigrenze ganz. Wer also als Sammler jede Woche Dutzende NFTs kauft und verkauft, bewegt sich schnell in einem Bereich, in dem das Finanzamt anders hinschaut.
Ab wann bin ich mit NFTs gewerblich – und muss ich Umsatzsteuer zahlen?
Für die Einordnung als gewerblich gibt es bei NFTs keine feste Zahlengrenze; entscheidend sind Nachhaltigkeit, Gewinnerzielungsabsicht und Marktauftritt, und umsatzsteuerlich bleibt man seit 2025 Kleinunternehmer, solange der Vorjahresumsatz 25.000 Euro und der laufende Umsatz 100.000 Euro nicht übersteigen.
Der folgende Check ersetzt keine Beratung. Er zeigt aber, welche Merkmale in der Praxis für eine unternehmerische Tätigkeit sprechen. Je mehr du ankreuzt, desto eher solltest du mit einem Steuerberater sprechen, bevor du größere Summen umsetzt.
Check 3: Sprechen deine NFT-Aktivitäten für eine unternehmerische Tätigkeit?
Zur Umsatzsteuer: Seit dem 1. Januar 2025 gilt die neue Kleinunternehmerregelung des § 19 UStG mit 25.000 Euro Vorjahresumsatz und 100.000 Euro im laufenden Jahr. Wer darunter bleibt, muss keine Umsatzsteuer ausweisen. Wer darüber liegt oder freiwillig optiert, muss die Leistungsorte beachten – bei Käufern im Ausland wird es schnell kompliziert, weil NFT-Verkäufe in der Regel als elektronisch erbrachte Dienstleistungen eingeordnet werden.
Ist das Bezahlen der Mint-Gebühr mit ETH steuerpflichtig?
Ja, potenziell: Wer Gas mit ETH bezahlt, die er weniger als ein Jahr hält und die seit dem Kauf im Wert gestiegen sind, realisiert einen kleinen steuerpflichtigen Tauschgewinn; bei Mint-Kosten von wenigen Cent ist der Betrag 2026 allerdings meist vernachlässigbar.
Das klingt pedantisch, folgt aber direkt aus der Logik des Steuerrechts: Jede Verwendung einer Kryptowährung als Zahlungsmittel ist eine Veräußerung. Bei einem Mint für 3 Cent wird daraus kein Problem. Bei einer Kollektion mit Tausenden Transaktionen oder in einer Phase mit hohen Gaspreisen kann es sich aber summieren. Die Gebühren selbst sind Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungsnebenkosten und mindern deinen späteren Gewinn.
Und noch ein Punkt, der oft übersehen wird: Seit 2026 melden Krypto-Dienstleister im Rahmen von DAC8 Daten an die Finanzbehörden. Was Behörden dadurch tatsächlich sehen können und was nicht, haben wir im Beitrag Kann das Finanzamt meine Wallet sehen? aufgeschlüsselt.
Ändert Klingbeils Krypto-Steuerreform etwas für NFTs?
Nach dem Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums vom 30. September 2026 sollen ab dem 1. Januar 2027 neu erworbene Tauschkryptowerte als Kapitalvermögen besteuert werden; NFTs sind von dieser Neuregelung laut Auswertung von CoinTracking nicht direkt erfasst.
Der Entwurf ging am 30. September 2026 an die Verbände, die Kabinettsbefassung ist für den 14. Oktober 2026 geplant. Kern ist, dass Gewinne aus Tauschkryptowerten künftig unabhängig von der Haltedauer steuerpflichtig werden; Bestände, die bis zum 31. Dezember 2026 erworben wurden, behalten die alte Ein-Jahres-Regel. Ab 2028 sollen inländische Anbieter 25 Prozent Kapitalertragsteuer einbehalten. NFTs, Security Tokens und andere Kryptowerte, die reale Werte abbilden, bleiben bei den Regeln für den jeweils abgebildeten Wert. CoinTracking Blog, Okt. 2026 Erste Berichte über die Pläne hatte es bereits Anfang September gegeben. BTC-ECHO, 09.09.2026
Unsere Einschätzung: Für Creator ändert sich damit wenig, weil die Haltefrist für sie ohnehin kaum relevant war. Für Sammler, die NFTs mit ETH bezahlen, ändert sich indirekt einiges – denn die ETH, mit denen sie ab 2027 kaufen, fallen unter das neue Regime. Die Details und die Bedeutung des Stichtags erklären wir in Klingbeils Krypto-Steuer: der Stichtag. Wichtig bleibt: Das ist ein Entwurf. Bundestag und Bundesrat können ihn noch deutlich ändern.
Fällt mein NFT-Projekt unter die MiCA-Verordnung?
Einzelne NFTs wie digitale Kunst und Sammlerstücke fallen laut Erwägungsgrund 10 der MiCA-Verordnung (EU) 2023/1114 nicht unter die Regulierung; Teilanteile an einem NFT und die Ausgabe in einer großen Serie gelten laut Erwägungsgrund 11 jedoch als Indiz für Fungibilität.
MiCA nimmt Kryptowerte aus, die einmalig und nicht mit anderen Kryptowerten fungibel sind, ausdrücklich einschließlich digitaler Kunst und Sammlerstücke. Gleichzeitig stellt der Verordnungsgeber klar, dass Teilanteile an einem solchen Wert nicht als einmalig gelten und dass die Ausgabe in einer großen Serie oder Sammlung ein Indikator für Fungibilität sein soll. EUR-Lex, MiCA EG 10–11 Wer also 10.000 nahezu identische Tokens verkauft und ihnen Ertragsversprechen anhängt, sollte nicht darauf vertrauen, außerhalb von MiCA zu stehen.
Für eine einzelne Künstlerin, die 20 Unikate veröffentlicht, spielt MiCA praktisch keine Rolle. Für ein Projekt, das Tokens mit Renditeversprechen, Gewinnbeteiligung oder Tauschbarkeit verbindet, kann das schnell anders aussehen. Wie MiCA insgesamt funktioniert und wen sie betrifft, steht im Überblick zur MiCA-Verordnung.
Ethereum, Layer-2 oder Polygon – wo sollte ich minten?
Laut CryptoSlam entfielen in der Woche bis 29. August 2026 mit 35,6 Millionen US-Dollar rund 56 Prozent der organischen NFT-Umsätze auf Ethereum, gefolgt von Bitcoin, Polygon, Base, BNB Chain und Solana – Ethereum bleibt damit der größte Markt für NFT-Käufer.
Die Wochenzahlen zeigen die Verteilung: Ethereum 35,56 Millionen Dollar, Bitcoin 8,68 Millionen, Polygon 7,03 Millionen, Base 3,57 Millionen, BNB Chain 2,81 Millionen und Solana 1,91 Millionen. Zusammen kamen diese sechs Netze auf rund 94 Prozent der weltweiten organischen NFT-Umsätze. crypto.news / CryptoSlam, 29.08.2026
Was heißt das für dich? Wenn du Käufer suchst, die Geld ausgeben, ist Ethereum weiterhin der Ort mit der meisten Nachfrage. Layer-2-Netze wie Base sind günstiger und schneller, haben aber kleinere Sammlermärkte. Polygon hat sich vor allem bei Marken- und Massenanwendungen etabliert. Und Solana ist für Gaming und große Auflagen interessant, auch wenn die NFT-Umsätze dort in dieser Woche vergleichsweise klein waren.
Wie steht der NFT-Markt im Herbst 2026 – lohnt sich Minting überhaupt noch?
Nach Berechnung von KryptoZukunft.com lag der weltweite NFT-Umsatz in der Woche bis 29. August 2026 mit 63,3 Millionen US-Dollar rund 42 Prozent unter dem Wochendurchschnitt des ersten Halbjahres 2025, als CryptoSlam 2,82 Milliarden Dollar in sechs Monaten zählte.
Für das erste Halbjahr 2025 meldete CryptoSlam einen Umsatz von 2,82 Milliarden Dollar. Cointelegraph, 10.07.2025 Das entspricht im Schnitt rund 108 Millionen Dollar pro Woche. In der Woche bis Ende August 2026 waren es 63,3 Millionen, nach rund 114,5 Millionen in der Vorwoche. crypto.news / CryptoSlam, 29.08.2026 Eine einzelne Woche ist kein Trend, aber die Richtung passt zum Bild der letzten zwei Jahre: weniger Spekulation, kleinere Beträge, mehr Nutzungsfälle abseits teurer Profilbilder.
Zwei weitere eigene Kennzahlen aus derselben Woche: Auf 227.316 Käufer-Adressen kamen 247.373 Verkäufer-Adressen. Es gab also rund 9 Prozent mehr Adressen, die verkaufen wollten, als solche, die kauften. Und pro Käufer-Adresse flossen im Schnitt rund 279 Dollar. Das ist kein Markt mehr, in dem ein unbekanntes Werk über Nacht fünfstellige Beträge erzielt.
Ehrlich gesagt: Wer 2026 mit dem Ziel mintet, schnell Geld zu verdienen, wird meist enttäuscht. Wer dagegen eine Community hat, Tickets oder Mitgliedschaften abbilden will oder Kunst dauerhaft und nachweisbar veröffentlichen möchte, findet bessere Bedingungen vor als je zuvor – billig, schnell, technisch ausgereift. Wie sich das Feld von der Spekulation zur Nutzung verschoben hat, zeigt unser Beitrag NFTs 2026: Vom Hype zur Utility. Auch das Kapitel Play-to-Earn gehört dazu: Viele Spiele-NFTs haben gezeigt, wie schnell Token-Ökonomien kippen können.
Zur Einordnung auf Kursseite: Ether notierte am 13. Oktober 2026 bei 2.511,90 Dollar und damit nach eigener Rechnung rund 49 Prozent unter seinem Allzeithoch von 4.953,73 Dollar vom 24. August 2025. Weil viele NFT-Preise in ETH notieren, wirkt jede ETH-Schwäche doppelt auf die Euro-Bewertung deiner Sammlung.
Wie schütze ich mich beim Minting vor Wallet-Drainern und Fake-Mints?
Die meisten NFT-Verluste entstehen durch Signaturen, die Nutzer nicht verstehen; wer Mint-Links nur von offiziellen Kanälen öffnet, für Experimente eine separate Wallet nutzt und niemals „setApprovalForAll“ für unbekannte Adressen bestätigt, schließt die häufigsten Angriffswege aus.
Fake-Mint-Seiten sind das Standardwerkzeug von Betrügern. Sie kopieren das Design eines echten Projekts, verbreiten den Link über gehackte Discord-Server oder X-Konten und fordern beim „Mint“ eine Freigabe an, mit der sie anschließend alle NFTs und Tokens aus der Wallet ziehen. Wie diese sogenannten Wallet-Drainer konkret arbeiten, beschreiben wir im Ratgeber Krypto-Betrug erkennen.
Aus der Praxis haben sich drei Gewohnheiten bewährt. Erstens: eine „Mint-Wallet“ mit wenig Guthaben für Experimente, getrennt von der Wallet, in der deine wertvollen Stücke liegen. Zweitens: Freigaben regelmäßig prüfen und widerrufen. Drittens: Wertvolle NFTs auf eine Hardware-Wallet übertragen. Alle weiteren Grundregeln findest du in Krypto-Sicherheit 2026.
Eigener Smart Contract oder Plattform-Contract – was ist besser?
Ein eigener Contract kostet bei 0,116 gwei nach Berechnung von KryptoZukunft.com rund 0,65 Euro Deployment-Gebühr und gibt dir Kontrolle und Portabilität; ein geteilter Plattform-Contract ist bequemer, bindet deine Werke aber an die Infrastruktur und Regeln eines Unternehmens.
Wenn du auf einem Marktplatz über dessen geteilten Contract mintest, trägt dein NFT die Contract-Adresse der Plattform. Sammler erkennen das sofort. Für Tests und Hobbyprojekte ist das in Ordnung. Für Künstler, die eine Marke aufbauen wollen, wirkt ein eigener Contract professioneller – und er hat einen handfesten Vorteil: Er existiert unabhängig davon, ob ein bestimmter Marktplatz in fünf Jahren noch betrieben wird.
Früher sprach vor allem der Preis gegen eigene Contracts. Mit Deployment-Kosten zwischen einigen Cent und gut zehn Euro, je nach Gaspreis, ist dieses Argument 2026 weitgehend weg. Was bleibt, ist Verantwortung: Du musst Admin-Schlüssel sichern, Upgrade-Rechte verstehen und dir überlegen, ob du Metadaten später ändern können willst oder sie bewusst einfrierst.
Was sind die häufigsten Fehler beim ersten NFT?
Die häufigsten Anfängerfehler beim NFT-Minting im Jahr 2026 sind ungesicherte Seed Phrases, Dateien ohne dauerhaftes Pinning, falsch eingeschätzte Royalties, fehlende Steuerdokumentation und überzogene Verkaufserwartungen in einem Markt mit rund 63 Millionen Dollar Wochenumsatz.
Der erste Fehler ist der teuerste: Die Seed Phrase landet als Foto in der Cloud oder in einer Notiz-App. Der zweite folgt Monate später, wenn ein Pinning-Abo ausläuft und Sammler plötzlich ein leeres Bild sehen. Der dritte ist eine Kalkulation, die auf 10 Prozent Royalties für alle Zeiten baut, obwohl Weiterverkäufe außerhalb erzwungener Systeme keine Abgabe auslösen müssen.
Der vierte Fehler betrifft die Steuer. Viele Creator notieren sich weder Mint-Datum noch Kosten noch Verkaufserlöse in Euro zum jeweiligen Zeitpunkt. Wenn das Finanzamt nachfragt, lässt sich das zwar aus der Blockchain rekonstruieren, aber nur mühsam. Eine einfache Tabelle mit Datum, Transaktions-Hash, Betrag in Krypto und Euro spart dir später Stunden. Der fünfte Fehler ist psychologisch: Ein Werk zu minten heißt nicht, es zu verkaufen. Ohne Publikum bleibt auch das schönste NFT ein Eintrag, den niemand sieht.
- Laut KryptoZukunft.com-Analyse (Felix Rieger, Oktober 2026) kostet ein einfacher ERC-721-Mint auf Ethereum bei 0,116 gwei und 2.511,90 US-Dollar pro ETH rund 0,03 Euro.
- OpenSea verlangt seit dem 15. September 2025 eine Plattformgebühr von 1,0 Prozent; Creator Earnings sind bei vielen Contracts nur optional und auf maximal 10 Prozent begrenzt.
- Royalties nach ERC-2981 sind laut Standard ausdrücklich freiwillig.
- Für selbst erstellte NFTs greift die Ein-Jahres-Haltefrist nach § 23 EStG in der Regel nicht, weil keine Anschaffung vorliegt; Erlöse sind je nach Einzelfall künstlerische oder gewerbliche Einkünfte.
- Der weltweite NFT-Umsatz lag in der Woche bis 29. August 2026 bei 63,3 Millionen US-Dollar, rund 42 Prozent unter dem Wochenschnitt des ersten Halbjahres 2025.
Ich habe diesen Artikel im März 2025 zum ersten Mal geschrieben und im Mai 2026 überarbeitet – und trotzdem standen bis heute Sätze darin, die so nicht stimmten. Am meisten ärgert mich der Steuerteil. Ich habe die Haltefrist einfach auf selbst erstellte NFTs übertragen, weil es bequem war und weil es fast alle so schreiben. Beim genauen Lesen des Gesetzes fällt das in sich zusammen: Wer etwas selbst herstellt, hat es nicht angeschafft. Das korrigiere ich hier ausdrücklich.
Ähnlich ging es mir mit den Gebühren. Die 2,5 Prozent von OpenSea und die Gas-Spannen bis 200 Dollar waren Zahlen aus einer anderen Zeit, die ich zu lange mitgeschleppt habe. Heute ist das Minten technisch fast kostenlos. Das ist eine gute Nachricht für alle, die etwas ausprobieren wollen. Es ist aber keine Garantie, dass irgendjemand das Ergebnis kaufen möchte. Ich sehe viele Menschen, die ein Werk minten und dann enttäuscht sind, weil sich nichts bewegt.
Mein Rat: Minte, wenn du etwas veröffentlichen willst, das dir wichtig ist, oder wenn du eine konkrete Anwendung hast. Plane nicht mit Royalties, die niemand zahlen muss. Und dokumentiere jeden Verkauf vom ersten Tag an. Das hier ist meine persönliche Einschätzung und keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.
Felix Rieger · Gründer & Chefredakteur · KryptoZukunft.com · 13. Oktober 2026
Quiz: Wie gut kennst du dich mit NFT-Minting aus?
Sechs Fragen, eine Antwort pro Frage. Die Auflösung erscheint direkt nach dem Klick.
1. Was wird bei einem typischen ERC-721-NFT auf der Blockchain gespeichert?
2. Wie hoch ist die OpenSea-Plattformgebühr seit dem 15.09.2025?
3. Sind Royalties nach ERC-2981 verpflichtend?
4. Gilt die Ein-Jahres-Haltefrist für ein NFT, das du selbst gemintet hast?
5. Was garantiert IPFS laut eigener Dokumentation?
6. Welche NFTs nimmt MiCA ausdrücklich aus?
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Quellen
- ethereum.org, Mai 2026
- Etherscan Gas Tracker, 12.10.2026
- CoinMarketCap ETH, 13.10.2026
- CoinMarketCap SOL, 13.10.2026
- EZB-Referenzkurs, 12.10.2026
- OpenSea Help Center, 20.01.2026
- OpenSea Docs, Sept. 2025
- Whale Alert, 17.03.2026
- EIP-721, Jan. 2018
- EIP-1155, Juni 2018
- EIP-2981, Sept. 2020
- IPFS Docs, 2026
- Metaplex Docs, 2026
- PwC Steuern & Recht, 07.03.2025
- CoinTracking, 09.01.2026
- CoinTracking Blog, Okt. 2026
- BTC-ECHO, 09.09.2026
- EUR-Lex, MiCA EG 10–11
- crypto.news / CryptoSlam, 29.08.2026
- Cointelegraph, 10.07.2025
Zitiervorschlag: Rieger, Felix (2026): NFT erstellen 2026: Was kostet Minting wirklich, welche Plattform passt – und wie wird der Verkauf versteuert? KryptoZukunft.com, aktualisiert am 13. Oktober 2026. https://kryptozukunft.com/2025/03/14/nft-minting/
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Kryptowerte und NFTs sind hochriskant und können vollständig an Wert verlieren. Steuerliche Aussagen geben den Stand vom 13. Oktober 2026 wieder; der Referentenentwurf zur Krypto-Besteuerung ist noch kein Gesetz. Lass dich bei konkreten Fragen von einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater beraten. Alle Kurse und Gebühren ohne Gewähr.